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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 05.07.2015 um 11:49 Uhr | 0 Kommentare

Die Nacht des Jahres?

Die Nacht des Jahres? Es war warm im Schatten des Steinmeisters, aber irgendwie doch sehr angenehm. Interessierte Gäste, tolle Weine, wer wollte konnte zum Wetter passende leichte Kost genießen. Es stimmte einfach alles. Alles wie immer bis zum Auftritt der Band CLEO. Was da abgeliefert wurde machte den ohnehin schönen Abend zum Erlebnis, für mich zur Nacht des Jahres. Fünf Musiker die eine Stimmung in die Nacht zauberten, dieses Gefühl, was man mit Worten nicht oder nur schwer ausdrücken kann. Perfekte Musiker, die vermutlich alles spielen können, zerstörten in mir ein Bild verstaubter Unterhaltung eines Geners grundlegend. Das war kein Chansonabend. Nichts war aufgesetzt, keine Geste zu viel, die Musik nahm sich die Nacht und die sich das Publikum. Und dann blieb da ein Ton einer Stratocaster hängen, BANG BANG, der brachte entgültig die Stimmung in Richtung Summerwine - kennen Sie auch von Nancy Sinatra und Lee Hazelwood. Mehr ist nicht zu sagen, ausser Danke Herr Hey.

Tags: Weingut Hey, Band Cleo
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 12.05.2015 um 16:36 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein: Jungweinprobe bei Andre Gussek am 01.05.2015 und Schlußbemerkungen!

Es war beschaulich und aufregend. Beschaulich, weil zur gleichen Zeit der Freyburger Weinfrühling tobte (ich hatte Platz) und aufregend, weil die Qualität der Weine eine Demonstration Naumburger Winzerkunst offenbarte, die ich diesem Jahrgang niemals zugetraut hätte. Das Gussek und sein familiäres Team Wein machen beherrschen ist nicht neu, dass er sich aber so derartig abhebt, ist ein starkes Zeichen für den qualitätsbewußten Verbraucher. Das Geheimnis ist im Grund keines, falls jemand die Frage stellt wie macht der das denn? Es ist etwas, was für jeden Winzer selbstverständlich sein sollte: Sorgfalt während der Lese. In diesem Jahr war es besonders wichtig und besonders nötig, wollte man qualitativ hochwertige Weine erzeugen. Das wollen ja bekanntermaßen alle, wie ich immer wieder hören durfte, dennoch sind die qualitativen Unterschiede zur Masse der Erzeuger derart deutlich, dass ich auf weitere Kommentare verzichten muss.
Und wenn ich den Schluß meiner Verkostungs(tor)tour jetzt auf einen Nenner bringen möchte, dann ist eben  der Titel "Alles trinkbar und manches Spitze" - oder so ähnlich - von einem der noch viel lernen muss, eine unzulässige Veralgemeinerung der Problematik des Jahrgangs 2014.  Und wenn wir schon mal dabei sind, Spitze kommt mit ganz wenigen Ausnahmen nur von den Winzern, die auch in der Klassifizierung meines Buches Saale-Unstrut / vina mediterranea ganz oben stehen. Auch da hat der eine oder andere mal einen erklärungswürdigen Wein an Deck, aber eben nur einen und nicht die Masse des Sortiments in Herbstlaub gelber Farbe. 
Gussek brauchte mir nichts zu erklären, nur ein Silvaner aus der BIN Reihe, ich glaube 88, war so ein Kandidat. Der Grund, dieser Silvaner war wie von einem anderen Stern. Andre Gusseks zufriedenes Lächeln ließ die Erinnerung an Chaostage während des Winzerfestes wie einen Schneball im Hochofen verdampfen. Und wer weiß, wie Andre Gussek da aus sah, kann es verstehen. Bei der gesamten Kollektion von Gussek wird  sehr präzise die Rebstilistik in den Vordergrund gestellt. Diese in Verbindung mit den Lagen macht eben den Unterschied. Bei den Rieslingen, ich habe schon darüber geschrieben, wird es so derartig deutlich, dass man sich eigentlich nur noch freuen kann. Alles andere in gewohnt höchster Qualität die für sich und damit für Gussek spricht.
Das Andre Gussek auch in diesem Jahr wieder einen Gast hatte, hätte ich fast unterschlagen, allerdings zu Unrecht. Denn das aus Radebeul stammende Weingut "DREI Herren", präsentierte ebenfalls viel Klasse. Es lohnt sich mal wieder in Sachsen einzufallen, bevor es die Potsdamer und Berliner tun.
  
 
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 27.04.2015 um 15:06 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein: Jungweinprobe Weingut Hey am 25.04.2015

Das Erstaunlichste ist, dass dieser Jahrgang unglaublich viele Facetten hervorbringt. Da ich seit Februar regelmäßig die Weine von Matthias Hey probiere erlaube ich mir folgenden Kommentar: In den von Matthias Hey vorgelegten Weinen wird deutlich, dass das erreichte qualitative Maß in eine Sphäre eindringt die man erklären muss. Diese Weine sind qualitativ der Region entwachsen, ohne die Region verlassen zu haben. Die Jungweinprobe bei Matthias Hey und seinen Eltern stärkt meinen Glauben daran, dass es auf Grund der klimatischen Bedingungen und der Bodenverhältnisse möglich ist, absolute deutsche Spitzenweine im Weißweinbereich - und hier vorallem beim Riesling und Weißburgunder zu erzeugen. Hey beschreitet diesen Weg sehr konsequent, er lässt sich nicht irritieren von Zwischenrufen der Hinterbänkler und er lässt sich vorallem nicht treiben. Alles zu seiner Zeit, der Wein bestimmt den Takt, nicht der Handel.
Nicht jeder ist offen für diesen Stil, vorallem dann nicht, wenn der oft zitierte Saale-Unstrut-Klassiker (furztrocken) bemüht wird. Den Weinen merkt man an, dass in Ruhe und so lange gearbeitet wird, bis Hey selbst zufrieden ist. Dann muss er sich, seine Idee und seinen Wein verkaufen, darauf verzichtet die große Menge seiner Kollegen. Allein das Wort Verkäufer treibt einigen Kollegen von Hey den Angstschweiß ins Gesicht, weil sie das nicht müssen, es wird ja bestellt und abgeholt, und daher wollen sie darüber auch nicht nachdenken. Nur wenige schließen sich Hey an. Es macht dennoch Mut, dass es  Mitstreiter gibt, wenn auch wenige.
Ja, Hey macht seinen Wein, wie dereinst große deutsche Winzer am Beginn ihrer Karriere. Winzer vom Schlage des Reinhard Löwenstein bis zu Hansjörg Rebholz sind seine Brüder im Geiste, jedoch niemals im Stil, er ist dabei seinen Stil zu kreieren und der wird bleiben . Das ihm dabei auch manches nicht 100% zufrieden stellt, ist nur normal. 
Freuen Sie sich also auf eine wunderbare Kollektion von Weiß- und Rotweinen, die sicher nicht unumstritten ist, für mich gehören die Weine jedoch mit zum Besten, was ich an der Saale und der Unstrut bislang probieren durfte.   
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 14.04.2015 um 14:06 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein: Jungweinprobe Weingut Böhme & Töchter 2014 Jahrgangs

Das kleine Familienweingut gehört seit einigen Jahren zur Spitze der Weinerzeuger an Saale und Unstrut. Auch im nicht einfachen Jahr 2014 legt das Weingut nun einen charaktervollen Jahrgang vor. Die Gliederung der Weine nach Guts-,Orts,- und Lagenweinen hat Fuß gefasst und wird mit diesem Jahrgang auch sehr deutlich zelibriert. Die Gutsweine sind solide, herausragend die feinherb ausgebauten Bacchus und Weißburgunder.
Die beiden Ortsweine Kerner und Riesling bilden einen ausgezeichneten Übergang zu den Spitzenweinen, die aus dem Freyburger Schweigenberg stammen. Sehr überzeugend der Weißburgunder und der Chardonnay. Aber auch der Silvaner kann gefallen. Wichtig zu erwähnen, weil in diesem Jahr nicht selbstverständlich, ist die erzielte Ausgewogenheit der Weine, die seit Jahren den Stil des Gleinaer Weingutes ausmachen. Insgesamt ein Jahrgang mit vielen Höhen aber auch einigen kleinen Kanten, die die chaotischen Witterungsverhältnisse im September widerspiegeln. Natürlich kann ein Winzer durch moderne Technik und erlaubte Eingriffe im Herstellungsprozeß viel erreichen, aber hexen können auch Frank und Tochter Marika Böhme nicht.
 Tags: Weingut Böhme & Töchter,
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 09.04.2015 um 16:24 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein: Jungweinprobe Weingut Pawis des 2014 Jahrgangs

Jungweinproben bei Bernard Pawis besuche ich seit ca.13 Jahren genau so lange verkaufe ich seine Weine. Der Erfolg seiner Weine hat viele Väter. Eine seiner größten Trümpfe ist seine Beständigkeit, ich kann mich an keinen Wein erinnern, dem ich nicht irgend etwas Positives abringen konnte. Das gilt selbst dann, wenn ich mal einen Wein nicht sofort in meiner Geschmackswelt unterbringen konnte. Die 2014er Weine vom VdP Weingut Pawis machen da keine Ausnahme. Alles in allem eine qualitativ hochwertige Kollektion mit grandiosen Rieslingen an der Spitze. Die Gutsweine angefangen beim Müller-Thurgau, dem Silvaner, dem Gutsriesling und dem Weißburgunder sind Weine, die dem frühen Genuss vorbehalten sein sollten. Der Kultwein Rosalie, in diesem Jahr sehr gehaltvoll (deutliche rote Aromatik). Mein Tip: Er sollte nur  sehr gut gekühlt konsumiert werden 6-8°C.
Die Orts- und Terroirweine, alle samt gelungen. Hervorstechend der Riesling Buntsandstein von der Naumburger Glocke, ein Wein aus einem Guss, viel Mineralität die ausgezeichnet von der Frucht umgarnt wird. Völlig anders die Rieslinge von den reinen Muschelkalkböden, die jeden Rieslingpuristen begeistern werden. Der Neuling, Riesling R736 aus dem Freyburger Schweigenberg, ein Wein für Kenner, nichts für so mal eben einen Schluck, ein Wein zum Philosophieren. Nicht ganz so spektakulär weil anders, der Riesling Quarz - des Winzers liebstes Stück. Auch hier wieder feine Rieslingaromtik, nicht ganz so spitz wie beim R 736, aber dennoch bemerkenswert.  Wie in jedem Jahr ein Meisterwerk, der Grauburgunder Muschelkalk, der bald die Bezeichnung "Zscheiplitzer Himmelreich" tragen wird.  Zu den 2013 Großen Gewächsen, die ebenfalls zur Verkostung standen, habe ich schon hin und wieder geschrieben, erstaunlich diesmal: Der Grad ihrer Wandlung, die 3 Weine haben sich für Langlebigkeit entschieden.