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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 27.12.2015 um 19:57 Uhr | 2 Kommentare

Orangerie Seeburg - Restaurantkritik

Irgendwann habe ich gelesen, dass der Betreiber der Orangerie in Seeburg eine Pominentenwand einrichten will. Das machte mich neugierig und trieb mich in seine Arme. Da ich nicht prominent bin, habe ich zum Glück keine Chance mit einem schlecht gemachten Selfie, da aufgehängt zu werden.
Sei es drum, die Kulisse des "Süßen Sees" macht etwas her, die Burg ebenso, das Restaurant ist architektonisch eingepasst. Alles sehr modern, eher im Stil einer Bar eingerichtet, der elektrische Kamin ist Geschmacksache, das darüber hängende, überdimensionale Besteck sollte man überdenken. Die Karte verspricht  einiges, hält jedoch nicht alles. Meine Wildterrine hatte schon bessere Tage, der Cranberryschaum war flockig (ranzig) und musste weg, gleichsam die Terrine. Über das gereichte Früchtebrot möchte ich mich nicht äußern. Die von meiner Partnerin gewählte Wildconsommè war passabel, ein wenig zu stark einreduziert und in einem strapaziösen Einwegglas serviert. Der fischig riechende Kaisergranat am Stück hinterließ Rätsel. Alles zu anstrengend.
Die Hauptgänge, Tafelspitz und Lammkrone, entsprachen dem, was man sich darunter vorstellt. Die von mir gewählte Lammkrone war  in Ordnung. Allerdings ließ sich die englisch bereitete und medium bestellte Krone mit dem gelieferten Messer nicht bewältigen. Aber es war geschmacklich besser, als ich nach der Vorspeise vermuten durfte.
Die Weinkarte wirklich sehr umfangreich, jedoch ohne Überraschungen. Das übliche Allerlei, das je nach Getränkeliferanten mal in diese mal in jene Richtung wechselt. Das bei den Weinen keine Jahrgangsangaben gemacht werden wurde damit begründet, dass man ja nicht jedes Jahr eine neue Karte schreiben kann. Mein Tipp an die Geschäftsleitung, konzentrieren Sie sich auf die Region in der sie leben und dort auf die Betriebe die wirklich gute Weine machen. Mit dem Schlossgut Seeburg, dem Weingut Böhme&Töchter (noch als Weingut Böhme ausgewiesen) und dem
Weingut Born gibt es gute Ansätze, die man ausbauen sollte. Um es kurz zu machen, die umfängliche Weinkarte belastet das Budget, da man ja alles vorhalten muss. Weniger ist hier mehr. 
Wir haben uns für den
2014er Gutedel von Born entschieden, weil wir wissen, dass dieser Wein ein idealer Speisenbegleiter ist.
Der Wein war sehr gut temperiert, die Gläser waren klassisch und entsprachen dem was ich von einem Weißweinglas erwarte.
Die Bedienung war freundlich und bemüht, dem geneigten Gast einen schönen Abend zu bereiten.  
Der selbstgewählte Anspruch auf der
Web-Seite des Restaurants nach "Regionalität"  und "hoher Schule der Kochkunst" wurde nur im ersten Teil, der Regionalität, erfüllt. Hohe Schule der Kochkunst ist anders. Kochen ist zunächst einmal Handwerk, das sollte man beherrschen, will man Kunst machen. Anders geht es nicht. 
Alles in allem kein runder, aber auch dank der Bedienung, kein ganz schlechter Abend. 

Rainer Albert Huppenbauer, 28.12.2015
    




       
Tags: Orangerie Seeburg, Weingut Born

Kommentare

Rainer Huppenbauer20.04.2016 um 22:08 Uhr
Tja mein lieber Werner, ich habe niemanden schlecht gemacht so war es einfach. Natürlich ist es auch eine Frage des Anspruchs. Und wenn ein Restaurant damit wirbt Spitzenküche zu machen, muss es sich daran messen lassen. An diesem Tag, als ich dort gegessen habe, war es so wie beschrieben. Kein bisschen besser oder schlechter. Ich finde überhaupt, dass ich das posiv bewertet habe. Du solltest mal Kritiken lesen wenn ich sauer bin.   
Werner26.03.2016 um 09:47 Uhr
Ich kann diese Bewertung leider absolut nicht nach vollziehen. Wir gehen regelmäßig in die Orangerie. Immer ein absolutes Top Essen und eine riesige Auswahl an internationalen und regionalen Weinen. Wir wurden noch nie enttäuscht. Geschmacklich wie Optisch immer wieder ein Besuch wert. Werner von Alsen 25.3.2016

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