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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 01.10.2015 um 12:41 Uhr | 0 Kommentare

Weinlese im Weingut Hey -Tag 2- 01.10.2015

Matthias Hey konnte seine Freude nicht vergerben, extrem gesundes Lesegut, Sonnenschein und Vorsorge getroffen. Das mit dem Lesegut ist ja klar, versteht wohl jeder, wir können uns auf tolle Weine freuen. Mit dem Sonnenschein, der dieser Tage uns allen gut tut, ist es schon dialektischer. Zum einen bereitet er unsere Seelen auf den Winter vor, zum anderen tut er den Trauben gut. Auf das Ergebnis, den Wein, können wir uns ab dem nächsten Frühjahr freuen. Auch der, je besser er ist, führt er zu seelischem Wohlbefinden. Insofern wirkt die Sonne in diesen Tagen gleich zweimal auf uns ein. Noch ungefähr 210 mal schlafen und wir haben es geschafft. Was den Gamma GT Wert der Leber betrifft, so sollte das jeder mit sich und seinem Hausartzt ausmachen. Aber auch für die Seele gilt, weniger ist mehr. Also Freunde, haltet Maß, wenn es auch schwer fallen wird. 
Nun zur Vorsorge, Matthias Hey hat seinen Keller erweitert und das war wohl eine kluge Entscheidung. Die zu erwartenden Quantitäten sind für das kleine Weingut, trotz Ausdünnen und Selektion in der Lese, eine neue Herausforderung.
Ohne die  zusätzlichen Kapazitäten, hätte es wohl ein Problem gegeben. Aber ein Winzer ist eben nicht nur Künstler, sondern im beträchtlichen Maße auch Unternehmer. Matthias Hey hat zwar mit großer Wahrscheinlichkeit das Kapital von Karl Marx noch nicht gelesen, intuitiv beachtet hat er es wohl. Marx hätte seine Freude an diesen Entscheidungen.
Die Lese, nun wie in jedem Jahr der Höhepunkt einer Zitterpartie nahmens Wetter, die endlich mal, nach harten Jahren die Anstrengungen des Jahres ausgiebiger belohnt. Dennoch, die Anstrengung die Trauben aus den Steillagen zuholen, sind nicht ohne Mühe zu bewältigen. Aber in Erwartung der Ergebnisse überwiegt die Freude und der Spaß an der Sache.
Heute wurde der Weißburgunder aus einer Junganlage des Naumburger Steinmeisters gelesen, diese Trauben werden dann später im "Weißen Hey" mit den Rieslingtrauben vermählt. Bereits in den Tanks blubbern ein sehr aromatischer Müller-Thurgau, der Portugieser für den Rose und der wunderbare Gutedel.

Bunte Bilder der Lese vom 01.10.2015


Matthias Hey und seine Mitstreiter ... 
 
es geht  auch im sitzen ...

schon ein wenig glatt im Hang ....

prüfender Blick des Vaters..... ist auf jeden Fall schärfer als das Foto!

mit der vollen Butte wieder nach unten

... und voller Konzentration mit artistischen Einlagen

und wieder den Steilhang hoch...

Impressionen

Naumburg im Nebel

Das war es, ich freu mich auf das nächste Frühjahr und hoffe, dass es Ihnen genau so geht. 
Rainer Albert Huppenbauer 01.10.2015 
   
Tags: Weingut Hey, Rose, Saale Unstrut, Steinmeister
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 26.09.2015 um 12:38 Uhr | 0 Kommentare

Weingut Böhme & Töchter: Weinlese Tag - 1 - Müller Thurgau

Die Weinlese an Saale-Unstrut ist im vollen Gange. Unaufgeregter als in den beiden Jahren zuvor bringen die Winzer derzeit die "frühen Sorten"  wie Bacchus und Müller Thurgau ein. Am Samstag dem 26.09.2015 habe ich mich auf den Weg gemacht und mir vor Ort angesehen, was da in diesem Jahr auf die Flaschen kommt. Im Weingut Böhme & Töchter aus Gleina war die ganze Familie nebst Freunden zur Handlese des "Müller", wie er liebevoll genannt wird, in den Gängen. Sowohl im Weinberg als auch auf dem Gut, war alles auf den Beinen was laufen konnte. Hund Robin hielt alles zusammen und wartete auf herunter fallende Würste.


Der Müller-Thurgau vom Gleinaer Weingut gehört als Gutswein zu den besten Weinen dieser Rebsorte in der Region. Ausgeglichener, frischer Charakter zeichenen den Wein in jedem Jahr aus.  Die diesjährige Lese mit 75° Oechsle deutet darauf hin, dass der Wein etwa 12 Vol% Alkohol haben wird. Man wird sehen, was Vater Frank Böhme und Tochter Marika daraus machen. Ich denke, dass das gesunde Lesegut eine gute Voraussetzung für den, über die Region hinaus, geschätzten Böhme Wein ist. Lese ist eine mühevolle Sache, die Frau und Mann einiges abverlangt. Aber mit einem lustigen Liedchen auf den Lippen, Schwiegerson Carlo hatte "auf der Reperbahn nacht um halb eins"  gewählt - wenn ich es richtig gehört habe, machte die Sache doch allen sichtlich Spaß.

 
Carlo Grabowski beim singen


Aber auch Marika und Toska (v.l.n.r.) die Töchter im Weingut, machten selbst bei körperlich schwerer Arbeit eine gute Figur.


Die wichtigste Aufgabe der Lese übernahm der fitte "Opa" Böhme, er fuhr den Traktor und ermittelte die Oechsle. Rechts im Bild erwartete Winzerin Marika das Ergebnis. 

Winzer Frank Böhme, der den Traubentransport aus den Weischützer Bergen übernahm, machte sich im Weingut an den Verarbeitungsprozeß der Trauben. Volle Konzentration ist gefragt, um nichts zu verschütten. Hier werden die Trauben in die Abbeeranlage gegeben und danach in die Presse gepumpt. Von dort geht es, der Schwerkraft folgend, in die Gärtanks. 
Alles in allem ein arbeitsreicher Lesetag im Weingut Böhme & Töchter der am Nachmittag im Freyburger Schweigenberg und dem Mühlberg beendet wurde. Anschließend gabs Kaffee und Kuchen, natürlich von Oma Böhme selbst gebacken. 

Hier noch ein paar Impressionen:








In den nächsten Tagen geht es weiter mit den Lesberichten.
Rainer Albert Huppenbauer 







       
Tags: Weingut Böhme & Töchter, Marika und Toska bei der Lese
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 20.09.2015 um 14:54 Uhr | 0 Kommentare

Schöne Aussicht, Roter Elefant und Kürbis

Wer da glaubt, dass es an Saale und Unstrut nur Wein gibt, der irrt gewaltig. Natürlich verbindet man mit dem Namen genau das, aber die Möglichkeiten etwas zu erleben sind vielfalltig. Am letzten Sonntag 13.09.2015 besuchte ich die Einweihung des "Roten Elefanten" am Geiseltalsee. Der hallenser Maler Moritz Götze weihte mit zahlreichen Gästen  seinen monumentalen Elefanten ein. Der Ort befindet sich am Geiseltalsee, einem ehemaligen Grubengelände, das während seines Betriebes auch so manches Fossil ans Tageslicht brachte. Das bekannteste, eben ein Elefant. Bereits als Kind beeindruckte mich das im Museum für Vorgeschichte in Halle/Saale ausgestellte Skelet des Riesen. In der Pfännerhall Braunsbedra, der so benannten Zentralwerkstatt, findet man seit kurzem, neben beeindruckenden Zeugnissen des Bergbaus, eine ständige Ausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte. In einem Cafe, im selben Gebäude kann man angenehm verweilen, und eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Der nun von Moritz Götze erschaffene Elefant aus Stahl, ist, da von Moritz Götze, natürlich nicht einfach so grau, graue Elefanten gibt es auch genug. Götzes Elefant ist rot, gewaltig und schön. Ich wünsche mir, das es dieser Elefant schafft, den ein oder anderen Besucher in ein wirklich interessanten Bereich deutscher Industrie und weltweit anerkanter archäologischer Funde zu locken. Und natürlich dem Cafe den ein oder andern Euro. Der Ort eignet sich im übrigen sehr gut für  Veranstaltungen.   
 


       

     

Ein gänzlich anderes aber auch regionales Vergnügen sind Weinbergwanderungen. Einer der schönsten Berge in und um Freyburg ist der Schweigenberg. Man kann direkt hinter der Rotkäppchen Sektkellerei den Berg erklimmen und hat, wenn das Wetter stimmt, einen genialen Ausblick auf Freyburg und Umland.


Blick auf Freyburg vom Schweigenberg
Auf dem Weg nach Hause noch ein kurzer Zwischestop für das Abendbrot, ein Kürbis soll es sein. Die beste und umfänglichste Auswahl findet man am Ortseingang von Freyburg, direkt an der Bundesstraße. Hier residiert Gunter Bischoff auf seiner Kürbisfarm. Wer hier keinen Kürbis findet, will gar keinen kaufen. Von handelsüblich bis Exot Piena di Napoli, den man vorzüglich auch roh als Salat, fein gerieben oder am Stück verspeisen kann. Natürlich Butternut, Spaghetti, Hokkaido und Muscade de Provence. Ein Muss für alle die Kürbis mögen. 

Ein Haufen Kürbisse


Der Herr der Kürbisse: Gunter Bischoff
Wieder zwei schöne Sonntage. Und heute abend die Kürbissuppe. Dazu ein Grauburgunder von Gussek oder Pawis oder beide. 

Rainer Albert Huppenbauer 
20.09.2015






 






      
Tags: Moritz Götze, Saale-Unstrut, Roter Elefant, Pfännerhall, Geiseltalsee, Freyburger Schweigenberg
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 08.09.2015 um 12:43 Uhr | 0 Kommentare

VdP Premiere der Großen Gewächse 2014

Die Premiere der Großen Gewächse der VdP Winzer ist in jedem Jahr eine Besonderheit. In konzentrierter Form ist es möglich, die besten Weine einiger deutscher Winzer zu verkosten. Die Winzer dann wie in jedem Jahr nach Anbaugebieten sortiert und auf den Ansturm gespannt. Weinkritiker, Sommeliers, Gastronomen und jede Menge ewig Suchende fragen  den Winzern, Kellemeistern, beauftragten Freunden und zeitlos lächelnden Mitarbeitern Löcher in den Bauch. Schwerpunkt: Lesezeitpunkt, welches Holz wird verwendet, wie das Wetter war, welche Böden und was der Winzer selbst von den Weinen hält. Letztere Frage wurde meist mit dem Satz beantwortet: Die Weine brauchen Zeit.  
Tja das war es dann eigentlich auch schon,  wäre da nicht  diese verdammte Kluft zwischen den wirklich großen Weinen und denen, die zwar so heißen, denen aber  eigentlich  das dazu Potential fehlt. Der 2014er Jahrgang zeigte dieses Verhältnis noch deutlicher als der 2010er Jahrgang auf. Und so trennte sich für meinen Geschmack die Spreu vom Weizen. 
Ich bin gespannt wie die anwesenden journalistischen Meinungsmacher (mit Decken behangen und wichtig dreinblickend) und wirklich großen Zungen, wie zum Beispiel  Markus Del Monego, diesen Jahrgang bewerten. Die mit den Decken werden vermutlich das tun was sie immer tun: Klientelpolitik für Ihre Freunde. Insofern interessiert mich deren Meinung weniger. Bei Del Monego würde ich gern mal zuhören, leider weiß ich nicht wo ich da was finde.
Auch egal. Jetzt zu dem was ich vorfand. In jedem Fall ein Rieslingjahr, aber eben nicht überall.Gerade dort wo es eigentlich nichts anderes gibt im Rheingau, bis auf Kloster Eberbach, Domdechant Werner`ersches Weingut und Josef Spreitzer gab es für mich wenig überzeugende Qualitäten. Die größten Entäuschungen sind für mich bei Robert Weil und Balthasar Ress. Einfach unfertige Weine die in ein Korsett gezwägt wurden das viel zu eng war. 
Mosel-Saar-Ruwer insgesamt besser als Rheingau mit großen Spitzen, natürlich auch mit Säure, die fast überall zu finden war, aber nicht langweilig, spritzig verspielt insgesamt besser als 2013. Kein Ausfall wenngleich mit qualitativen Unterschieden. Hoch oben Heymann-Löwenstein (Mosel). An der Saar etwas geteilt: Von Hövel na ja, muß man abwarten - viel Mystik, Günter Jauch`s Othegraven hatte ich 2013 stärker in Erinnerung. Van Volxem konstant gutes Niveau, allerdings ohne GG auf den Spuren von Reinhard Löwenstein vor 2011 angetreten.
Mittelrhein: Klare Dominanz von Toni Jost. Rheinhessen: Da hätten einige besser verzichten sollen. Grün, extrem ungefällig und wenige große GG in meinen Augen. Das es auch anders geht beweisen Battenfeld Spanier, Wagner-Stempel, Gutzler und Wittmann.
Die Pfalz etwas glücklicher mit einer breiteren Qualitätsspitze. Groß Ökonomierat Rebholz, der auch 2014 seiner Linie treubleibt, durchgegoren, knochen trocken, langlebig. Auf der anderen Seite Philipp Kuhn mit Kraft und Finesse und meinen Rotwein des Tages: Pinot Noir GG vom Steinbuckel. Die Rieslinge und der Pinot Blanc in gewohnter Stärke mit viel Zeit. Bei der Spätburgunder-Instanz Friedrich Becker mußte ich passen. Ich weiß nicht ob mir noch so viel Zeit auf der Erde bleibt, und mitnehmen kann man ja bekanntlich nichts. Ein Wein für die junge Generation. Bernhart,  Christmann, Kranz, Bassserman-Jordan hohes Niveau bei den Rieslingen, und Burgundern. Die Nahe sehr konstant und vorn weg Schäfer-Fröhlich und Emrich-Schönleber. Bei Schlossgut Diel bin ich eher unentschlossen, kommt aber auf keinen Fall an das Niveau von Fröhlich und Schönleber heran.  Bei Döhnhoff, Riesling Dellchen GG am besten. 
Baden & Württemberg: Burgunder stärker als die Rieslinge hat schon Tradition und war auch in diesem Jahr der Unterschied zum großen Rest. Schnaitmann mit respektablem Spätburgunder, der seine Freunde finden wird. Überzeugend auch Karl Aldinger mit Riesling und Spätburgunder. Bei den Badensern gut aufgestellt und Potential bei Salwey, Dr Heger und Stigler.
An der Ahr die unendliche Geschichte des Spätburgunders im Stil des französischen Nachbarn oder eben nicht. Stodden souverän frankophil der Antipol von  J.J. Adeneur, der Rest dazwischen mit weniger Profil. Franken habe ich nicht geschafft, 4 Stunden sind echt zu knapp.
Das Beste zum Schluß?: Nicht  nur weil ich hier lebe. Saale-Unstrut und Sachsen weiter auf gutem Weg. Pawis mit Riesling und Weißburgunder. Lützkendorf ebenfalls, dazu Traminer und Silvaner. Den Pawis Riesling würde ich in einer Blindprobe, auf Grund seiner Aromendichte, eher der Nahe zu ordnen, sehr viel Annanas. Der Weißburgunder etwas protzig, mit der einen oder anderen Kante, die sich, so hoffe ich, im laufe der Zeit abschleifen wird? 
Bei Uwe Lützkendorf überzeugte mich am meisten der Silvaner. Der Weißburgunder und Riesling noch zu unentschlossen, wobei ich glaube, dass deren Potential bereits an der Oberkannte ist. Auf den Traminer hätte ich als GG verzichtet. Zweifelsfrei, für den Jahrgang das beste was man machen konnte, aber ein GG?

Nun gut, das Fazit lautet: Einige extrem gute Weine, sehr viele bereits gut trinkbare Weine, aber dennoch einige GG, die eigentlich keine sind. Und nur weil die Oechslegrade stimmen und die Weine trocken sind, sind es noch lange keine Großen Gewächse. Meiner Meinung nach tut sich der VdP mit der Handhabung der Auswahl der Weine keinen Gefallen.
Da die Grabenkämpfe um das neue Outfit wohl beendet sind, sollte man mal über das Prozedere der Weinnominierung sprechen, der 2014er Jahrgang legt es nahe. 
Rainer Albert Huppenbauer

 

VdP Große Gewächse 2014 in Alt Moabit, Bolles Molkerei, Berlin  (Foto Sophie Stumpf)Tags: Heymann Löwenstein, Pawis, GG, Große Lage,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 26.08.2015 um 16:39 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein unplugged by KIM!

Unplugged kommt aus der modernen Unterhaltung. Vorzugsweise im Rock. MTV hat es  transportiert und bekannt gemacht. Unter dem Strich ist es handgemachte akustische Musik ohne Plug (Stecker). Man verzichtet zu gunsten der Musik auf den Einsatz der Verstärker. 
Der erste "unplugged" Wein  an Saale-Unstrut, ist ein Riesling vom Winzerhof Gussek aus Naumburg. Getreu seinem Namen "UNPLUGGED", wurde auf alles verzichtet, was den Riesling verfälschen könnte. Kim ließ den Wein machen.  Spontane Vergärung und keine sonst übliche Schönung mit Gelantine oder anderen Mitteln. Das Resultat ist ein authentischer, spielerischer und frischer Saale-Unstrut-Riesling. Er ist leicht zu trinken und hat einen sehr ausgeglichenen Charakter.

  
Kim Le Thanh, Wein und Nehle 

Das Etikett weist neben dem Wörtchen unplugged auch noch "by KIM" aus. Kim Le Thanh hat, wie man vermuten kann asiatische Wurzeln und ist mit Thomas Gussek, dem Sohn des Meisters liiert. Als ehemalige Bad Kösener Weinprinzessin und Geisenheim Absolventin für "Internationale Weinwirtschaft" liegt es natürlich nahe, an der Saale hellem Strande zu arbeiten. Der Winzerhof Gussek bietet neben dem Freund aber auch noch so manches, was man nicht überall findet. Der Patron zeigt sich offen für Innovation und das eine oder andere Experiment. Und so rannte Kim mit ihrer Idee offene Türen ein. Daraus wurde der "Riesling UNPLUGGED by KIM".
 

Kim Le Thanh und ihr Wein

Der Riesling kommt aus einer kleinen Parzelle oberhalb der Saalhäuser. Gussek nutzt hier die für mich nachvollziehbare Großlagenbezeichnung Naumburger Göttersitz als Einzellagenbezeichnung.
Dieser Riesling stärkt durch seine hohe Qualität die Position, dass spontane Vergärung zumindest bei den Rieslingen an Saale-Unstrut eine alternative Herangehensweise ist. Das vorallem junge Winzer wie Kim Le Thanh oder Matthias Hey damit umgehen, stimmt optimistisch. 
Im Moment gibt es von diesem Wein, er war ja als Experiment gedacht, nur wenige Flaschen. Es bleibt zu hoffen, dass Andre Gussek und "seine Winzerjugend" diesen Weg weiter gehen. Es wäre ein weiterer Schritt heraus aus der "Saale-Unstrut-Zufriedenheit"  in eine spannende deutsche Weinszene, die zunehmend von jungen Winzern bereichert wird.  
Danke für diesen sinnlichen Wein.  Um den Wein  zu probieren, bin ich am 26.08.2015 mit 2 Freunden und meiner Frau nach Naumburg gefahren und habe oberhalb der Saalhäuser, am so genannten Napoleonstein, den Wein probiert. Es stimmte alles, vom Wetter angefangen. Der Wein, es war nur ein Gläschen für jeden, versüsste den Blick auf den sich mühenden Traktor im tiefen, tiefen Tal. Da ich zum Schreiben immer Musik brauche,  läuft es gerade vom Plattenteller, Brayn Adams "summer of 69" natürlich von MTV unplugged.
 


Traktor im Tal bei der Arbeit

Der Napolieonstein oberhalb der Saalhäuser - unweit von hier wächst der Riesling in einer kleinen Parzelle.
Tags: Gussek, Riesling Unplugged, Kim Le Thanh