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Das romanische Weinsystem soll kommen ...


Hört was kommt von draußen rein…
Die Österreicher haben es, die Italiener haben es auf italienisch, die Franzosen haben es erfunden (behaupten sie jedenfalls), die Spanier haben es auf spanisch, ja selbst die Amerikaner (in Süd und Nord) haben, genau wie die Neuseeländer und Australier, ein bisschen davon. Wer es gar nicht hat, sind die Deutschen. Sie ahnen es, es könnte sich um eine funktionsfähige Regierung handeln, aber wo gibt es die schon. Und wenn Sie meine Aufzählung aufmerksam gelesen haben, dann fehlen da einige Länder. England zum Beispiel, die haben es nun überhaupt nicht, weil sie natürlich gar keinen Wein haben. Jedenfalls keinen richtigen.
Also um es kurz zu machen, es geht um Wein und sein Bezeichnungsrecht.
In den letzten Wochen klingt es immer mal wieder an, dass man sich in Deutschland vom bestehenden Bezeichnungsrecht verabschieden will. Der Grund dafür: Deutscher Wein ist im Ausland  genau so gefragt wie Wein aus Grönland.
Die Gründe liegen unter anderem an bezeichnungsrechtlichen Grundlagen, Lagenwirrwarr durch Großlagenbezeichnungen und dem Oechslewahn. Hinzu kommen, vom Großteil der Winzerschaft hartnäckig und unsinnig betriebenes, kontraproduktives Marketing mit Spätlese und Kabinett trocken.
Was bei den meisten überhaupt keine Rolle spielt, ist die Herkunft des Weines. Na klar gibt es Herkunftsbezeichnungen nach den entsprechenden Anbaugebieten und Lagenbezeichnungen, aber das ist so aufgeweicht und trügerisch, dass niemand mehr die Übersicht hat. Und ein Moselwein ist eben nicht überall gleich. Der „Terroir - Professor“ Reinhard Löwenstein vom Weingut Heymann Löwenstein macht es vor und gliedert den Uhlen (Weinberg in der Terrassenmosel bei Winningen) in drei Lagen, nämlich  Roth Lay, Blaufüßer Lay – Uhlen B und Uhlen, auf. Jeder Wein, obwohl von einem Berg, ist, ob seines Bodens, komplett anders.
An Saale - Unstrut fängt man gerade an darüber zu reden. Das romanische Weinsystem ist in aller Winzermunde, dem einen treibt es Schweißperlen auf die Stirn, dem anderen ein Lächeln ins Gesicht. Unterm Strich muss aber jeder etwas ändern.
Was bedeutet nun romanisches System? Ich habe dazu eine sehr interessante Entdeckung bei unserer südlichen Nachbarn gefunden. Auf www.oesterreichwein.at kann man folgendes lesen:

"1.  Weine, die nach ihrer Herkunft benannt und definiert werden, sind nicht austauschbar. In Österreich mussten wir bereits eine schmerzliche Erfahrung machen, als große Mengen Grüner Veltliner, Welschriesling , Zweigelt oder Blaufränkisch aus Ungarn importiert wurden und vom österreichischen Konsument – der sich primär an der Sorte orientiert – im Glauben konsumiert wurde, österreichischen Wein zu trinken. Außerdem ist die Angabe von Rebsorte(n) und Jahrgang auch beim Wein ohne Herkunfterlaubt. Umso wichtiger ist die Betonung der spezifischen Herkunftim Marketing.

2. Das romanische Weinrecht kennt weiters den Grundsatz der Selbstbestimmung: Nachdem z.B. ein Chianti jedes Jahr wie ein Chianti schmecken muss, ist eine genaue Definition des Weines (Sorte, Weinbereitung, Ausbaustil, etc.) erforderlich. Alle diese Festlegungen werden von den im Chiantigebiet ansässigen Berufsgruppen (Traubenproduzenten, Weinproduzenten, Händler, etc.) getroffen – man spricht daher von der Selbstbestimmung bzw. vom System der Interprofession (Zusammenarbeit zwischen den Berufen in den interprofessionellen Komitees). Der große Vorteil der Selbstbestimmung ist die Tatsache, dass sich die verantwortlichen Berufsgruppen intensiv mit dem Wein und dem Gebiet auseinandersetzen müssen und so unverwechselbare und nicht austauschbare Weintypen schaffen. Durch die bereits erwähnten Importe ungarischer Weine Ende der 90er Jahre begann man auch in Österreich, sich mit dem romanischen Weinrechtssystem auseinander zu setzen. Durch eine Änderung im Weingesetz wurde die Möglichkeit geschaffen, dass sich in den einzelnen österreichischen Weinbaugebieten solche interprofessionellen Komitees bilden können und Vorschläge für gebietstypische Weine ausarbeiten. Nur dieser gebietstypische Wein darf dann den Namen des Gebietes tragen. Um dem Konsumenten zu zeigen, dass es sich bei diesem Wein um einen solchen gebietstypischen Wein handelt, trägt dieser anstelle der Bezeichnung „Qualitätswein“ die Bezeichnung „DAC“ bzw. „Districtus Austriae Controllatus“. Entscheidend ist jedoch nicht das Kürzel DAC, sondern der geografische Begriff, der davor steht.

Ein DAC-Wein ist also grundsätzlich kein neuer Wein. Auf Basis des bisherigen österreichischen Qualitätswein-Systems sind DAC-Weine nun solche Weine, die vor allem geschmacklich unverkennbar typisch für ein heimisches Weinbaugebiet sind. Damit folgt Österreich nunmehr den Appellationssystemen von renommierten Weinbaugebieten in Italien (Chianti, Soave), Frankreich (Bordeaux, Burgund, Chablis) oder Spanien (Rioja). Dort lauten die Bezeichnungen DOCG/DOC, AOC/AC oder DOCa/DO. Der große Vorteil des österreichischen Systems ist, dass alle Weine, die nicht den DAC-Bestimmungen des Gebietes entsprechen, weiterhin Qualitätsweine bleiben, jedoch am Etikett die Herkunft der übergeordneten Weinbaugebietes tragen (Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien). Damit bleibt die Vielfalt der österreichischen Weinlandschaft auch auf Qualitätsweinebene gesichert." 


Man kann es nun drehen und wenden wie man will, unser Weinnachbar macht es vor und das Resultat kann sich sehen lassen. Noch nie waren österreichische Weine so gut und so erfolgreich wie heute. Ein Ende des Erfolges ist nicht in Sicht.
Bei uns tut man sich derweilen schwer, wie immer. Die Gründe liegen in den verkrusteten Strukturen der Macht und der Größe der Aufgabe. Schlicht gesagt, es braucht neue, offene Köpfe, dass Wahlen da nicht helfen, erleben wir gerade im ganz großen Stil. Um es noch deutlicher zu sagen, da die Dickschädel nicht von alleine gehen, braucht es eine Palastrevolution im Weinbau. Neue Strukturen in den Weinbauverbänden wäre mal ein Anfang. Ein Denkmal für die Weinbaupräsidenten und ab in die Rente. Effektiv arbeitende kleine Büros, die der Politik zuarbeiten, die Veränderungen einfordern und helfen diese einzuleiten. Volksfeste zu organisieren, können die Bürgermeister und deren Stadtmarketing machen.
Weinmarketing braucht Innovation und keine alten Köpfe mit noch älteren Hüten oben drauf. 

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