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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 20.06.2018 um 14:37 Uhr | 0 Kommentare

Alles in Butter? Prinz zur Lippe hat Zadel verkauft!

Ob alles in Butter ist, ist noch nicht sicher und ob eventuell doch Quark daraus wird, natürlich auch nicht. Aber die Fakten liegen auf dem Tisch, die Tinte noch nicht ganz trocken, aber immerhin unterschrieben, die neuen Besitzer von Zadel (ehemalige Kellerei von Prinz zur Lippe – Schloss Proschwitz) kommen aus Sachsen Anhalt. Der Kaufpreis steht dann irgendwann in der Bilanz der Anhaltiner und kann beim Bundesanzeiger eingesehen werden. Noch braucht es aber etwas Geduld, da vermutlich Stillschweigen vereinbart wurde. Alles eigentlich ein normaler Vorgang. Einer verkauft was, ein anderer kauft etwas. Der Verkäufer ist Georg Prinz zur Lippe, der sich über schlechte Nachrichten im Moment wohl nicht beklagen kann. Der Käufer, ein Konsortium rund um die Freyburger Winzervereinigung, die nun in Sachsen zu einer beachtlichen Größe gewachsen ist. Die Zahlen schwanken, weil keiner der Beteiligten (Umfeld der Freyburger Winzervereinigung, Prinz zur Lippe (äußerte mir gegenüber, dass er kein Land verkauft), Schloss Wackerbarth, ehemalige Mitglieder der Meissner Winzergenossenschaft) sich verbindlich äußert. Der Rest der sächsischen Winzer hat sinnbildlich den Mittelfinger gezeigt bekommen, zumindest die, die Interesse an den zur Sprache stehenden Rebflächen angemeldet hatten. Das es kein normaler Vorgang ist, weil in Deutschland wohl einmalig, ist dem Umstand geschuldet, dass die gesamte Führungsriege der Winzervereinigung Freyburg, vom Geschäftsführer bis zum Aufsichtsratsvorsitzenden daran beteiligt ist einen Privatbetrieb installieren, der nun, bezogen auf den deutschen Markt, zum Konkurrenten der Winzervereinigung wird. Dies ist vermutlich noch nicht jedem klar. Wie das mit dem Mandat des Aufsichtsratsvorsitzenden, dem des Geschäftsführers und seinem Vorstand (der ja von all dem nichts weiß, so sagt man) einhergeht, ist mir ein Rätsel. So etwas gibt es nicht mal in der Automobilbranche.
Man stelle sich folgendes vor:
Die drei wichtigsten und verantwortlichsten Manager von Daimler Benz
gründen privat eine Autofabrik in Belgien. Na klickert es?

Meine Prognose lautet, da in Zadel Wein für den Lebensmitteleinzelhandel gekeltert werden soll, wird bereits mittelfristig Druck auf den sächsischen Weinmarkt ausübt werden. Das derzeitige allgemeine hohe Preisniveau wird fallen. Gleichzeitig erhöht das aber die Chancen der Qualitätsproduzenten, sich deutlich abzugrenzen. Am deutlichsten wird es die Meissner Winzervereinigung und wohl Schloss Wackerbarth treffen. Deren Überlegungen so wr zu hören, gehen sogar davon aus, noch mehr Flächen abzugeben. 
Gleichzeitig, steht aber eben auch alles nur auf einem Bein, denn der Absatz erfolgt bei der Winzervereinigung und vermutlich nun auch in Sachsen zum größten Teil über die 1939 gegründete Mack und Schühle AG (Weinwelt). Man stelle sich mal vor die Familie Mack (alleiniger Aktienbesitzer) verkauft an wen auch immer und zieht sich zurück, dann ist das Konstrukt gefährdet. Die Bewegung, gerade in dieser Branche, lässt eine solche Hypothese zu.
Nun warten wir es ab, wie sich alles entwickelt. Den Zonk haben die Dresdner Sachsen. Aber das sind die ja gewöhnt. Man denke nur an die DDR Zeit, ein Leben ohne Westfersehen und eine riesengroße Leuchtreklame wo darauf stand: „Der Sozialismus siegt“. An und für sich siegt aber nun mal gar nichts. Man muss schon was dafür tun (bittere Lehre einer schönen Idee). Den Prinzen zu vertrauen, war wohl auch nicht das Richtige.   
Was bleibt?
Liebe Sachsen, und das meine ich nicht ironisch, ich werde meine Rentnerzeit, so sie denn mal kommt, in Dresden verbringen, weil ich keine schönere Stadt kenne. Tut mir den Gefallen und verteidigt euch gegen die „anhaltinische Invasion“. Wir haben hier außer Luther keine weitere nennenswerte Geschichte und Kultur. Außer das wir Frühaufsteher waren und ausgelacht wurden, haben wir jetzt die Kirche reformiert und zwar weltweit. Ich hoffe das tröstet ein bisschen über den Landverlust hinweg.   

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