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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 19.07.2015 um 15:13 Uhr | 0 Kommentare

Gosecker Dechantenberg unser Erbe und Verpflichtung

Der Gosecker Dechantenberg ist einer der ältesten, markantesten und zu gleich am wenigsten wahrgenommenen Weinberge an der Saale. Der Berg gehört dem Land Sachsen-Anhalt und wird vom Landesweingut Kloster Pforta allein bewirtschaftet. Im Vergleich zu seinem Pendant in Thüringen, dem Kaatschener Dachsberg fristet er einen vergleisweise bescheidenen Alttag.
Trotz erwiesener Qualität der von dort stammenden Weine, einer belegten, fast 1000-jährigen Geschichte, einer markanten Architektur und  dem Willen der Mitarbeiter des Landesweingutes diesen Berg zu heiligen, fehlt es vermutlich seit Jahren an Geld, den Gosecker Dechantenberg komplett instand zu setzen.  Vom weiten kaum sichtbar, bröckelt die "Trutzburg des Weines" langsam vor sich hin. Etwas Abseits der Touristenwege liegt er ohnehin, aber das ist beim Kaatschener Dachsberg genau so. Und der ist das blühende Leben. Alles intakt und auch aus der Nähe eine Augenweide. Aber der ist nunmal in Thüringen und die Thüringer haben offensichtlich mehr Geld für solche "Spielereien". Das Land Sachsen Anhalt, das ist bekannt, will das Landesweingut verkaufen, warum also, so wird sich Herr Bullerjahn (Finanzminister, SPD) fragen, soll da noch investiert werden? 
Aus seiner Sicht völlig klar, kein Geld alsbald für derlei Mätzchen. Wenn es denn aber so ist, warum ist es nicht möglich, die Debatte um das Landesweingut endlich mal zu lösen. Für den Berg und die fleißigen Mitarbeiter wäre es ein Segen. Die Lösung, die möglich wäre, dass der Gleinaner Traubenerzeuger das Landesweingut übernimmt, scheitert eventuell an der Mitgift. Drei der besten Lagen der Region gehören unter anderem dazu. Die sind aber zum größten Teil nur mit Handarbeit zu bewirtschaften. Tja, da beißt sich die Katze wohl in den Schwanz, da die Gleinaer gerade genau das umbauen - weg von Handarbeit. Wohin also mit den 3 Hektar bester Lage aus Goseck? Einen jungen Winzer finden, der sich das antut? Die von mir geschätzte Million oder sogar mehr, das rechnet sich nie! Und da liegt der Hase im Pfeffer. Das Land Sachsen Anhalt, der Eigentümer des Weinberges, ist in der Pflicht und somit der Steuerzahler. Da aber sparen allerort´s in Sachsen-Anhalt, ausser beim Bau von Fußballstadien, Schwimhallen für eine Person, protzige Landesvertretung  und Finanzämtern, angesagt ist, muss der Berg eben warten. Und wenn sich immer noch jemand wundert, warum die Region kein Welterbestatus bekommen hat, dann fahren sie nach Eula bei Naumburg und klettern Sie auf diesen Berg. Hier finden Sie die Antwort, man sieht dem Berg eine halbherzige Politik förmlich an. Auf der Straße sagt mir ein Anwohner: "Kenen Plan hamm die". Er hat wohl Recht.    
Die Trauben hängen  in diesem Jahr gut, wie man sehen kann, sieht alles sehr gesund aus. Na eventuell haben wir ja Glück mit der restlichen Vegitationsphase und die Qualität wird nicht geschmälert. Es wäre verdient.   




Schloß Goseck 



Stufen, die Geschichten erzählen

gesunde Trauben aus dem Gosecker Dechantenberg
Tags: Gosecker Dechantenberg, Jens Bullerjahn, Landesweingut Kloster Pforta
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 15.07.2015 um 11:49 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut schreibt Geschichte - Kulturakademie Naumburg

Am 14.07.2015 fand im Naumburg eine Beratung der Kulturakademie Naumburg mit den Seminarleitern der Herbstseminare 2015 statt. Ein kurzes Resümee der 2014er Seminare unterstreicht die Erkenntnis - der Boden ist da, die Arbeit beginnt.
Das Ziel der Akademie die Region, ihre Geschichte, die Kunstschätze, den Wein  und ihre Macher interessierten Bürgern hautnah zu vermitteln, ist in dieser Art einmalig in Deutschland. Da ich selbst als Seminarleiter fungiere, freue ich mich auf die kommenden Seminare. Das Weinseminar wird  sich in diesem Jahr ausschließlich mit Saale-Unstrut-Wein befassen. Da ich im März 2015 ein Buch veröffentlicht habe, das den Weinanbau an Saale-Unstrut auf neue Weise nahe bringt, stelle ich diese Schrift jedem Seminarteilnehmer gern als Seminargrundlage zur Verfügung. Sie können sich auf unterhaltsame, entspannte Stunden im Seminar und bei Winzerbesuchen freuen. Im Detail erhalten Sie den Ablauf mit Ihren Seminarunterlagen. Sie werden Weine probieren und die Spezifik des Saale-Unstrut-Terroirs kennenlernen. Ich führe Ihnen den schmeckbaren Unterschied zwischen Naumburger, Freyburger und Höhnstedter Weinen direkt auf die Zunge und verspreche ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung für das 3 tägige Seminar finden Sie hier: KLICK  
Tags: Naumburger Kulturakademie, Weinseminar, Saale-Unstrut-Wein
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 11.07.2015 um 14:46 Uhr | 0 Kommentare

Der Freyburger Schweigenberg im Wandel

Der Freyburger Schweigenberg ist die markanteste Rebfläche der Region. Da lege ich mich jetzt mal fest. Dieser Berg prägt das Bild der Weinregion am deutlichsten. Die hier wachsende Weine werden je nach Winzer als  Edelacker oder eben Freyburger Schweigenberg bezeichnet. Der Weinberg leiht ausserdem einer der unsinnigsten Großlagenbezeichnungen Deutschlands den Namen. Sei es drum, die hier wachsenden Weine gehören zum Besten was Saale-Unstrut zu bieten hat. Der Schweigenberg ist seit hunderten von Jahren Wandlungen unterzogen. Die Architektur  der vielen kleinen Weinbergshäuschen zeugt davon. Man findet Bauelemente verschiedener Jahrhunderte, verschiedene Baustile aus verschiedensten Epochen. Vom DDR Einfamilienhaus bis zurück in das 12. Jahrhundert ist alles vertreten. Offensichtlich brachten auch einige Italienreisende vom 18. bis 20. Jahrhunder Eindrücke mit, die heute als steinere Zeugen den Berg das Gesicht geben.
Aber auch in den letzten Jahren ist durch Privatinitiative der Parzellenbesitzer viel passiert. Mauern wurden instandgesetzt, die Häuschen wurden saniert und es wurden neu Reben gepflantzt. Die auf dem Foto zu sehende Parzelle wurde duch einen Leipziger Unternehmer gekauft, der Verein "Wein rockt" bewrtschaftet gemeinsam mit dem Weingut Bernard Pawis die Terrassenlage. Das erste Produkt ist der Riesling R 736. Die Zahl 736 steht für die Anzahl der Treppenstufen die man bewältigen muss, um an die Rieslingparzelle zu gelangen. Die neu aufgerebten Teilstücke um unteren Bereich wurden von Bernard Pawis unter anderem mit Pinotin bepflantzt. Eine robuste, Kälte und Fäulnis unempfindliche Rebe.
Aber auch an anderen Stelle regt sich viel. Eine der gepflegtesten Parzellen des Berges wird vom Weingut Böhme &Töchter bewirtschaftet, der Eigentümer der Parzelle Klaus Scheiding ist immer am Ball, so wurden in den letzten Jahren alle Mauern instandgesetzt. 
     



Tags: Wein rockt.eV, Freyburger Schweigenberg, Klaus Scheiding
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 08.07.2015 um 12:15 Uhr | 0 Kommentare

Bundestag beschließt Erweiterung der Rebfläche

Erwartungsgemäß hat der deutsche Bundestag die Rebflächenerweiterung beschlossen. Allerdings bleibt man unter den von Brüssel vorgegebenen 1% der Rebfläche. 0,3 Prozent, also rund 300 Hektar können zunächst 2016 und 2017 jährlich neu aufgerebt werden. Die Gründe warum man deutlich unter den 1% von der EU bleibt sind vielschichtig und aus deutscher Sicht logisch. Das Ziel den Weinmarkt zu lieberalisieren, wie von der EU angestrebt, findet in Deutschland nicht statt.  Dabei ist es wie immer, man weiß nicht ob die Gesetzesnovelle dem EU Recht entspricht. Eigentlich auch egal, zum Schluß macht eh jedes EU Land was es will, der deutsche Weinmarkt boomt, deutsche Weine sind gefragt wie nie, aber es ist wie immer, es boomt nicht bei jedem. Die Produktionsmenge ist schwankend, die Preise relativ hoch und wer seine Weine verkauft, der kann davon sehr gut leben. Aber nicht jeder verkauft seine Weine und so kommen Vertriebsschienen in Gang, die durch den Preisverfall  den Winzern langfristig eher schaden als nutzen. Billigsegmente der Discounter sind da nicht mal schuld, nein, es sind Umsatzblasen die gedreht werden, an denen der Handel nur minimal bis gar nicht verdient. Es geht nur um Verdrängung. Dies ist besonders im Internet zu beobachten,  aber auch der stationäre Einzeelhandel wie bei HAWESKO, der mit der deutlichen Erweiterung des Netzes von Jauqes Weindepot zusätzlich befeuert wird.
Mit einer zu großen Erweiterung der Rebfläche würde man zusätzlich Öl ins Feuer gießen. Man sieht, die europäischen Probleme sind nicht unbedingt deutsche, aber sich auf dem, was im Moment ist auzuruhen, widerspricht der kapitalistischen Produktionsweise und die ist nunmal nicht konstant. Es gibt Krisen und die machen auch um die deutsche Weinbranche keinen Bogen. Das einzige was hilft ist Qualität auf bestem Niveau, nur so kann ein Winzerbetrieb langfristig seine Zukunft sichern. 
Für Saale-Unstrut bedeudet diese Gesetzgebung ein vom Umwelt - und Landwirtschaftsminister Aikens prognostiziertes Wachstum von 10 Hektar jährlich. Herr Aikens hat dabei besonders an junge Winzer gedacht, ich glaube das hat ihm jemand eingeredet. Klar suchen die Fläche, aber jährlich 10 Hektar? Und vermutlich haben die Ansager der Region ihm gleich noch in den Mund gelegt, dass man so die Steillagen retten kann. Wenn man das will, dann muss man es fördern und so einen Anreiz bieten, dass brach liegende Steillagen, besonders in Freyburg, rekultiviert werden. Das macht die Stadt schön und fördert den Tourismus. Und der erwirtschaftet Steuern. Man sollte sich da ein Beispiel am 100 DM Begrüßungsgeld nehemen, Rund 2 Mrd DM wurden verschenkt und flossen direkt in die Kassen der Händler, von dort in die Wirtschaft und zum Finanzminister. Ein schöner Kreislauf.
Also Geld anfassen Herr Aikens, den (jungen) Winzern in die Hand geben, sie nicht zu Schuldnern machen, denn Schulden schmälern auch die Steuerlast. Nur so wird es was mit langfristig und der Region, der es ja schon jetzt recht gut geht?
Tags: Saale-Unstrut-Wein, Onko Aikens,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 07.07.2015 um 11:09 Uhr | 0 Kommentare

Breitengrad 51 -Die Weine sind gekürt!

Am gestrigen Montag dem 06.07.2015 fand im Weingut Hey die finale Weinprobe des Vereins Breitengrad 51 statt. Die Winzer und geladene Gastjuroren beendeten mit einer finalen Wertung das lange Auswahlprozedere. Die Arbeit hat sich gelohnt, das Qualitätslevel ist nochmals gewachsen, vorallem bei den Rotweinen wurde eine deutliche Steigeung sichtbar. Die erreichten Qualitäten, sowohl bei Weissweinen und Rotweinen haben damit eine neue Dimension erreicht. Es sind leider keine Rieslinge dabei, da durch das schwierige Jahr zu geringe Mostgewichte beim Riesling eine Vorlage verhinderten. Da die Rieslinge nun ausgerechnet in diesem Jahrgang so gut wie lange nicht sind, sollte man da nicht eventuell doch den Einfluß der Sonne etwas herunterstufen?
Am 15.08.2015 findet die Präsentation der Weine in Naumburg statt. Freuen Sie sich auf ein Feuerwerk erstklassiger Weine der besten Winzer von Saale-Unstrut. Welche Weine Sie erwarten - diese Ehre das zu verkünden überlassen ich denen,  die die Weine gemacht haben. Dies stärkt die Neugier und die Lust auf Wein vom 51. Breitengrad. 


ELISABETH BORN, VOLKER FRÖLICH; ANDRE GUSSEK, LORI, MARIKA BÖHME, MATTHIAS HEY  


  
JUROR KLAUS KANZLER UND WINZER VOLKER FRÖLICH
Tags: Breitengrad 51, Weingut Hey, Winzerhof Gussek,