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Autor: Stevie Huppenbauer | 18.08.2015 um 10:20 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein traurige Nachrichten vom Landesweingut

Eine sehr traurige Nachricht erreichte mich heute morgen vom Landesweingut Kloster Pforta. Diese betrifft den Gosecker Dechantenberg.  
Hier Auszüge aus der  Pressemitteilung des Landesweingutes Kloster Pforta:
"In und um Goseck wütete am vergangenen Freitag ein Unwetter mit Hagel und Starkregen mit bis zu 50 Litern auf dem Quadratmeter. Auch unser Prestigeobjekt, der Gosecker Dechantenberg, ältester Terrassenweinberg der Region, wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier verzeichneten wir einen Hagelschaden von 90-100 Prozent. Das heißt fast jede Beere wurde durch die Hagelkörner verletzt. Die Trauben, je nach Reifegrad, sind nun besonders anfällig für Essigfäule und Wespenfraß. Dies betrifft in erster Linie den Grünen Silvaner und den Weißen Burgunder, die in der Reife schon weiter sind. Beim Riesling sieht es noch nicht ganz so verheerend aus, hier sind die Trauben noch härter. Aus allen drei Rebsorten produzieren wir unsere beliebten und qualitativ hochwertigen Lagenweine vom Buntsandstein. Auch eine Sandsteinmauer im oberen Bereich des Weinberges hielt den Regenmassen und dem lastenden Druck nicht stand uns stürzte ein. In allen anderen Lagen verzeichneten wir zum Glück keine Schäden. Auch der nur einen Steinwurf entfernte Eulauer Heideberg blieb vom Unwetter weitestgehend verschont. Neben dem Weinbau verzeichneten auch die Apfelbauern in Goseck erhebliche Einbußen."

Ich habe darauf hin einige andere Winzer befragt, bei denen waren zum Glück keine Schäden zu verzeichnen. Der gegenwärtige Niederschlag wird positiv bewertet, da die Trockenheit der letzten Wochen schon ein Problem war. Auch die Menge die bis Mittwoch zu erwarten ist, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Problem. "Die Trauben haben noch nicht soviel Zucker angehäuft , dass sie durch das viele Wasser platzen könnten wie im Vorjahr." So Matthias Hey.  Drücken wir die Daumen, dass es der letzte große Niederschlag in dieser Vegetationsphase war. Immer mal ein bisschen und dazwischen Sonne ist nicht schlecht. Mit nur Sonne wird es auch gut. Also weiter warten und die Wettergötter im Morgengebet nicht vergessen. Es geht schließlich nicht um irgendetwas, es geht um Wein! 
Tags: Landesweingut Kloster Pforta, Gosecker Dechantenberg, Unwetter
Autor: Stevie Huppenbauer | 19.07.2015 um 15:13 Uhr | 0 Kommentare

Gosecker Dechantenberg unser Erbe und Verpflichtung

Der Gosecker Dechantenberg ist einer der ältesten, markantesten und zu gleich am wenigsten wahrgenommenen Weinberge an der Saale. Der Berg gehört dem Land Sachsen-Anhalt und wird vom Landesweingut Kloster Pforta allein bewirtschaftet. Im Vergleich zu seinem Pendant in Thüringen, dem Kaatschener Dachsberg fristet er einen vergleisweise bescheidenen Alttag.
Trotz erwiesener Qualität der von dort stammenden Weine, einer belegten, fast 1000-jährigen Geschichte, einer markanten Architektur und  dem Willen der Mitarbeiter des Landesweingutes diesen Berg zu heiligen, fehlt es vermutlich seit Jahren an Geld, den Gosecker Dechantenberg komplett instand zu setzen.  Vom weiten kaum sichtbar, bröckelt die "Trutzburg des Weines" langsam vor sich hin. Etwas Abseits der Touristenwege liegt er ohnehin, aber das ist beim Kaatschener Dachsberg genau so. Und der ist das blühende Leben. Alles intakt und auch aus der Nähe eine Augenweide. Aber der ist nunmal in Thüringen und die Thüringer haben offensichtlich mehr Geld für solche "Spielereien". Das Land Sachsen Anhalt, das ist bekannt, will das Landesweingut verkaufen, warum also, so wird sich Herr Bullerjahn (Finanzminister, SPD) fragen, soll da noch investiert werden? 
Aus seiner Sicht völlig klar, kein Geld alsbald für derlei Mätzchen. Wenn es denn aber so ist, warum ist es nicht möglich, die Debatte um das Landesweingut endlich mal zu lösen. Für den Berg und die fleißigen Mitarbeiter wäre es ein Segen. Die Lösung, die möglich wäre, dass der Gleinaner Traubenerzeuger das Landesweingut übernimmt, scheitert eventuell an der Mitgift. Drei der besten Lagen der Region gehören unter anderem dazu. Die sind aber zum größten Teil nur mit Handarbeit zu bewirtschaften. Tja, da beißt sich die Katze wohl in den Schwanz, da die Gleinaer gerade genau das umbauen - weg von Handarbeit. Wohin also mit den 3 Hektar bester Lage aus Goseck? Einen jungen Winzer finden, der sich das antut? Die von mir geschätzte Million oder sogar mehr, das rechnet sich nie! Und da liegt der Hase im Pfeffer. Das Land Sachsen Anhalt, der Eigentümer des Weinberges, ist in der Pflicht und somit der Steuerzahler. Da aber sparen allerort´s in Sachsen-Anhalt, ausser beim Bau von Fußballstadien, Schwimhallen für eine Person, protzige Landesvertretung  und Finanzämtern, angesagt ist, muss der Berg eben warten. Und wenn sich immer noch jemand wundert, warum die Region kein Welterbestatus bekommen hat, dann fahren sie nach Eula bei Naumburg und klettern Sie auf diesen Berg. Hier finden Sie die Antwort, man sieht dem Berg eine halbherzige Politik förmlich an. Auf der Straße sagt mir ein Anwohner: "Kenen Plan hamm die". Er hat wohl Recht.    
Die Trauben hängen  in diesem Jahr gut, wie man sehen kann, sieht alles sehr gesund aus. Na eventuell haben wir ja Glück mit der restlichen Vegitationsphase und die Qualität wird nicht geschmälert. Es wäre verdient.   




Schloß Goseck 



Stufen, die Geschichten erzählen

gesunde Trauben aus dem Gosecker Dechantenberg
Tags: Gosecker Dechantenberg, Jens Bullerjahn, Landesweingut Kloster Pforta
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