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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 27.03.2016 um 20:44 Uhr | 0 Kommentare

Daniel Dittmar Kochschule 1.Akt -25.03.2016

Über Herrn Dittmar`s  (Koch) Qualitäten etwas zu schreiben könnte im Prinzip ziemlich einfach sein. Man druckt eine Liste von den Personen ab, von denen er europaweit als Privatkoch engagiert wird. Das Problem ist nur, die stehen nicht gern in der Zeitung. Definitiv können Sie damit Boris Becker, Verona …Dingsbums (Namen vergessen), Oliver Pocher und so weiter ausschließen.  Denn die würden es erlauben. Da auch mir nicht getraut wird – zu Recht wie ich finde, kenne auch ich keinen, für den er heimlich schafft.   Und im Grunde ist es auch „wurscht“. Was ich weiß, auf Messen kommt schon mal der eine oder andere Fernsehkoch vorbei, der sich über den Andrang bei DD wundert. Am 25.03.2016 hat er nun in seinem eigenen Kochstudio, das tagsüber als Bistro fungiert, die ersten „Kochschüler“ verzaubert. Seine Show ist im Prinzip keine, er ist  selbst die Show. Die teilnehmenden Gäste fertigen gemeinsam ein Menü, dass vom Anspruch her eher in der Klasse von Gastronomie angesiedelt ist, die man nicht so oft besucht – also unsereiner. Damit es den Gästen auch so richtig Spaß macht, hat Herr Dittmar mich gefragt, ob ich die Weine dazu empfehlen will. Ich wollte. Zu Beginn gab es ein Gläschen feinsten Cremant. Wein des Abends war der Weisse Hey vom gleichnamigen Winzer. Das Menü begleiteten dann Kirchner/Pfalz, Heymann-Löwenstein von der Mosel, nochmal Hey mit einem 2011 Zweigelt und schließlich Gusseks grandioser Traminer. 
 
Wein des Abends:
Weisser Hey, Weingut Matthias Hey, Qualitätswein 2015.
 
Hier das Menü und die Weine
 
Im Parmesankörbchen angerichtet...Rote Bete, Rauke, sautierte Rinderfiletstreifen
& Espuma von der Süßkartoffel
  
Weißburgunder Stadtmauer Weingut Kircher, Pfalz
Qualitätswein trocken, 2014

 
2.
Tom yum soup mit Zitronengras, Lemonblätter, Riesengarnelen
& Kurkuma

Riesling Schieferterrassen Weingut Heymann-Löwenstein, Mosel
Qualitätswein trocken, 2014

3.
Sous Vide gegartes Rinderfilet auf reduzierter Rotwein-Balsamico Jus – Kartoffel Papaya Praline &
gezuckertes tourniertes Gemüse

Blauer Zweigelt Weingut Hey, Saale-Unstrut
Qualitätswein, trocken 2011

 
4.
Geschäumte Mascarpone-Erdbeer-Creme mit Biskuit & Karamell

Roter Traminer Winzerhof Gussek, Saale-Unstrut
Qualitätswein, 2015  

 
Und wer nun denkt, dass er für diese Demonstration Lotto spielen muss, hat sich geirrt. 99,00 Euro pro Person, ja das Wasser war auch mit drin, das Ambiente sowieso. Also Leute, stürmt diesen Laden, ich hatte schon lange nicht mehr einen so guten Abend. Und wenn Sie mich treffen wollen ….

Rainer Albert Huppenbauer

Impressionen vom 25.03.2016: Das beste vom Rind...


Die Tafel


Die Küche

Der "Meister him self"

In Action

Nur vom Feinsten

Geht doch!

Blauer Zweigelt 2011 - extrem lecker

Stil und Schluss!


 
 
Tags: Kochschule Daniel Dittmar, Weisser Hey
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.03.2016 um 20:46 Uhr | 0 Kommentare

Winzerweine im Angebot

Man sollte sich ja nicht über Mitbewerber direkt äußern, aber manchmal überkommt es einen doch. Neulich habe ich sogar bei Herrn Kössler, für mich einer der solidesten Weinhändler Deutschlands, wenn auch mit prominenter Unterstützung der "Zahnstocher" Marktführer, so etwas wie: Na so geht das aber nicht gelesen. Es ging um Reinhard Löwenstein und sein Auftritt als Winzer bei Vicampo. Im Grunde ist es ja wirklich jedem seine Sache, wenn aber ein Weinhändler damit wirbt, das er Winzerweine verkauft, dann sollte man mal was sagen. Vermutlich hebt die Bezeichnung Winzerweine darauf ab, dass es ja auch industriell hergestellte Weine gibt (freundlich interprätiert). Dennoch ist es demagogischer Scheiß und zwar derselbe, wie ihn bestimmte Parteien im Wahlkampf benutzen: Deutsche zuerst! Der Ductus ist der gleiche. Nur Winzer machen Wein, zumindest geht man davon aus. Der Begriff Winzerwein ist Klamauk. Bezweckt wird den Unwissenden vorzugaugeln, wir haben das, die anderen nicht. Es ist ein verdammter Blödsinn, der, wenn die Winzer die da mitmachen,  erkennen worauf es hinausläuft, sich wieder dem ehrlichen Geschäft zuwenden, wie eine Seifenblase zerplatzt. Ich bin bereit darauf zu wetten.
Jemand hat mal zu mir gesagt: "Wissen Sie was das einfachste auf der Welt ist? Vor dem Kölner Dom 100 Euro hochzuhalten die mir nicht gehören und zu rufen, wer verkauft mir was?" 
 
Rainer Albert Huppenbauer   

Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 31.01.2016 um 10:18 Uhr | 0 Kommentare

Andre Gussek beim Rebschnitt im Kaatschener Dachsberg

Es ist Samstag der 30.01.2016, ein heftiger Wind bringt Luft vom Atlantik an die Saale. Bei derlei Winden herrschen für Fotografien ausgezeichnete Lichtverhältnisse, das führte mich an die Saale, ins thüringsche Kaatschen. Ich wollte zum Kaatschener Dachsberg, um ein paar Fotos zu machen. Dabei traf ich Andre Gussek, der gerade im terrassierten Teil der Lage, die Rieslingreben in Form brachte. Der heftige Wind und sein bester Freund im brauner Fell, verhinderten zunächst die Kommunikation. Der Hund wurde in die Hütte verbracht und ich konnte den Berg erklimmen. Und in der Tat, es war so wie ich es mir vorgestellt hatte, Luft wie am Antlantik, klar und scharf. Der Kaatschener Dachsberg befindet sich in Thüringen, an der Grenze zum "Land der Frühaufsteher", wie Sachsen-Anhalt fataler Weise genannt wird. Der Berg ist in einem kleinen Teil terrassiert und ein wirkliches Schmuckstück. Andre Gussek bewirtschaftet diesen Teil des Dachsberges allein. Er liegt ca. 1km außerhalb von Kaatschen in östlicher Richtung. Mit dem Zug kann man bis Großheringen fahren, bei Mitnahme eines Fahrrad`s ist es ganz praktisch, um nach Kaatschen zu gelangen. Es geht aber auch zu Fuß. In einschlägigen Wanderkarten ist der Weg beschrieben. Ich war allerdings mit dem PKW unterwegs, da ich auch noch andere Weinberge besucht habe, war das einfach praktischer. Ein kleines Gespräch mit Andre Gussek war auch drin, er hat mir sein Geheimnis verraten, wie er es bei dem starken Wind in luftiger Höhe aushält (siehe Foto). 


 
Alles in allem merkt man Andre Gussek an, dass er diesen Berg besonders in seine Winzerseele eingeschlossen hat. Manchmal denke ich, bestimmt gibt er jeder Rebe die dort steht einen Namen. Natürlich macht er das nicht, aber irgendwie hat man den Eindruck, dass er die Reben dieses Weinberges ein bischen mehr "verhätschelt". Und in der Tat ist es so, dass die dort entstehende Qualität es auch verdient.  


Andre Gussek, standfest

atlantische Luft in Kaatschen


Andre Gussek hoch über der Saale

 
   
Tags: Winzerhof Gussek
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 28.01.2016 um 19:47 Uhr | 0 Kommentare

Naturwein: Keine Antworten nur Fragen.

Da ich in den letzten Tagen jede Menge anonyme Meinungsäußerungen erhalten habe, möchte ich  ein wenig nachlegen.
Diesen Newsletter habe ich am 28.01.2016 erhalten:

"Ende November fand in Berlin die Weinmesse RAW statt. RAW heißt übersetzt ja »rau« oder »unbearbeitet« und genau solche Weine wurden dort präsentiert. Es gibt heute viele Begriffe, für diese Art Wein zu machen. Manche sprechen von Naturwein, purem Wein, lebendigem Wein, raw wine oder vin naturel. Fest steht, es geht um Weine mit minimaler Intervention, die so natürlich wie möglich im Weinberg und im Keller entstehen. Fest steht auch, dass diese Weine gerade sehr populär werden. Sie werden spontan mit wilden Hefen vergoren, normalerweise nicht filtriert, kaum oder gar nicht geschwefelt und auch sonst wird nichts hinzugefügt, was den ursprünglichen Geschmack verändern würde. Viele der Winzer experimentieren damit, weiße Trauben länger auf der Maische zu belassen um Weißweine zu erhalten, die ähnlich viele Gerbstoffe beinhalten wie Rotweine. Diese Weine werden auf Grund ihrer Farbe dann meist Orange-Weine genannt. Andere bauen ihre Weine in Amphoren aus, was die älteste Form des Weinmachens ist. Es gibt also eine große Bandbreite unterschiedlichster Ausbauarten, doch es gibt auch eine Gemeinsamkeit: Anders zu sein, natürlich zu sein und etwas mehr Ecken und Kanten zu bieten. 
Wir haben so manchen Wein bei der RAW neu entdeckt, andere hatten wir schon im Programm. Heute bieten wir Dir alle diese Weine wie den Little Buteo und Flora von Michael Gindl aus dem österreichischen Weinviertel, Les Escures und La Roque von Fabien Jouves aus dem Cahors und den Merlot von Roche Audran. Mit den Paketen kannst Du am besten selbst erfahren, was Naturweine eigentlich sind: Weine mit unverfälschtem Charakter."

Dieser Text spricht Bände und im Grunde gibt mir dieser Weinhändler recht. So ganz genau weiß auch er nicht, was denn das nun eigentlich ist. Naturwein, ja, der eine macht es so der andere macht es so. Ganz wichtig, spontane Vergärung mit wilden Hefen. Hat ja auch noch niemand gemacht. Mal erhrlich zwei Drittel der ernstzunehmenden deutschen Winzer machen das seit Jahren so. Nicht filtern, steht schon unter "normalerweise".  Aber auch das wird, ich behaupte mal, seit Jahrzehnten vorallem mit Spätburgundern, weltweit von vielen Winzern gemacht. Kaum oder gar nicht geschwefelt, na was denn nun?
Also um es kurz zu machen, jeder macht was er will und alle machen mit.
Händler die sich noch vor Jahren über spontan vergorene Rieslinge von Reinhard Löwenstein lustig gemacht haben, entdecken den neuen Menschen, äh Wein. Wie soll er sein? Anders sagt man, aber so der Händler weiter: "Fest steht auch, diese Weine sind gerade sehr populär." Und nun soll ich kaufen. Ja Freunde, das ist die Quintessenz. Die Berliner Macher der RAW lachen sich einen Ast. Fehltöne in den Weinen werden mit den Begriffen wie anders sein und Ecken und Kanten abgetan. Wer es nicht glaubt ist ein Depp. Dann setzt der Gruppenzwang ein, wer will schon als Depp dastehen und die Weinbranche schreit befreit auf. Ein bischen erinnert mich das an steinewerfende Jusos in den Sechzigern, die heute ihre Staatsrente in der Toskana durchbringen. An Beispielen mangelt es nicht. Also Freunde mein Fazit: Ich bin ein Depp. Im Übrigen, trinke ich auch keinen Federweisen egal wo her, Beaujolais Primeur, den es als Novello oder "Spring Harvest Wine" das ganze Jahr über gibt, kann mir gestohlen bleiben, ich verzichte auf alles was im Trend zu sein scheint aus nur einem einzigen Grund - es schmeckt und gefällt mir nicht. Da kann ich machen was ich will und etwas schönreden, nur weil ich zu den ganz Schlauen dazu gehören möchte , ist wider meiner Natur.           
Rainer Albert Huppenbauer

PS und wer seinen Namen sagt und eine e-mail Adresse angibt, dessen Kommentar wird auch veröffentlicht. Maskiert sein ist out, auch im Netz. Zumindest in meinem.


 
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 22.01.2016 um 19:44 Uhr | 0 Kommentare

Naturweine, ein Widerspruch in sich!

Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht äußern, aber wenn ich denn schon danach gefragt werde, was ich davon halte, dann will ich das weinigstens beantworten. Gar nichts, ist die Antwort. Das wiederum kann man allein so nicht stehen lassen und schon bin ich mitten drin. Naturwein an sich gibt es nicht. Von daher ist die Wortwahl definitiv irreführend. Wein ist und bleibt ein Produkt der Zivilisation, denn die Rebe hat nicht das Ziel zu Wein zu werden. Ihr Ziel ist die Fortpflanzung. Diesen Urtrieb macht sich der Mensch zu nutze. Die Reben werden kultiviert, Rebgärten anlegt und gepflegt. Es ist der gleiche Vorgang wie bei Weizen oder Mais.  Die Früchte der Rebe, ihre Trauben, werden auspresst, der gewonnene Most wird vergoren und als Wein in Flaschen gefüllt. Ja ich weiß, das klingt trivial, aber so ist es nunmal. Im Keller greift der Mensch ebenfalls ein, um aus dem Most Wein zu machen. Da ändert sich nichts dran, auch wenn das die Heerscharen der unsäglichen Spinner und Weintrend jagende Metropolenbewohner Berlins, so nicht wahrhaben wollen.
Nehmen wir den europäischen Weinbau, von den Naturreben ist nichts mehr übrig, da der gesamte Weinbau des old Europe auf reblausresistenten Stecklingen aus Amerika basiert. Und wer will bitte behaupten, dass das die Rebe allein gemacht hat. Unzählige neue Rebsorten sind durch das Eingreifen des Menschen entstanden. Auch diese Reben, so kann man beobachten, werden für den so genannten Naturwein verwendet.   
Eine Definition was Naturwein denn nun sein soll gibt es auch, aber die ist so schwammig, das es nicht lohnt, sie weiter unter die Lupe zu nehmen. Viele der dort geforderten Bestimmungen können sein, müssen aber nicht. Nur in der Hardcore Variante soll der Winzer auf Schwefeln verzichten und den Wein in Betoneiern oder Amphoren in der Erde vergraben. Was in den meisten Fällen herauskommt ist ungenießbare Brühe. Und da "Naturwein" noch nicht avantgardistisch genug ist, verwendet die Fanbrigade die Bezeichnung Orange Wines. Der kann aber auch weiß sein, völlig Wurst. Für mich ist diese ganze Bewegung nicht im Geringsten fortschrittlich sondern genau das Gegenteil. Der Weinyuppie feiert sich, hält sich für hip und  für die Avantgarde. Dabei ist er doch nur einer kleingeistigen Posse zum Opfer gefallen. Zugeben kann man das nicht. Denn die meisten dieser Weine sind oxydativ und schmecken wie alte Bohnensuppe. Fehltöne sind der Urknall. so muss Wein sein. Was ist das nur für ein Blödsinn? 

Warum Wein und nicht Auto? 
 

Tja das ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann in unserer Überfluß- und Überdrussgesellschaft der nächste Hype losgetreten wird und vermutlich die gleichen Personen dann den Teslaroadster als Naturauto feiern. Oder war das schon?   
Der Wein ist dran, weil er das Getränk der Zeit ist. Das Auto muss noch warten. Können Sie sich noch an die Molekularküche erinnenern?  Oder nehmen Sie mal die Musik ein Trend jagt den nächsten. Die Nachkommen von Madonna kann man schon gar nicht mehr zählen und an Sie erinnern? Wie hieß die noch mal? Man vergißt es, weil es Leute sind die einfach nichts zu sagen haben. Aber Mozart, Bach, Dylan und die Beatles sind immer da.
Bisher ist Wein ohne Spinner im großen Maße ausgekommen. Der Winzer machte Wein, der sollte schmecken und sauber sein. Das reicht den selbsternannten, dogmatischen und ins esoterische abgleitenden Erneuerern der Weinkultur nicht. Sie halten sich für  provokannt, lutschen ihr Thema Orange Wines den ganzen Tag aus, und sind doch angepasster als Sie und ich.  

Rainer Albert Huppenbauer
   
           
Tags: Naturwein, Orange Wines