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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 20.09.2015 um 14:54 Uhr | 0 Kommentare

Schöne Aussicht, Roter Elefant und Kürbis

Wer da glaubt, dass es an Saale und Unstrut nur Wein gibt, der irrt gewaltig. Natürlich verbindet man mit dem Namen genau das, aber die Möglichkeiten etwas zu erleben sind vielfalltig. Am letzten Sonntag 13.09.2015 besuchte ich die Einweihung des "Roten Elefanten" am Geiseltalsee. Der hallenser Maler Moritz Götze weihte mit zahlreichen Gästen  seinen monumentalen Elefanten ein. Der Ort befindet sich am Geiseltalsee, einem ehemaligen Grubengelände, das während seines Betriebes auch so manches Fossil ans Tageslicht brachte. Das bekannteste, eben ein Elefant. Bereits als Kind beeindruckte mich das im Museum für Vorgeschichte in Halle/Saale ausgestellte Skelet des Riesen. In der Pfännerhall Braunsbedra, der so benannten Zentralwerkstatt, findet man seit kurzem, neben beeindruckenden Zeugnissen des Bergbaus, eine ständige Ausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte. In einem Cafe, im selben Gebäude kann man angenehm verweilen, und eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Der nun von Moritz Götze erschaffene Elefant aus Stahl, ist, da von Moritz Götze, natürlich nicht einfach so grau, graue Elefanten gibt es auch genug. Götzes Elefant ist rot, gewaltig und schön. Ich wünsche mir, das es dieser Elefant schafft, den ein oder anderen Besucher in ein wirklich interessanten Bereich deutscher Industrie und weltweit anerkanter archäologischer Funde zu locken. Und natürlich dem Cafe den ein oder andern Euro. Der Ort eignet sich im übrigen sehr gut für  Veranstaltungen.   
 


       

     

Ein gänzlich anderes aber auch regionales Vergnügen sind Weinbergwanderungen. Einer der schönsten Berge in und um Freyburg ist der Schweigenberg. Man kann direkt hinter der Rotkäppchen Sektkellerei den Berg erklimmen und hat, wenn das Wetter stimmt, einen genialen Ausblick auf Freyburg und Umland.


Blick auf Freyburg vom Schweigenberg
Auf dem Weg nach Hause noch ein kurzer Zwischestop für das Abendbrot, ein Kürbis soll es sein. Die beste und umfänglichste Auswahl findet man am Ortseingang von Freyburg, direkt an der Bundesstraße. Hier residiert Gunter Bischoff auf seiner Kürbisfarm. Wer hier keinen Kürbis findet, will gar keinen kaufen. Von handelsüblich bis Exot Piena di Napoli, den man vorzüglich auch roh als Salat, fein gerieben oder am Stück verspeisen kann. Natürlich Butternut, Spaghetti, Hokkaido und Muscade de Provence. Ein Muss für alle die Kürbis mögen. 

Ein Haufen Kürbisse


Der Herr der Kürbisse: Gunter Bischoff
Wieder zwei schöne Sonntage. Und heute abend die Kürbissuppe. Dazu ein Grauburgunder von Gussek oder Pawis oder beide. 

Rainer Albert Huppenbauer 
20.09.2015






 






      
Tags: Moritz Götze, Saale-Unstrut, Roter Elefant, Pfännerhall, Geiseltalsee, Freyburger Schweigenberg
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 08.09.2015 um 12:43 Uhr | 0 Kommentare

VdP Premiere der Großen Gewächse 2014

Die Premiere der Großen Gewächse der VdP Winzer ist in jedem Jahr eine Besonderheit. In konzentrierter Form ist es möglich, die besten Weine einiger deutscher Winzer zu verkosten. Die Winzer dann wie in jedem Jahr nach Anbaugebieten sortiert und auf den Ansturm gespannt. Weinkritiker, Sommeliers, Gastronomen und jede Menge ewig Suchende fragen  den Winzern, Kellemeistern, beauftragten Freunden und zeitlos lächelnden Mitarbeitern Löcher in den Bauch. Schwerpunkt: Lesezeitpunkt, welches Holz wird verwendet, wie das Wetter war, welche Böden und was der Winzer selbst von den Weinen hält. Letztere Frage wurde meist mit dem Satz beantwortet: Die Weine brauchen Zeit.  
Tja das war es dann eigentlich auch schon,  wäre da nicht  diese verdammte Kluft zwischen den wirklich großen Weinen und denen, die zwar so heißen, denen aber  eigentlich  das dazu Potential fehlt. Der 2014er Jahrgang zeigte dieses Verhältnis noch deutlicher als der 2010er Jahrgang auf. Und so trennte sich für meinen Geschmack die Spreu vom Weizen. 
Ich bin gespannt wie die anwesenden journalistischen Meinungsmacher (mit Decken behangen und wichtig dreinblickend) und wirklich großen Zungen, wie zum Beispiel  Markus Del Monego, diesen Jahrgang bewerten. Die mit den Decken werden vermutlich das tun was sie immer tun: Klientelpolitik für Ihre Freunde. Insofern interessiert mich deren Meinung weniger. Bei Del Monego würde ich gern mal zuhören, leider weiß ich nicht wo ich da was finde.
Auch egal. Jetzt zu dem was ich vorfand. In jedem Fall ein Rieslingjahr, aber eben nicht überall.Gerade dort wo es eigentlich nichts anderes gibt im Rheingau, bis auf Kloster Eberbach, Domdechant Werner`ersches Weingut und Josef Spreitzer gab es für mich wenig überzeugende Qualitäten. Die größten Entäuschungen sind für mich bei Robert Weil und Balthasar Ress. Einfach unfertige Weine die in ein Korsett gezwägt wurden das viel zu eng war. 
Mosel-Saar-Ruwer insgesamt besser als Rheingau mit großen Spitzen, natürlich auch mit Säure, die fast überall zu finden war, aber nicht langweilig, spritzig verspielt insgesamt besser als 2013. Kein Ausfall wenngleich mit qualitativen Unterschieden. Hoch oben Heymann-Löwenstein (Mosel). An der Saar etwas geteilt: Von Hövel na ja, muß man abwarten - viel Mystik, Günter Jauch`s Othegraven hatte ich 2013 stärker in Erinnerung. Van Volxem konstant gutes Niveau, allerdings ohne GG auf den Spuren von Reinhard Löwenstein vor 2011 angetreten.
Mittelrhein: Klare Dominanz von Toni Jost. Rheinhessen: Da hätten einige besser verzichten sollen. Grün, extrem ungefällig und wenige große GG in meinen Augen. Das es auch anders geht beweisen Battenfeld Spanier, Wagner-Stempel, Gutzler und Wittmann.
Die Pfalz etwas glücklicher mit einer breiteren Qualitätsspitze. Groß Ökonomierat Rebholz, der auch 2014 seiner Linie treubleibt, durchgegoren, knochen trocken, langlebig. Auf der anderen Seite Philipp Kuhn mit Kraft und Finesse und meinen Rotwein des Tages: Pinot Noir GG vom Steinbuckel. Die Rieslinge und der Pinot Blanc in gewohnter Stärke mit viel Zeit. Bei der Spätburgunder-Instanz Friedrich Becker mußte ich passen. Ich weiß nicht ob mir noch so viel Zeit auf der Erde bleibt, und mitnehmen kann man ja bekanntlich nichts. Ein Wein für die junge Generation. Bernhart,  Christmann, Kranz, Bassserman-Jordan hohes Niveau bei den Rieslingen, und Burgundern. Die Nahe sehr konstant und vorn weg Schäfer-Fröhlich und Emrich-Schönleber. Bei Schlossgut Diel bin ich eher unentschlossen, kommt aber auf keinen Fall an das Niveau von Fröhlich und Schönleber heran.  Bei Döhnhoff, Riesling Dellchen GG am besten. 
Baden & Württemberg: Burgunder stärker als die Rieslinge hat schon Tradition und war auch in diesem Jahr der Unterschied zum großen Rest. Schnaitmann mit respektablem Spätburgunder, der seine Freunde finden wird. Überzeugend auch Karl Aldinger mit Riesling und Spätburgunder. Bei den Badensern gut aufgestellt und Potential bei Salwey, Dr Heger und Stigler.
An der Ahr die unendliche Geschichte des Spätburgunders im Stil des französischen Nachbarn oder eben nicht. Stodden souverän frankophil der Antipol von  J.J. Adeneur, der Rest dazwischen mit weniger Profil. Franken habe ich nicht geschafft, 4 Stunden sind echt zu knapp.
Das Beste zum Schluß?: Nicht  nur weil ich hier lebe. Saale-Unstrut und Sachsen weiter auf gutem Weg. Pawis mit Riesling und Weißburgunder. Lützkendorf ebenfalls, dazu Traminer und Silvaner. Den Pawis Riesling würde ich in einer Blindprobe, auf Grund seiner Aromendichte, eher der Nahe zu ordnen, sehr viel Annanas. Der Weißburgunder etwas protzig, mit der einen oder anderen Kante, die sich, so hoffe ich, im laufe der Zeit abschleifen wird? 
Bei Uwe Lützkendorf überzeugte mich am meisten der Silvaner. Der Weißburgunder und Riesling noch zu unentschlossen, wobei ich glaube, dass deren Potential bereits an der Oberkannte ist. Auf den Traminer hätte ich als GG verzichtet. Zweifelsfrei, für den Jahrgang das beste was man machen konnte, aber ein GG?

Nun gut, das Fazit lautet: Einige extrem gute Weine, sehr viele bereits gut trinkbare Weine, aber dennoch einige GG, die eigentlich keine sind. Und nur weil die Oechslegrade stimmen und die Weine trocken sind, sind es noch lange keine Großen Gewächse. Meiner Meinung nach tut sich der VdP mit der Handhabung der Auswahl der Weine keinen Gefallen.
Da die Grabenkämpfe um das neue Outfit wohl beendet sind, sollte man mal über das Prozedere der Weinnominierung sprechen, der 2014er Jahrgang legt es nahe. 
Rainer Albert Huppenbauer

 

VdP Große Gewächse 2014 in Alt Moabit, Bolles Molkerei, Berlin  (Foto Sophie Stumpf)Tags: Heymann Löwenstein, Pawis, GG, Große Lage,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 26.08.2015 um 16:39 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein unplugged by KIM!

Unplugged kommt aus der modernen Unterhaltung. Vorzugsweise im Rock. MTV hat es  transportiert und bekannt gemacht. Unter dem Strich ist es handgemachte akustische Musik ohne Plug (Stecker). Man verzichtet zu gunsten der Musik auf den Einsatz der Verstärker. 
Der erste "unplugged" Wein  an Saale-Unstrut, ist ein Riesling vom Winzerhof Gussek aus Naumburg. Getreu seinem Namen "UNPLUGGED", wurde auf alles verzichtet, was den Riesling verfälschen könnte. Kim ließ den Wein machen.  Spontane Vergärung und keine sonst übliche Schönung mit Gelantine oder anderen Mitteln. Das Resultat ist ein authentischer, spielerischer und frischer Saale-Unstrut-Riesling. Er ist leicht zu trinken und hat einen sehr ausgeglichenen Charakter.

  
Kim Le Thanh, Wein und Nehle 

Das Etikett weist neben dem Wörtchen unplugged auch noch "by KIM" aus. Kim Le Thanh hat, wie man vermuten kann asiatische Wurzeln und ist mit Thomas Gussek, dem Sohn des Meisters liiert. Als ehemalige Bad Kösener Weinprinzessin und Geisenheim Absolventin für "Internationale Weinwirtschaft" liegt es natürlich nahe, an der Saale hellem Strande zu arbeiten. Der Winzerhof Gussek bietet neben dem Freund aber auch noch so manches, was man nicht überall findet. Der Patron zeigt sich offen für Innovation und das eine oder andere Experiment. Und so rannte Kim mit ihrer Idee offene Türen ein. Daraus wurde der "Riesling UNPLUGGED by KIM".
 

Kim Le Thanh und ihr Wein

Der Riesling kommt aus einer kleinen Parzelle oberhalb der Saalhäuser. Gussek nutzt hier die für mich nachvollziehbare Großlagenbezeichnung Naumburger Göttersitz als Einzellagenbezeichnung.
Dieser Riesling stärkt durch seine hohe Qualität die Position, dass spontane Vergärung zumindest bei den Rieslingen an Saale-Unstrut eine alternative Herangehensweise ist. Das vorallem junge Winzer wie Kim Le Thanh oder Matthias Hey damit umgehen, stimmt optimistisch. 
Im Moment gibt es von diesem Wein, er war ja als Experiment gedacht, nur wenige Flaschen. Es bleibt zu hoffen, dass Andre Gussek und "seine Winzerjugend" diesen Weg weiter gehen. Es wäre ein weiterer Schritt heraus aus der "Saale-Unstrut-Zufriedenheit"  in eine spannende deutsche Weinszene, die zunehmend von jungen Winzern bereichert wird.  
Danke für diesen sinnlichen Wein.  Um den Wein  zu probieren, bin ich am 26.08.2015 mit 2 Freunden und meiner Frau nach Naumburg gefahren und habe oberhalb der Saalhäuser, am so genannten Napoleonstein, den Wein probiert. Es stimmte alles, vom Wetter angefangen. Der Wein, es war nur ein Gläschen für jeden, versüsste den Blick auf den sich mühenden Traktor im tiefen, tiefen Tal. Da ich zum Schreiben immer Musik brauche,  läuft es gerade vom Plattenteller, Brayn Adams "summer of 69" natürlich von MTV unplugged.
 


Traktor im Tal bei der Arbeit

Der Napolieonstein oberhalb der Saalhäuser - unweit von hier wächst der Riesling in einer kleinen Parzelle.
Tags: Gussek, Riesling Unplugged, Kim Le Thanh
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 18.08.2015 um 10:20 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein traurige Nachrichten vom Landesweingut

Eine sehr traurige Nachricht erreichte mich heute morgen vom Landesweingut Kloster Pforta. Diese betrifft den Gosecker Dechantenberg.  
Hier Auszüge aus der  Pressemitteilung des Landesweingutes Kloster Pforta:
"In und um Goseck wütete am vergangenen Freitag ein Unwetter mit Hagel und Starkregen mit bis zu 50 Litern auf dem Quadratmeter. Auch unser Prestigeobjekt, der Gosecker Dechantenberg, ältester Terrassenweinberg der Region, wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier verzeichneten wir einen Hagelschaden von 90-100 Prozent. Das heißt fast jede Beere wurde durch die Hagelkörner verletzt. Die Trauben, je nach Reifegrad, sind nun besonders anfällig für Essigfäule und Wespenfraß. Dies betrifft in erster Linie den Grünen Silvaner und den Weißen Burgunder, die in der Reife schon weiter sind. Beim Riesling sieht es noch nicht ganz so verheerend aus, hier sind die Trauben noch härter. Aus allen drei Rebsorten produzieren wir unsere beliebten und qualitativ hochwertigen Lagenweine vom Buntsandstein. Auch eine Sandsteinmauer im oberen Bereich des Weinberges hielt den Regenmassen und dem lastenden Druck nicht stand uns stürzte ein. In allen anderen Lagen verzeichneten wir zum Glück keine Schäden. Auch der nur einen Steinwurf entfernte Eulauer Heideberg blieb vom Unwetter weitestgehend verschont. Neben dem Weinbau verzeichneten auch die Apfelbauern in Goseck erhebliche Einbußen."

Ich habe darauf hin einige andere Winzer befragt, bei denen waren zum Glück keine Schäden zu verzeichnen. Der gegenwärtige Niederschlag wird positiv bewertet, da die Trockenheit der letzten Wochen schon ein Problem war. Auch die Menge die bis Mittwoch zu erwarten ist, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Problem. "Die Trauben haben noch nicht soviel Zucker angehäuft , dass sie durch das viele Wasser platzen könnten wie im Vorjahr." So Matthias Hey.  Drücken wir die Daumen, dass es der letzte große Niederschlag in dieser Vegetationsphase war. Immer mal ein bisschen und dazwischen Sonne ist nicht schlecht. Mit nur Sonne wird es auch gut. Also weiter warten und die Wettergötter im Morgengebet nicht vergessen. Es geht schließlich nicht um irgendetwas, es geht um Wein! 
Tags: Landesweingut Kloster Pforta, Gosecker Dechantenberg, Unwetter
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 16.08.2015 um 13:35 Uhr | 0 Kommentare

Breitengrad 51 - der 2014 Jahrgang ein voller Erfolg!

Am Samstag dem 15.08.2015 stellte der Winzerverein Breitengrad 51 seinen aktuellen Jahrgang vor. Der Ort gut gewählt, wenn auch durch die tagelange Hitze etwas zu warm. Aber hinter her ist man immer schlauer. Die ausgestellten  Bilder der Düsseldorfer Malerschule im einzigartigen Ambiente des Naumburger Schwurgerichtes zu erleben, die Einmaligkeit es dort machen zu können, rechtfertigen die Entscheidung in Potenz. Die Ausstellung schließt am 30.08.2015 und damit auch die vom Naumburger Kunstverein geöffnte Immobilie des Schwurgerites. Wollen wir hoffen, dass dieses Haus nicht zu einem "lost place" wird, sondern solchen Aktivitäten gesonnen bleibt.

Nun zum Wein, für mich eine eindeutige Demonstration dessen, was sich der Verein BG 51 auf die Fahnen geschrieben hat. Wenn ich auch die GG der VdP Weingüter erst in einigen Tagen probieren werde, so wage ich doch den Vergleich schon heute. Es wird Augenhöhe sein und das nicht nur bei den Weißweinen.
Da ich die Weine in regelmäßigen Abständen bis zur gestrigen Präsentation mehrfach probieren durfte, stelle ich sachlich fest: Die vollzogenen Veränderungen  die die Wein in den letzten Wochen machten, sind allesamt positiv. Die Weine sind stabil und erweisen sich als wirkliche Spitzenweine. Die Unterschiedliche Handhabung von Barrique war deutlich zu spüren. Alle drei Burgunderreben lieben das Holz, wobei die einzige Ausnahme der Grauburgunder BG 51 von Sandra und Volker Frölich spürbar darauf verzichtete und dennoch sich bravourös  behauptete. Gussek´s Grauburgunder vom Kaatschener Dachsberg etwas voluminöser als im Vorjahr, aber da muss man abwarten. Ein Wein für meine Rente in 5 Jahren? Man wird sehen. Die Weißburgunder, da ein ähnliches Bild, diesmal zwei mit Barrique einer komplett in neuer Eiche (Landesweingut) der andere von Born, mit Teilen und auch "nur" in dritter Belegung. Borns Weißburgunder war dann auch mein Wein des Abends bei den Weißen.
Frank und Marika Böhmes Weißburgunder mit wenig Holz, zeigt deulich die Kraft und zugleich die Leichtigkeit des Freyburger Schweigenberges, eine wunderbare nicht so gebügelte Stilistik, die mich sehr begeistert hat. Auch dieser Wein ein würdiger BG 51. Eine Sonderstellung auch in diesem Jahr, die Cuvée von Matthias Hey, der ein schönes Leben vor sich hat und bereits jetzt aufblitzen lässt, was da in der Flasche lauert. Ein Wein der trotz seines üppigen Charakters alles hat, was man sich von derlei verzaubernden Gewächsen wünscht. Bei den Roten, sind es die Rebsorten Zweigelt und Spätburgunder die die Klassifizierung schafften. Es wurden 2013er, ein 2012 und ein 2011 Rotwein gekührt und vorgestellt. 
Die Spätburgunder von Hey 2011, Gussek 2013 und Frölich Hake 2013 liefen dann auch zur Höchstform auf. Natürlich die Weine völlig unterschiedlich Frölich Hake - nicht ohne Ecken und Kanten, dennoch ein würdiger BG 51,  Hey noch sehr schwer zugänglich, die Zeit wird zeigen, was daraus wird. Ich bin bei beiden optimistisch. André Gussek´s Spätburgunder, am geradlinigsten und wohl dass was im 2013er Jahr an das Optimum der regionalen Machbarkeit grenzt. Nicht vergessen sollte man, in dieser schon am Abend lebhaft geführten Diskussion, der Spätburgunder von Matthias Hey aus dem großen Jahr 2011 ist ein absoluter Ausnahmewein, der enorm Zeit benötigt. Manch großer Spätburgunder öffnet sich nie komplett!
Beim Zweigelt  waren 2 BG 51 vertreten, beide vom Landesweingut. Schöne Ergänzung Gusseks Zweigelt Barrique vom Steinmeister. Interessant der 2012 Zweigelt BG 51 vom Landesweingut der unfiltriert gefüllt wurde. Ein dem Rotweintrend folgender Wein, den ich in Blindverkostung wohl eher in das Friaul gesteckt hätte. Drei Weine möchte ich noch erwähnen die von den Winzern vorgestellt wurden und mein Herz (Kehle)  im Sturm eroberten. Alle wissen mit Dornfelder kann man mich jagen, aber es gibt die berühmte Ausnahme: Böhme&Töchter mit ihrem im Barrique gereiften Wein vom Freyburger Mühlberg.
Zweitens: Kim´s Riesling (Gussek) vom Naumburger Steinmeister, straight, feingliedrig, mineralisch und pouristisch trifft es wohl am besten.
Drittens: Die Riesling Auslese 2014 von Matthias Hey, ein Gesamtkunstwerk aus dem Naumburger Steinmeister, das man kaufen und weglegen sollte. Tja das war es dann fast, bemerkenswert das Gastweingut aus der deutschen Rotweinhochburg Klingenberg, eine echte Bereicherung. Das Essen grundsolide, schmackhaft und passend.  Die Musik war schon besser. 
Bleibt,  dass ich mich für den schönen und gelungenen Abend herzlich beim Verein Breitengrad 51 bedanken möchte. Und man sollte mal wieder in die Bibel schauen. 
Tags: Breitengrad 51