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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 18.03.2015 um 11:44 Uhr | 0 Kommentare

Kellerprobe bei Andre Gussek

Eine Kelleprobe bei Andre Gussek ist immer etwas Besonderes, denn es gibt immer etwas zu entdecken. In dem Fall am 17.03.2015 Rieslinge die derzeit noch in Tanks und Fässern auf ihre Abfüllung warten. Der erste Riesling im Bunde war der Kaatschener Ortswein. Die Haltung des Winzers zu diesem Wein noch etwas unentschlossen, da der Wein ein mineralisches Potential bietet, das den Verleich mit der Weinstilistik  von Hansjörg Rebholz (Ökonomierat Rebholz) oder Daniel Wagner (Wagner-Stempel) durchaus das Wasser reicht. Meine Empfehlung war, den Wein so zu lassen wie er ist und den Wein als idealen Speisenbegleiter anzubieten. Der Wein stammt aus dem nicht terrassierten Kaatschener Dachsberg und verspricht kein kurzzeitiger Genuss zu werden. Der hat schon 2-3 Jahre Zeit sich zu entfalten. Danach dann der Riesling aus dem terrassierten Teil des Kaatschener Dachsberges. Beide Rebflächen liegen nur wenige Meter auseinander und doch unterscheiden sich die Weine enorm. Der zweite Riesling wird von Gussek als Lagenwein ausgebaut, wieder mit straffer mineralischer Grundkomponente aber deutlich eleganter und einschmeichelnder. Beide Weine weisen neben der Mineralität auch sehr schöne Fruchtkomponenten auf, die den relativ hohen Säuregehalt fantastisch verpacken, und da bin ich mir sehr sicher, nach Abbau der Primäraromen sich noch deutlich verfeinern. Dann gab es einen Riesling aus dem Steinmeister, aus einer kleinen Parzelle mit dem Namen "Uhlengeschrei" erwartet uns ein Riesling mit deutlicher Steinmeistercharakteristik: Kräuterige Aromen im Wecheslspiel mit Rieslingaromen wie Zitrus und und sogar etwas weisser Cassis waren spürbar. Im Vergleich zu den kaatschener Weinen etwas verspielter und etwas weniger Säure.  
Dann ein Riesling aus einer Junganlage vom Naumburger Göttersitz mit viel Charm, etwas weicher als die Vorgänger und doch ein knackiger Riesling. Auf diesen Wein freue ich mich besonders, da wir diesen Wein exclusiv im neuen Saale Unstrut Shop www.saale-unstrut-vinothek.de vermarkten dürfen. Al final, der Gutsriesling mit feinherber Geschmacksausrichtung, der wunderbar das Wesen des Saale-Unstrut-Rieslings herausstellt; verspielte Mineralität mit fruchtigem und etwas kräuterigem Charakter.
Was bleibt: Andre Gussek arbeit in allen fünf Rieslingen sehr deutlich die Lagencharakteristik heraus. Wir kamen übereinstimmend zu dem Schluß, dass eine derartige Abgrenzung zwischen den Lagen nur mit Riesling möglich ist. Es bleibt wohl in diesem Jahrgang dabei, die Königin Riesling wird begleitet von den beiden Saale-Unstrut-Prinzen Grau- und Weißburgunder.
Letztere bringen im Saale-Unstrut-Gebiet grandiose Weine hervor, allerdings lässt sich bei beiden die Lagenspezifik nicht annähernd so exakt in die Flaschen bringen.   
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.02.2015 um 12:30 Uhr | 0 Kommentare

Kellerprobe bei Matthias Hey

Im Unterschied zu fast allen Saale Unstrut Winzern, hat Matthias Hey noch keinen Wein abgefüllt. Dafür gibt es zwei Gründe:
1. Matthias Hey läßt den Weinen ohnehin immer etwas mehr Zeit, um in Ruhe zu reifen. 2. Für das Füllen benötigt das Weingut ein Dienstleister, da der Platz für so eine Füllanlage nicht ausreicht. Um mir ein Bild zu machen, bat ich den Winzer um eine Keller bzw. Fassprobe. Zunächst herzlichen Dank, dass dieser Termin ermöglicht wurde. Was ich vorfand war sehr beeindruckend.
Die Gutsweine vom Müller-Thurgau, Gutedel und dem Rose allesamt feinfruchtige Weine mit stabiler Mineralität und Frische. Beim Müller Thurgau etwas passende Restsüße, die den Wein elegant macht. Gutedel und Rose wie gewohnt höchstes Niveau und trocken ausgebaut. Dann die Rieslinge, 4 Stück an der Zahl, alle spontan vergoren. Der Gutswein bereits ein echter Kracher, mit für den Jahrgang beachtlicher spielerischer Säure, gleiche Strucktur auch der Orts- und  Lagenwein sowie der Riesling Buntsandstein aus dem  Blütengrund. Die Unterschiede absolut schmeckbar. Die beiden Lagenweine mit entsprechender Charakteristik der beiden Lagen aus denen sie stammen. Der Riesling aus dem Steinmeister mit fein kräuterigen Noten,  die dem Muschelkalk des Steinmeisters schmeckbar machen. Der Buntsandstein aus dem Blütengrund völlig anders struckturiert, fruchtbetonter und etwas ausgewogener. Beide Weine unglaublich spannend. Der Riesling Ortswein wie immer mit der deutlicher Steinmeisterarromatik  und Mineralität.    
Dann der Weiße Hey, der in diesem Jahr vom Winzer etwas zu  Gunsten des Rieslings umgestellt wurde. Mit 20%mehr Riesling als im Vohrjahr deutlich mehr Biss, wie es sich für einen weißen Hey gehört.
Die Weißburgunder sind noch in der Findungsphase, eine phenole Note in der Nase und am Gaumen mit buttrigen Aromen sehr reifer Birnen. Der im Barrique reifende Weißburgunder deutlich runder als der Ortswein. Ich denke das beider Weißburgunder großen Anklang finden werden. 
Bei den Rotweinen habe ich die 2013 Zweigelt Barrique und Spätburgunder Barrique probiert. Es deutet sich an, dass beide Weine eine neue Rotweingeschichte im noch jungen Weingut Hey einleiten werden.
Insgesamt können Sie sich auf eine tolle Kollektion freuen, die die selbst gestellten hohen Ansprüche des Winzers noch übertrifft.