Man kennt es aller Orten, Theaterdinner mit Egon, Benny und Kjeld oder auch mal Herricht und Preil. Falls Sie am Rhein, in Hamburg, München oder dem Ruhrpott wohnen, sagen Ihnen die Namen vermutlich nichts. Aber fragen Sie mal jemand von der Elbe, der Saale oder an der Ost - Ostseeküste, die wissen damit Bescheid. Außer vielleicht Frau Göhring – Eckard, die kann sich bestimmt nicht erinnern wer damit gemeint ist. Ist aber auch egal und nur so daher gesagt, weil ich kein besseres Beispiel hatte. Tief verwurzelt im Bewusstsein einer ganzen Generation von heute 60 bis 80-Jährigen sind diese Namen aber dennoch in einem Landstrich, den man kurzerhand mal als Ostzone oder neudeutsch als „Ossi Land“ bezeichnete / bezeichnet. Auf alle Fälle haben diese fünf Namen, so mit Beginn der Neuzeit in Ossi Land dafür gesorgt, dass einfallslose Gastronomen versuchten, wegen der schwächelnden Qualität auf den Tellern mit derlei Humor, die oben genannte Generation in die Restaurants zu locken. Das Essen wurde zwar nicht besser, aber das war den meisten egal. Mein Lieblingsbeispiel für derlei Genuss fand in Freyburg an der Unstrut statt. Drei der angesehensten Winzer der Region, gaben die Olsenbande. Das Drehbuch schrieb ein Sizilianer, die Gäste kamen reichlich. Ich war eingeladen, ging aber aus Scham nicht hin.
Und wenn Sie jetzt denken, dass wir mit dem
Theatermenü ähnliches vorhaben, dann unterliegen Sie einem gewaltigen Irrtum. Zuerst einmal der Name, es ist ein Dinner heißt aber Menü, da ich nicht möchte, dass da irgendwer erscheint, dem völlig egal ist, was es zu Essen gibt.
Der Intendant des Theaters Herr Neugebauer würde derlei Ansätze auch nicht dulden. Erstens isst er gern und zweitens kennt er die Olsenbande nicht. Also haben wir uns überlegt, dass die Menschen, die sich aus dem "Schutz" der Naumburger Stadtmauer in das Bahnhofsviertel begeben, etwas sehr Gutes verdient haben. So entstand die Idee, ein Menü zu kreieren, das dem geneigten Theatergänger zur Ehre und zum Genuss gereicht. Es findet vor fast jeder Vorstellung in der Zeit von 17.00 Uhr bis zum Beginn des jeweiligen Stückes statt. Die Qualität des Menüs richtet sich ausschließlich am Anspruch des Theaters und aller entscheidenden Personen aus. Mithin, große Kunst auf der Bühne erfordert gleiches auf dem Teller. Es muss passen. Und da die Stadt und die Leitung des Theaters für uns ausgezeichnete Bedingungen geschaffen haben, geben meine Frau und ich es zurück. Nicht nur in der Qualität, sondern auch im Preis. Sie werden es lieben. Und nun frage ich Sie noch, wie viele Theater Sie kennen, in denen vor und nach dem kulturellen Erlebnis, eine ebenfalls auf hohem Niveau gastronomische Begleitung geboten wird?
Ein Aspekt möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Es ist der Zeitpunkt, in dem das geschieht. Ich muss es so deutlich sagen, man schlägt die Zeitung auf oder hört die Nachrichten und möchte kotzen. Und genau in dieser Zeit, wo alles, was um uns herum passiert, nicht dazu angetan scheint, die Welt schön zu finden, eröffnet in einer Stadt mit ca. 35 tausend Einwohnern ein neues Theater. Machen Sie sich dies bewusst und ich glaube fest daran, dass so ein kleines Pflänzchen ein großes Zeichen von Hoffnung in sich trägt. Der Ausganspunkt für diese Pflänzchen ist in zwei Dingen zu finden. Erstens in der Liebe eines Menschen, dessen Namen wir nicht kennen, zu seiner Stadt. Und zweitens, die Entscheidung der Stadt und des Landes, diese Spende anzunehmen und den neuen Weg zu gehen.
Wir, meine Frau und ich, sind sehr glücklich, an diesem neuen Kapitel des Theaters mit unseren Möglichkeiten teil zu haben. Neben der kulinarischen Begleitung des Theaterspielplanes bringen wir uns mit dem ein, was wir am besten können: Menschen für Weine, Kulinarik, großartige Winzerpersönlichkeiten und natürlich Theater zu begeistern. All dies wird in verschiedenen Formaten zelebriert, die wir mit dem Theater gemeinsam entwickeln. Wir freuen uns auf Sie. Und sollten Sie in Jena, Weimar, Halle, Leipzig oder eben am Rhein wohnen, es lohnt sich der Weg in diese wunderbare Stadt, die ab 25.04.2025, wie man vom Intendanten des Theaters Stefan Neugebauer im MDR hören konnte, um ein Wunder reicher wird. Dieses Wunder ist ein Zeichen für Frieden, Liebe und Optimismus.
lona und Rainer Albert Huppenbauer