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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 13.04.2018 um 13:59 Uhr | 0 Kommentare

Siegfried Boy beißt sich in Sachsen fest.

Die sächsischen Weinbauern haben einen neuen Kollegen, oder in dem Fall, gleich mehrere. Die Weinbaugesellschaft Meißen GmbH & Co. KG wurde im Februar 2018 im Handelsregister eingetragen. Wer dahinter steckt kann man im Moment nur vermuten. Interessant ist der im Handelsregister eingetragene Sitz des Unternehmens. Dieser lautet: 06108 Halle, Markt 10. Wie es der Teufel will, hat unter dieser Anschrift der Aufsichtsratsvorsitzende der Winzervereinigung Freyburg e.G. den Sitz seiner Kanzlei mit dem Namen SMK Silbersack Mägel und Kollegen. Vermutlich alles nur ein Zufall. In Meißen waren keine Büros frei, da liegt Halle nahe.
Sollte es kein Zufall sein, ist es vermutlich auch nicht verboten. Aber, und diese Frage stellt sich, in wie weit ist der Aufsichtsratsvorsitzende in die Geschäfte der Weinbaugesellschaft Meißen GmbH & Co. KG, die durch Boy und die Freyburger Genossenschaft betrieben werden, involviert? So wie ich das mal gehört habe kontrolliert der Aufsichtsrat den Vorstand. Dieser heißt Siegfried Boy. Wenn nun aber beide miteinander Geschäfte machen, und schon ein Mietvertrag wäre so etwas, wird es kritisch. Da nun eine Gesellschafterliste nicht zu bekommen ist, soll das wohl auch keiner erfahren.
Immerhin sind mittlerweile mindestens vierzig Hektar sächsische Rebfläche im Besitz der genannten Gesellschaft. Hinzu kommt die „Marke 100% Sachsen“, die in der Winzervereinigung in Freyburg seit zwei Jahren vergoren wird. Lieferanten der Trauben sind Weinbauern aus Sachsen auch um die Familie Zieger, deren Spross der Geschäftsführer der Winzervereinigung in Freyburg ist. Diese Weinbauern so hört man, sind mit der Politik der Meissner Winzergenossenschaft nicht einverstanden. Auslöser war wohl die Verunreinigung tausender Liter sächsischen Weines vor etwa zwei Jahren. 
Warten wir mal ab, wie sich das weiterentwickelt, wer mit wem Geschäfte macht und warum.
Sollten Aufsichtratsvorsitzender, Vorstand und Geschäftsführer miteinander ….. dann wäre es zumindest anrüchig.    

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Weinbaugesellschaft Meißen GmbH & Co. KG
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 20.03.2018 um 17:59 Uhr | 0 Kommentare

Es Jauch (t) im Weinregal von Aldi

Ein ziemlich bekannter POP Star, der weltweit Anerkennung genießt, hat den Wein für sich entdeckt. Sein Wein heißt PURO, kommt aus Argentinien, er selbst aus der Schweiz und heißt Meier. Berühmt wurde der geborene Millionär durch das Schweizer Elektropop Duo Yellow. Auf einer Präsentation kam ich mit ihm über seinen PURO ins Gespräch.
Ein Satz, der mir bis heute nicht aus dem Schädel will, lautete: „Wissen Sie was heutzutage das Einfachste auf der Welt ist, wenn man die nötigen finanziellen Mittel hat?“ Ich zuckte mit den Schultern. Er sagte: „Guten Wein machen, und das Schwerste ist es, ihn zu verkaufen.“  Recht hat er denke ich auch heute noch. Moderne Technik, hochtalentierte, gebildete und motivierte junge Önologen bestimmen den Weinbau. Gesellt sich Geld dazu wird es spannend.
Und so fragt sich der eine oder andere, was mag wohl den Jauch geritten haben, bei Aldi einen Fassmarktwein aus der Pfalz oder Mosel oder wo her auch immer, mit seinem Namen zu schmücken. Also Einer, der vermutlich alles hat und zwar soviel, dass er gern etwas davon für karitative Zwecke abgibt, wie man lesen kann, was treibt den an, seinen Namen für ein Produkt zu geben, das bei Aldi im Regal steht? 
Hat er Geldsorgen? Eher nicht. Sicher schiebt Aldi ein paar Scheinchen rüber, aber das kann es nicht sein. Braucht er Publicity in Deutschland?  Eher nicht. Findet er es toll einen Wein zu kreieren der der Weinwelt zeigt: Seht her, es geht auch günstig und schmeckt trotzdem.  Gibt es schon zuviel und der hier ist sogar, gemessen an der Herkunft und der Menge, richtig teuer.
Will er seiner Frau gefallen? Das lassen wir mal weg. Was also ist der Grund für diese Weine mit seinem Stuhl und seinem Namen auf dem Etikett?
Und als ich so nachdachte, musste ich plötzlich an Dieter Meier und seinen Spruch denken. Na klar, es ist Werbung für sein Weingut mit dem Namen seiner Oma. Von Othegraven. Und wenn man für Werbung sogar noch Geld bekommt hat man alles richtig gemacht. In dem Segment in dem sich Günther Jauch`s Weingut bewegt, ist die Luft dünn. Und nun denke ich, dass dieser Werbegag mit Aldi und seinem Etikett auch dem letzten Unwissenden im Land (vermutlich sogar den Weimarer Bauhaus Uni Professoren) klar werden ließ, nein er ist nicht nur der Jokerman, sondern auch noch Winzer. Ich denke, in nächster Zeit wird sich sein eigenes Weingut wohl nicht über die Nachfrage nach hochwertigen Saarrieslingen beschweren können. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Werbekampagne und hoffe nur dass es seine VDP Kollegen, die nicht jeden Tag im Fernsehen zu sehen sind, genau so sehen.
Was definitiv nicht zutrifft ist die Tatsache, dass bei der Wahl der Waffen, in dem Fall Aldi, dass Ansehen deutscher Weine in der Welt, dass ohnehin nicht besonders hoch ist, irgendwie verbessert wird.
Und in der Tat, in den USA, im benachbarten England oder Italien ist Günther Jauch wohl eher so bekannt wie Werner Kruse. Letzteren kenne ich auch nicht. Und so wird es wohl dabei bleiben, dass Popularität nur dem schadet, der sie nicht hat.
Ach und noch etwas, ich kann den Jauch ganz gut leiden. Aber den Wein mit seinen Etiketten werde ich nicht probieren, ich weiß wie er schmeckt. Und Herr Martin Del Monego, Frau Bosch und wie sie alle heißen, ich weiß dass sie den Wein toll finden werden. Wenn das jetzt jemand nicht versteht und mit den Personen nichts anfangen kann, so macht das gar nichts.
Alle die neugierig sind, denen kann ich nur raten, holen sie sich ein je Flächen vom Jauchweingut und vom Etikettenwein. Probieren Sie zuerst den vermeintlich teuren Wein und dann den von Aldi.
Wem nach der Probe des Saarweins der Aldiwein noch schmeckt, der hat keine Ahnung oder umgekehrt…. Ha ha.
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.03.2018 um 12:38 Uhr | 0 Kommentare

Der Jahrgang 2017 Rieslinge vom feinsten!

In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, bei dem eine oder anderen Winzer, mal in den Keller zuschauen und zu probieren was auf uns da zukommt. Zu den Winzern die noch keine 2017er Weine gefüllt haben, gehören André Gussek und Matthias Hey. Fangen wir bei Letzterem an.
Es wird vermutlich drei trockene Rieslinge und zwei „Süße“, vermutlich eine Trockenbeerenauslese 2017 und Auslese 2017 geben. Die trockenen Rieslinge wieder als Muschelkalk vom Steinmeister und Buntsandstein aus dem Blütengrund. Beide Weine im Ortsweinsegment mit dem grauem Etikett. Dazu ein Riesling Lagenwein, der derzeit im Holz seiner Reifung entgegen geht. Hier ist nicht auszuschließen, dass der Wein als Breitengrad 51 „kandidieren“ wird. Einen Riesling mit grünem Etikett, also Gutswein wird es vermutlich nicht geben. Zu den Weinen selbst, Riesling Muschelkalk: Der Wein, ein typischer Steinmeister mit Würze und salzigem Extrakt, deutliche Grapefruit und grandiose Mineralität. Ein echter Charakterkopf. Ich denke langlebig, es lohnt sich ein paar Flaschen einzubunkern. Der Riesling Buntsandstein:  Wie immer geschmeidiger als sein Bruder, aber auch der mit verblüffender Mineralität. Geschmacklich viel Zitrus am Gaumen, etwas in Richtung Blutorange, im Abgang dann auch wie beim Muschelkalk eine angenehm frische, leicht bittere Grapefruitnote.
Der Riesling Steinmeister, ein verblüffender Charakter. Mineralität pur, salzige Fruchtaromen, die eher an Schiefer als an Muschelkalk erinnern. Das wird noch spannend. Der Wein, so würde ich ein Bild setzen, ist jetzt in seiner „vorpupertären“ Phase. Man sieht schon die Richtung, aber da wird noch eine Menge passieren. 
André Gussek ist nun auch nicht dafür bekannt besonders schnell zu sein. Das ist auch gut so.
Im Zeitalter von „wie kann ich meinem Schatten entkommen und wir telefonieren“ ist es beruhigend zu wissen, dass es auch anders geht. Die von mir probierten Rieslinge haben es in sich. Die Stilistik von Gussek ist immer anders als die von Matthias Hey. Und doch irgendwie ähnlich. Im Vergleich zu Matthias Hey sind Gusseks Rieslinge 2017 geschmacklich derzeit ohne Humor, Riesling pur. Alles was der „Volksgaumen“ an Riesling nicht schätzt, ist hier zu finden. Puristisch, kompromisslos Riesling. Ich wusste nicht, dass das hier an Saale-Unstrut geht. Der geplante Gutswein kommt aus Kaatschen vom Dachsberg vorderer Teil (nicht terrassiert). Druckvoll, gelbe Fruchtaromatik, die von Grapefruit abgerundet wird. Druck auf der Zunge und am Gaumen, aber doch weich. Der Riesling vom Göttersitz von noch relativ jungen Reben mit viel Extrakt und sehr stoffig.
Voller Mund, etwas Ananas leicht karamellisiert. Ich habe den Riesling nicht ganz so mineralisch empfunden wie die beiden Kaatschener Weine. Aber das ist relativ.
Der dritte im Bunde, Riesling vom Kaatschener Dachsberg, terrassierte Teil. Wieder komplett anders. Gleich zu Beginn baut der Wein viel Spannung auf, wirkt enorm intensiv und viel puristischer als die anderen beiden. Komplex mit viel Fruchtextrakt, etwas salzige Mineralität und sich langsam entwickelnder Frucht. In Blindverkostung (Mittelrhein oder Terrassenmosel), es wird spannend wie sich der Wein entwickelt. Der Riesling Steinmeister wurde mir "vorenthalten". 
In den nächsten Tagen beginnen nun die ersten Jungweinproben. Ich werde mich in diesem Jahr auf die Rieslinge und Weißburgunder sowie auf die 2016er Rotweine konzentrieren. Sie dürfen gespannt sein. 
Wann es die Rieslinge geben wird steht noch ein bisschen in den Sternen, Matthias Hey und Andre Gussek wollen es ausreizen und die Gunst der Stunde nutzen. Na denn, Vorfreude ist, so der Volksmund, die schönste Freude.
 
Rainer Albert HuppenbauerTags: Weingut Hey, Riesling 2017, Gussek Rieslingjahrgang
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 08.02.2018 um 17:17 Uhr | 0 Kommentare

Wechsel in Kloster Pforta

Der Bauer geht, der Önologe kommt…
Nun ist es wohl vollbracht, das Landesweingut Kloster Pforta hat einen neuen Chef und geht mit großen Schritten in eine hoffentlich bessere Zukunft. Das es ein bisschen gedauert hat mit der Zukunft, lag wohl auch an der ein oder anderen Männerfreundschaft im dichten Gewirr unseres „Regionalberlusconi“.  
Das S.B. (gemeint ist nicht Silvio Berlusconi) gescheitert ist mit seinen fein(d)sinnigen Plänen, war wohl, neben amtlich bekanntgemachten Urlaub, auch ein Grund für sein Fehlen bei der Übergabe an Probst. Und ehrlich, niemand hat ihn vermisst, so der Tenor einiger Teilnehmer.
Dem gehenden Geschäftsführer gereicht zur Ehre, sich am Ende aus der „Causa B“ gelöst zu haben und den Weg zurück in die Zukunft des Landesweingutes, zumindest nicht behindert zu haben. Ich persönlich glaube, dass mit Björn Probst die eigentliche Weiterführung des von Christian Kloss begonnenen Umbaus wieder einsetzt. Schade, dass soviel Zeit verschwendet und im Stillstand verbracht wurde. Warum das so war, werden wir wohl nie erfahren. Im Grunde interessiert es mich auch nicht. Wichtig ist, dass die Verbannung der Öffentlichkeit ein Ende hat. Man sagt wieder was man vor hat. Dass Misstrauen zum Landesweingut im Kreis der Winzer anzutreffen ist, ist nachvollziehbar. Kloster Pforta muss nun liefern.
Niemand hätte sich einen solchen Zirkus (vor Kloss und nach ihm) leisten können, ohne zu sterben. Kloster Pforta muss zunächst Vertrauen zurück gewinnen, das geht nur durch die Politik. Man hat in den letzten Jahren das große Glück, dass an entscheidenden Stellen des Weingutes fitte Leute arbeiteten. Das war, wenn man so will, dass Vermächtnis von Kloss. Das sind unter anderem der Kellemeister Christoph Lindner und die „Weinbergcheffin“ Franziska Zobel. 
Ich möchte nicht wissen, wie das Weingut dastehen würde, wären gerade diese Stellen von Pfeifen besetzt gewesen.
Wenn es Björn Probst gelingt, diese nicht unkomplizierte Gemengelage, mit seinen Vorstellungen von Wein machen zu entknoten, vor allem das Personal dahin zu führen, das zu verstehen, dann wird dieses Weingut in spätestens fünf Jahren uns allen, auch den heute noch Zweifelnden zur Ehre gereichen. Das es einen Neubau geben wird ist eigentlich zweitrangig.
Dies ist eine politische, finanzielle, organisatorische und technische Frage und damit nachgeordneter Natur für den Boss. Ob das die Politik und damit die Eigentümer auch so sehen, ist nicht überliefert. Vermutlich nicht.  Aber eines wissen die Jungs in Magdeburg auch: Stimmt es in den Köpfen nicht, hilft auch kein Neubau, wie schön auch immer. Mit einem Neubau wird andererseits alles deutlich einfacher, auch und gerade für die Ausrichtung der Köpfe. Ein Spagat, der zu lösen ist und an dem Björn Probst in fünf Jahren gemessen wird. Mache es gut Herr Probst!

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Berlusconi, Björn Probst, Kloster Pforta
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 30.01.2018 um 21:03 Uhr | 0 Kommentare

Rieslingtasting am 28.01.2018 im Theater Naumburg

Da es ein Schauspiel war, war der Veranstaltungsort auch gerechtfertigt und vor allem angemessen. Vielen Dank noch einmal an das Team vom Theater Naumburg. Das Tasting wurde in dieser Form ja bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Im letzten Jahr standen Spätburgunder und Zweigelt auf dem Tisch. In diesem Jahr nun der Riesling. Saale-Unstrut-Riesling im Vergleich mit dem Besten, was es in Deutschland an Riesling zu trinken gibt.
Das Ergebnis ist sehr deutlich ausgefallen. Die vorgenommenen Bewertungen der Gäste sind eindeutig.
Zunächst die regionale Wertung:
Beteiligt haben sich von 54 Gästen 11 mit aktiven Bewertungen.
 
1. Mosel, 2. Nahe, Franken 3. Pfalz, Rheingau, 4. Mittelrhein, Baden, 5. Saale-Unstrut, Württemberg
 
Bester Wein bei den vorgenommenen Bewertungen wurde ein Gutswein, dann erst Große Gewächse:
Sieger:      Riesling Schieferterrassen von Heymann–Löwenstein, (Mosel)
Zweiter:    GG Dellchen von Dönnhoff, (Nahe)
Dritter:      GG Rosengarten von Spreitzer (Rheingau)

 
Unter den besten fünfzehn Weinen auch zwei Rieslinge von Saale-Unstrut aus der Lage Steinmeister von Matthias Hey (2015) Platz 13 und Andre Gussek 2015 Platz 9.

Bedenkt man die Konkurrenz, so ist dies schon bemerkenswert.
Insgesamt waren 41 Weine auf dem Tisch, davon vierzehn von Saale-Unstrut, sechs von der Mosel, drei von der  Nahe, einer vom Mittelrhein, fünf aus dem Rheingau, vier aus Rheinhessen, einer aus  Baden, einer aus Württemberg, zwei aus Franken, vier aus der Pfalz. Insgesamt fünfundzwanzig Große Gewächse von VDP Winzern.
 
Insgesamt hat aber der Spaßfaktor überwogen, viele Gäste hatten einfach einen wunderschönen und so schnell nicht wieder kommenden Weintag, der in der Konzentration und Vielfalt natürlich nicht leicht zu bewältigen war. Eine kleine Führung durchs Theater durch den Intendanten Stefan Neugebauer inklusive. Alles in allem, nur zufrieden Gäste, die die Einmaligkeit dieser Veranstaltung zu schätzen wussten
Für alle die nicht kommen konnten oder wollten, oder auch den teilnehmenden Gästen bieten wir ab nächster Woche einige Weine in speziellen Paketen in unserem Shop an.

Rainer Albert Huppenbauer
 
 Tags: Rieslingtasting