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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 16.08.2015 um 13:35 Uhr | 0 Kommentare

Breitengrad 51 - der 2014 Jahrgang ein voller Erfolg!

Am Samstag dem 15.08.2015 stellte der Winzerverein Breitengrad 51 seinen aktuellen Jahrgang vor. Der Ort gut gewählt, wenn auch durch die tagelange Hitze etwas zu warm. Aber hinter her ist man immer schlauer. Die ausgestellten  Bilder der Düsseldorfer Malerschule im einzigartigen Ambiente des Naumburger Schwurgerichtes zu erleben, die Einmaligkeit es dort machen zu können, rechtfertigen die Entscheidung in Potenz. Die Ausstellung schließt am 30.08.2015 und damit auch die vom Naumburger Kunstverein geöffnte Immobilie des Schwurgerites. Wollen wir hoffen, dass dieses Haus nicht zu einem "lost place" wird, sondern solchen Aktivitäten gesonnen bleibt.

Nun zum Wein, für mich eine eindeutige Demonstration dessen, was sich der Verein BG 51 auf die Fahnen geschrieben hat. Wenn ich auch die GG der VdP Weingüter erst in einigen Tagen probieren werde, so wage ich doch den Vergleich schon heute. Es wird Augenhöhe sein und das nicht nur bei den Weißweinen.
Da ich die Weine in regelmäßigen Abständen bis zur gestrigen Präsentation mehrfach probieren durfte, stelle ich sachlich fest: Die vollzogenen Veränderungen  die die Wein in den letzten Wochen machten, sind allesamt positiv. Die Weine sind stabil und erweisen sich als wirkliche Spitzenweine. Die Unterschiedliche Handhabung von Barrique war deutlich zu spüren. Alle drei Burgunderreben lieben das Holz, wobei die einzige Ausnahme der Grauburgunder BG 51 von Sandra und Volker Frölich spürbar darauf verzichtete und dennoch sich bravourös  behauptete. Gussek´s Grauburgunder vom Kaatschener Dachsberg etwas voluminöser als im Vorjahr, aber da muss man abwarten. Ein Wein für meine Rente in 5 Jahren? Man wird sehen. Die Weißburgunder, da ein ähnliches Bild, diesmal zwei mit Barrique einer komplett in neuer Eiche (Landesweingut) der andere von Born, mit Teilen und auch "nur" in dritter Belegung. Borns Weißburgunder war dann auch mein Wein des Abends bei den Weißen.
Frank und Marika Böhmes Weißburgunder mit wenig Holz, zeigt deulich die Kraft und zugleich die Leichtigkeit des Freyburger Schweigenberges, eine wunderbare nicht so gebügelte Stilistik, die mich sehr begeistert hat. Auch dieser Wein ein würdiger BG 51. Eine Sonderstellung auch in diesem Jahr, die Cuvée von Matthias Hey, der ein schönes Leben vor sich hat und bereits jetzt aufblitzen lässt, was da in der Flasche lauert. Ein Wein der trotz seines üppigen Charakters alles hat, was man sich von derlei verzaubernden Gewächsen wünscht. Bei den Roten, sind es die Rebsorten Zweigelt und Spätburgunder die die Klassifizierung schafften. Es wurden 2013er, ein 2012 und ein 2011 Rotwein gekührt und vorgestellt. 
Die Spätburgunder von Hey 2011, Gussek 2013 und Frölich Hake 2013 liefen dann auch zur Höchstform auf. Natürlich die Weine völlig unterschiedlich Frölich Hake - nicht ohne Ecken und Kanten, dennoch ein würdiger BG 51,  Hey noch sehr schwer zugänglich, die Zeit wird zeigen, was daraus wird. Ich bin bei beiden optimistisch. André Gussek´s Spätburgunder, am geradlinigsten und wohl dass was im 2013er Jahr an das Optimum der regionalen Machbarkeit grenzt. Nicht vergessen sollte man, in dieser schon am Abend lebhaft geführten Diskussion, der Spätburgunder von Matthias Hey aus dem großen Jahr 2011 ist ein absoluter Ausnahmewein, der enorm Zeit benötigt. Manch großer Spätburgunder öffnet sich nie komplett!
Beim Zweigelt  waren 2 BG 51 vertreten, beide vom Landesweingut. Schöne Ergänzung Gusseks Zweigelt Barrique vom Steinmeister. Interessant der 2012 Zweigelt BG 51 vom Landesweingut der unfiltriert gefüllt wurde. Ein dem Rotweintrend folgender Wein, den ich in Blindverkostung wohl eher in das Friaul gesteckt hätte. Drei Weine möchte ich noch erwähnen die von den Winzern vorgestellt wurden und mein Herz (Kehle)  im Sturm eroberten. Alle wissen mit Dornfelder kann man mich jagen, aber es gibt die berühmte Ausnahme: Böhme&Töchter mit ihrem im Barrique gereiften Wein vom Freyburger Mühlberg.
Zweitens: Kim´s Riesling (Gussek) vom Naumburger Steinmeister, straight, feingliedrig, mineralisch und pouristisch trifft es wohl am besten.
Drittens: Die Riesling Auslese 2014 von Matthias Hey, ein Gesamtkunstwerk aus dem Naumburger Steinmeister, das man kaufen und weglegen sollte. Tja das war es dann fast, bemerkenswert das Gastweingut aus der deutschen Rotweinhochburg Klingenberg, eine echte Bereicherung. Das Essen grundsolide, schmackhaft und passend.  Die Musik war schon besser. 
Bleibt,  dass ich mich für den schönen und gelungenen Abend herzlich beim Verein Breitengrad 51 bedanken möchte. Und man sollte mal wieder in die Bibel schauen. 
Tags: Breitengrad 51
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.08.2015 um 22:01 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein gedeiht prächtig!

Die Wahrscheinlichkeit, dass an Saale-Unstrut prächtiger 2015 Wein gedeiht, wird größer.  Anders als in der Landwirtschaft, der die Trockenheit beim Mais zu schaffen macht, wirkt sich die Hitze gut auf die Reifung der Trauben aus. Zudem kühlt es in den Nächten rund 10-15°C runter, so dass die Reben keinen wirklichen Stress haben. Negative Begleiterscheinung der Schwankungen ist der Mehltau. Der wird überall mit Chemie bekämpft. Wenn in den nächsten Tagen etwas Niederschlag fällt, wäre es nicht schlecht, aber er ist keine Voraussetzung für wirklich qualitativ hochwertigen Wein. Und schon bin ich wieder bei meinem Lieblingsthema: Qualität oder Masse oder gar beides? Für Topqualität, wenn die Winzer entsprechend auslesen, wird es in jeden Fall reichen, das kann man mit 99% Sicherheit sagen, wenn man Hagel mal außen vor lässt. Für große  Mengen wird es auch reichen, für Qualität und Menge ist Niederschlag gefragt. Nicht aus Kannen, wohl dosiert wäre wohl am besten.      
In den nächsten 4 Wochen wird sich entscheiden wie das Rennen ausgeht, dann ist auch eine bessere Prognose möglich.
Für die Qualität, nicht für die Masse wird dann der Herbst den Schlußpunkt setzen. Wünschen wir der
Saale-Unstrut-Region und den Winzern einen schönen trockenen Spätsommer wie etwa 2011, in Verbindung mit diesem Hochsommer werden dann wunderbare, und zum Teil langlebige Topweine entstehen. Spannend wird es bleiben.    
Tags: Saale-Unstrut, Jahrgang 2015
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 02.08.2015 um 14:38 Uhr | 0 Kommentare

Andreas Max Martin Band macht Programm im Weingut Hey

Wieder ein schöner Abend und ein brillantes Konzert im Weingut Hey. Die Band kommt aus Weimar - eine kleine  Kreisstadt mit eigenem Bahnhof  in Thüringen, die viele für die Geburtsstadt von Goethe halten. Aus dieser, durch Nohra Tschirner bekannt gemachten Metropole kommt Herr Max Martin. Da er auch Musik machen wollte, brachte gleich noch drei exzellente Musiker aus der gleichen Stadt mit.
Das Umfeld wieder stimmig, die Weine, das Wetter und das Futter allererste Sahne. Dauerte ein bischen mit dem bringen, aber die Qualität der Speisen besser als bei allen Italienern der Region. Vor allem der Büffelmozarella, da kann so manch kochender Tifosi sich mal ne Scheibe abschneiden oder einfach in den Mios gehen, da gibt es das auch, nicht nur den billigen weißen Gummi. Das Programm überirdisch unterhaltsam, der Mann hat die Menschen studiert wie Loriot und macht aus unseren und vermutlich seinen eigenen bekannten, liebenswerten und Größe zeigenden Schwächen eine humoristische Darbietung, die deutlich über dem Niveau deutscher "Spitzencomedy" angesiedelt ist. Vermutlich ist das auch der Grund, warum sein Bekanntheitsgrad noch schlechter ist, als der des neuen FDP Bundesvorsitzenden. Er macht keine Witze, er macht Humor. Das ist etwas anderes. Sollten Sie das lesen Herr Martin hier ein Mutmacher, Loriot hätte heutzutage auch ein schweres Leben und keine halbe Stunde wöchentlich im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Apropos Fernsehen, ich war mal bei einer Aufzeichnung eines so genannten deutschen Comedians dabei, immer wenn man lachen oder klatschen sollte lief über der Bühne ein Spruchband ab. Ich glaube das kann man auch für viel Geld nicht wollen.
Und wäre das mit ihrem unaufdringlichen Humor nicht alles schon genug, nein, da macht die Band auch noch Musik nach Noten.
Diese  daher exakt und auf den Punkt, in nicht so oft anzutreffender Klarheit und Einheit (ich weiß dummes Wort, aber mir fällt nichts anderes ein) mit dem sehr gut zu verstehenden Text. Vielen Dank für den nun schon zweiten schönen Sommerabend in diesem Jahr. 



Tags: Weingut Hey, Rose, Saale Unstrut, Steinmeister, Andreas Max Martin
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 02.08.2015 um 14:03 Uhr | 0 Kommentare

Doreen Wolff im Weingut Böhme & Töchter

An diesem Wochende 01/02.08.2015 öffneten die Saale-Unstrut-Winzer Ihre Keller, um interessierten Weinfreunden einen Einblick in ihre Arbeit zu geben. Darüber hinaus boten die meisten Winzerbetriebe, eigentlich wie immer, ein Glas Wein und den hungrigen etwas zu essen an. Im Weingut Böhme & Töchter war das nicht anders, aber das ganze wurde mit einer bis Januar stattfindenden außergewöhnlichen Ausstellung garniert. Und ich muß sagen, dass ich von den Arbeiten der Malerin und Bildhauerin Doreen Wolff sehr beeindruckt bin. Die Malerei, sehr dekorativ aber eben nicht nur. Man kann sich in eine Welt vertiefen die viel Raum für Fantasie, Gedanken an Liebe und Ehrlichkeit bietet. Etwas naiv und lebensbejahend, verspielt und erfrischend im Detail. Die bildhauerischen Akzente, die auf der einen Seite die Fantasie anregen - man sieht was man will - so bei den freien Arbeiten. Eleganz und klarer Ausdruck  bei den Skulpturen. Man kann der Familie Böhme nur gratulieren zu dieser Ausstellung. Die Kombination aus Malerei und geformter Kunst ist für mich faszinierend. Es lohnt sich, diese Ausstellung zu besuchen. Ein Gläschen tut beim betrachten gut, es regt die Fantasie an und öffnet das Herz. 

Die Ausstellung kann man im Rahmen der Öffnungszeiten im Weingut Böhme & Töchter in Gleina in der Ölgasse 11 besuchen. 
Tags: Doreen Wolff, Weingut Böhme & Töchter
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 19.07.2015 um 15:13 Uhr | 0 Kommentare

Gosecker Dechantenberg unser Erbe und Verpflichtung

Der Gosecker Dechantenberg ist einer der ältesten, markantesten und zu gleich am wenigsten wahrgenommenen Weinberge an der Saale. Der Berg gehört dem Land Sachsen-Anhalt und wird vom Landesweingut Kloster Pforta allein bewirtschaftet. Im Vergleich zu seinem Pendant in Thüringen, dem Kaatschener Dachsberg fristet er einen vergleisweise bescheidenen Alttag.
Trotz erwiesener Qualität der von dort stammenden Weine, einer belegten, fast 1000-jährigen Geschichte, einer markanten Architektur und  dem Willen der Mitarbeiter des Landesweingutes diesen Berg zu heiligen, fehlt es vermutlich seit Jahren an Geld, den Gosecker Dechantenberg komplett instand zu setzen.  Vom weiten kaum sichtbar, bröckelt die "Trutzburg des Weines" langsam vor sich hin. Etwas Abseits der Touristenwege liegt er ohnehin, aber das ist beim Kaatschener Dachsberg genau so. Und der ist das blühende Leben. Alles intakt und auch aus der Nähe eine Augenweide. Aber der ist nunmal in Thüringen und die Thüringer haben offensichtlich mehr Geld für solche "Spielereien". Das Land Sachsen Anhalt, das ist bekannt, will das Landesweingut verkaufen, warum also, so wird sich Herr Bullerjahn (Finanzminister, SPD) fragen, soll da noch investiert werden? 
Aus seiner Sicht völlig klar, kein Geld alsbald für derlei Mätzchen. Wenn es denn aber so ist, warum ist es nicht möglich, die Debatte um das Landesweingut endlich mal zu lösen. Für den Berg und die fleißigen Mitarbeiter wäre es ein Segen. Die Lösung, die möglich wäre, dass der Gleinaner Traubenerzeuger das Landesweingut übernimmt, scheitert eventuell an der Mitgift. Drei der besten Lagen der Region gehören unter anderem dazu. Die sind aber zum größten Teil nur mit Handarbeit zu bewirtschaften. Tja, da beißt sich die Katze wohl in den Schwanz, da die Gleinaer gerade genau das umbauen - weg von Handarbeit. Wohin also mit den 3 Hektar bester Lage aus Goseck? Einen jungen Winzer finden, der sich das antut? Die von mir geschätzte Million oder sogar mehr, das rechnet sich nie! Und da liegt der Hase im Pfeffer. Das Land Sachsen Anhalt, der Eigentümer des Weinberges, ist in der Pflicht und somit der Steuerzahler. Da aber sparen allerort´s in Sachsen-Anhalt, ausser beim Bau von Fußballstadien, Schwimhallen für eine Person, protzige Landesvertretung  und Finanzämtern, angesagt ist, muss der Berg eben warten. Und wenn sich immer noch jemand wundert, warum die Region kein Welterbestatus bekommen hat, dann fahren sie nach Eula bei Naumburg und klettern Sie auf diesen Berg. Hier finden Sie die Antwort, man sieht dem Berg eine halbherzige Politik förmlich an. Auf der Straße sagt mir ein Anwohner: "Kenen Plan hamm die". Er hat wohl Recht.    
Die Trauben hängen  in diesem Jahr gut, wie man sehen kann, sieht alles sehr gesund aus. Na eventuell haben wir ja Glück mit der restlichen Vegitationsphase und die Qualität wird nicht geschmälert. Es wäre verdient.   




Schloß Goseck 



Stufen, die Geschichten erzählen

gesunde Trauben aus dem Gosecker Dechantenberg
Tags: Gosecker Dechantenberg, Jens Bullerjahn, Landesweingut Kloster Pforta