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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 11.07.2015 um 14:46 Uhr | 0 Kommentare

Der Freyburger Schweigenberg im Wandel

Der Freyburger Schweigenberg ist die markanteste Rebfläche der Region. Da lege ich mich jetzt mal fest. Dieser Berg prägt das Bild der Weinregion am deutlichsten. Die hier wachsende Weine werden je nach Winzer als  Edelacker oder eben Freyburger Schweigenberg bezeichnet. Der Weinberg leiht ausserdem einer der unsinnigsten Großlagenbezeichnungen Deutschlands den Namen. Sei es drum, die hier wachsenden Weine gehören zum Besten was Saale-Unstrut zu bieten hat. Der Schweigenberg ist seit hunderten von Jahren Wandlungen unterzogen. Die Architektur  der vielen kleinen Weinbergshäuschen zeugt davon. Man findet Bauelemente verschiedener Jahrhunderte, verschiedene Baustile aus verschiedensten Epochen. Vom DDR Einfamilienhaus bis zurück in das 12. Jahrhundert ist alles vertreten. Offensichtlich brachten auch einige Italienreisende vom 18. bis 20. Jahrhunder Eindrücke mit, die heute als steinere Zeugen den Berg das Gesicht geben.
Aber auch in den letzten Jahren ist durch Privatinitiative der Parzellenbesitzer viel passiert. Mauern wurden instandgesetzt, die Häuschen wurden saniert und es wurden neu Reben gepflantzt. Die auf dem Foto zu sehende Parzelle wurde duch einen Leipziger Unternehmer gekauft, der Verein "Wein rockt" bewrtschaftet gemeinsam mit dem Weingut Bernard Pawis die Terrassenlage. Das erste Produkt ist der Riesling R 736. Die Zahl 736 steht für die Anzahl der Treppenstufen die man bewältigen muss, um an die Rieslingparzelle zu gelangen. Die neu aufgerebten Teilstücke um unteren Bereich wurden von Bernard Pawis unter anderem mit Pinotin bepflantzt. Eine robuste, Kälte und Fäulnis unempfindliche Rebe.
Aber auch an anderen Stelle regt sich viel. Eine der gepflegtesten Parzellen des Berges wird vom Weingut Böhme &Töchter bewirtschaftet, der Eigentümer der Parzelle Klaus Scheiding ist immer am Ball, so wurden in den letzten Jahren alle Mauern instandgesetzt. 
     



Tags: Wein rockt.eV, Freyburger Schweigenberg, Klaus Scheiding
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 08.07.2015 um 12:15 Uhr | 0 Kommentare

Bundestag beschließt Erweiterung der Rebfläche

Erwartungsgemäß hat der deutsche Bundestag die Rebflächenerweiterung beschlossen. Allerdings bleibt man unter den von Brüssel vorgegebenen 1% der Rebfläche. 0,3 Prozent, also rund 300 Hektar können zunächst 2016 und 2017 jährlich neu aufgerebt werden. Die Gründe warum man deutlich unter den 1% von der EU bleibt sind vielschichtig und aus deutscher Sicht logisch. Das Ziel den Weinmarkt zu lieberalisieren, wie von der EU angestrebt, findet in Deutschland nicht statt.  Dabei ist es wie immer, man weiß nicht ob die Gesetzesnovelle dem EU Recht entspricht. Eigentlich auch egal, zum Schluß macht eh jedes EU Land was es will, der deutsche Weinmarkt boomt, deutsche Weine sind gefragt wie nie, aber es ist wie immer, es boomt nicht bei jedem. Die Produktionsmenge ist schwankend, die Preise relativ hoch und wer seine Weine verkauft, der kann davon sehr gut leben. Aber nicht jeder verkauft seine Weine und so kommen Vertriebsschienen in Gang, die durch den Preisverfall  den Winzern langfristig eher schaden als nutzen. Billigsegmente der Discounter sind da nicht mal schuld, nein, es sind Umsatzblasen die gedreht werden, an denen der Handel nur minimal bis gar nicht verdient. Es geht nur um Verdrängung. Dies ist besonders im Internet zu beobachten,  aber auch der stationäre Einzeelhandel wie bei HAWESKO, der mit der deutlichen Erweiterung des Netzes von Jauqes Weindepot zusätzlich befeuert wird.
Mit einer zu großen Erweiterung der Rebfläche würde man zusätzlich Öl ins Feuer gießen. Man sieht, die europäischen Probleme sind nicht unbedingt deutsche, aber sich auf dem, was im Moment ist auzuruhen, widerspricht der kapitalistischen Produktionsweise und die ist nunmal nicht konstant. Es gibt Krisen und die machen auch um die deutsche Weinbranche keinen Bogen. Das einzige was hilft ist Qualität auf bestem Niveau, nur so kann ein Winzerbetrieb langfristig seine Zukunft sichern. 
Für Saale-Unstrut bedeudet diese Gesetzgebung ein vom Umwelt - und Landwirtschaftsminister Aikens prognostiziertes Wachstum von 10 Hektar jährlich. Herr Aikens hat dabei besonders an junge Winzer gedacht, ich glaube das hat ihm jemand eingeredet. Klar suchen die Fläche, aber jährlich 10 Hektar? Und vermutlich haben die Ansager der Region ihm gleich noch in den Mund gelegt, dass man so die Steillagen retten kann. Wenn man das will, dann muss man es fördern und so einen Anreiz bieten, dass brach liegende Steillagen, besonders in Freyburg, rekultiviert werden. Das macht die Stadt schön und fördert den Tourismus. Und der erwirtschaftet Steuern. Man sollte sich da ein Beispiel am 100 DM Begrüßungsgeld nehemen, Rund 2 Mrd DM wurden verschenkt und flossen direkt in die Kassen der Händler, von dort in die Wirtschaft und zum Finanzminister. Ein schöner Kreislauf.
Also Geld anfassen Herr Aikens, den (jungen) Winzern in die Hand geben, sie nicht zu Schuldnern machen, denn Schulden schmälern auch die Steuerlast. Nur so wird es was mit langfristig und der Region, der es ja schon jetzt recht gut geht?
Tags: Saale-Unstrut-Wein, Onko Aikens,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 07.07.2015 um 11:09 Uhr | 0 Kommentare

Breitengrad 51 -Die Weine sind gekürt!

Am gestrigen Montag dem 06.07.2015 fand im Weingut Hey die finale Weinprobe des Vereins Breitengrad 51 statt. Die Winzer und geladene Gastjuroren beendeten mit einer finalen Wertung das lange Auswahlprozedere. Die Arbeit hat sich gelohnt, das Qualitätslevel ist nochmals gewachsen, vorallem bei den Rotweinen wurde eine deutliche Steigeung sichtbar. Die erreichten Qualitäten, sowohl bei Weissweinen und Rotweinen haben damit eine neue Dimension erreicht. Es sind leider keine Rieslinge dabei, da durch das schwierige Jahr zu geringe Mostgewichte beim Riesling eine Vorlage verhinderten. Da die Rieslinge nun ausgerechnet in diesem Jahrgang so gut wie lange nicht sind, sollte man da nicht eventuell doch den Einfluß der Sonne etwas herunterstufen?
Am 15.08.2015 findet die Präsentation der Weine in Naumburg statt. Freuen Sie sich auf ein Feuerwerk erstklassiger Weine der besten Winzer von Saale-Unstrut. Welche Weine Sie erwarten - diese Ehre das zu verkünden überlassen ich denen,  die die Weine gemacht haben. Dies stärkt die Neugier und die Lust auf Wein vom 51. Breitengrad. 


ELISABETH BORN, VOLKER FRÖLICH; ANDRE GUSSEK, LORI, MARIKA BÖHME, MATTHIAS HEY  


  
JUROR KLAUS KANZLER UND WINZER VOLKER FRÖLICH
Tags: Breitengrad 51, Weingut Hey, Winzerhof Gussek,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 05.07.2015 um 11:49 Uhr | 0 Kommentare

Die Nacht des Jahres?

Die Nacht des Jahres? Es war warm im Schatten des Steinmeisters, aber irgendwie doch sehr angenehm. Interessierte Gäste, tolle Weine, wer wollte konnte zum Wetter passende leichte Kost genießen. Es stimmte einfach alles. Alles wie immer bis zum Auftritt der Band CLEO. Was da abgeliefert wurde machte den ohnehin schönen Abend zum Erlebnis, für mich zur Nacht des Jahres. Fünf Musiker die eine Stimmung in die Nacht zauberten, dieses Gefühl, was man mit Worten nicht oder nur schwer ausdrücken kann. Perfekte Musiker, die vermutlich alles spielen können, zerstörten in mir ein Bild verstaubter Unterhaltung eines Geners grundlegend. Das war kein Chansonabend. Nichts war aufgesetzt, keine Geste zu viel, die Musik nahm sich die Nacht und die sich das Publikum. Und dann blieb da ein Ton einer Stratocaster hängen, BANG BANG, der brachte entgültig die Stimmung in Richtung Summerwine - kennen Sie auch von Nancy Sinatra und Lee Hazelwood. Mehr ist nicht zu sagen, ausser Danke Herr Hey.

Tags: Weingut Hey, Band Cleo
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.05.2015 um 16:36 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein: Jungweinprobe bei Andre Gussek am 01.05.2015 und Schlußbemerkungen!

Es war beschaulich und aufregend. Beschaulich, weil zur gleichen Zeit der Freyburger Weinfrühling tobte (ich hatte Platz) und aufregend, weil die Qualität der Weine eine Demonstration Naumburger Winzerkunst offenbarte, die ich diesem Jahrgang niemals zugetraut hätte. Das Gussek und sein familiäres Team Wein machen beherrschen ist nicht neu, dass er sich aber so derartig abhebt, ist ein starkes Zeichen für den qualitätsbewußten Verbraucher. Das Geheimnis ist im Grund keines, falls jemand die Frage stellt wie macht der das denn? Es ist etwas, was für jeden Winzer selbstverständlich sein sollte: Sorgfalt während der Lese. In diesem Jahr war es besonders wichtig und besonders nötig, wollte man qualitativ hochwertige Weine erzeugen. Das wollen ja bekanntermaßen alle, wie ich immer wieder hören durfte, dennoch sind die qualitativen Unterschiede zur Masse der Erzeuger derart deutlich, dass ich auf weitere Kommentare verzichten muss.
Und wenn ich den Schluß meiner Verkostungs(tor)tour jetzt auf einen Nenner bringen möchte, dann ist eben  der Titel "Alles trinkbar und manches Spitze" - oder so ähnlich - von einem der noch viel lernen muss, eine unzulässige Veralgemeinerung der Problematik des Jahrgangs 2014.  Und wenn wir schon mal dabei sind, Spitze kommt mit ganz wenigen Ausnahmen nur von den Winzern, die auch in der Klassifizierung meines Buches Saale-Unstrut / vina mediterranea ganz oben stehen. Auch da hat der eine oder andere mal einen erklärungswürdigen Wein an Deck, aber eben nur einen und nicht die Masse des Sortiments in Herbstlaub gelber Farbe. 
Gussek brauchte mir nichts zu erklären, nur ein Silvaner aus der BIN Reihe, ich glaube 88, war so ein Kandidat. Der Grund, dieser Silvaner war wie von einem anderen Stern. Andre Gusseks zufriedenes Lächeln ließ die Erinnerung an Chaostage während des Winzerfestes wie einen Schneball im Hochofen verdampfen. Und wer weiß, wie Andre Gussek da aus sah, kann es verstehen. Bei der gesamten Kollektion von Gussek wird  sehr präzise die Rebstilistik in den Vordergrund gestellt. Diese in Verbindung mit den Lagen macht eben den Unterschied. Bei den Rieslingen, ich habe schon darüber geschrieben, wird es so derartig deutlich, dass man sich eigentlich nur noch freuen kann. Alles andere in gewohnt höchster Qualität die für sich und damit für Gussek spricht.
Das Andre Gussek auch in diesem Jahr wieder einen Gast hatte, hätte ich fast unterschlagen, allerdings zu Unrecht. Denn das aus Radebeul stammende Weingut "DREI Herren", präsentierte ebenfalls viel Klasse. Es lohnt sich mal wieder in Sachsen einzufallen, bevor es die Potsdamer und Berliner tun.