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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.05.2020 um 12:38 Uhr | 0 Kommentare

Das grassierende Ding und was an Saale-Unstrut so passiert ist!

Ab und an ist es auch ganz gut, wenn man einfach mal die Klappe hält. Das habe ich nun eine ganze Zeit lang gemacht, um mich mit voller „Wucht“ zurückzumelden. 
Keine Angst so schlimm wird es nicht. Aber in den letzten Wochen ist an Saale-Unstrut eine Menge passiert. Und das Meiste hatte nichts mit dem grassierenden, wie hieß das Ding noch mal, zu tun. Es  geht einfach nur um Wein. Also dieses Ding hat natürlich auch den Winzern und uns Händlern zu schaffen gemacht. Da aber kein richtiges Ende in Sicht ist, macht es keinen Sinn, ständig darüber zu reden. Eins nun doch noch, hüten Sie sich vor Menschen, die sich in diesem Ding siehlen, wie ein Wildschwein in seiner persönlichen Suhle. Diese Menschen kennen fast jeden der das Ding hatte und hat, waren selbst vom Ding befallen oder mindestens in Quarantäne. Sie tragen auch beim Rauchen eine Maske und meiden, so berichten sie jedenfalls, öffentliche Plätze. Essen und Trinken können Sie nicht, da das Essen vom Ding kontaminiert sein könnte und die Maske eine Essenseinnahme nicht zulässt, und sie damit schützt. Sie werden also verdursten oder verhungern. Sie tun das auch, um in die Opferzahlen des Dings aufgenommen zu werden. Heldentod. Sie waren Clever und haben sich bereits als WUHAN abgeriegelt wurde, mit Klopapier und Windeln (man weiß ja nie wie lange es  dauert) eingedeckt, ja so dachten sie damals. Die meisten von denen waren ganz normale Menschen (meist jüngere) die nichts zu berichten gehabt hätten, hätte es nicht dieses Ding gegeben. Ich kenne zum Glück nur einen solchen Fall. Noch lebt er, aber durch das verweigern der Nahrung sieht er sehr schlecht aus.

Nun zum Wein:
Das Wetter
Dass das Wetter gerne mal verrückt spielt, ist eine alte Weisheit. Im Moment, so hat man den Eindruck, immer öfter. Kaum merklich in den Städten und dem ländlichen Raum, sanken in der Nacht vom 4. zum 5. Mai die Temperaturen in einigen Weinbergen an Saale-Unstrut unter die kritische Grenze von Minus 3 Grad. Das Ergebnis ist zum Teil verheerend. Die schlimmsten Erfrierungen hat es in Thüringen und westlich von Freyburg in Weischütz gegeben. Einige Winzer sind davon betroffen. Für den neuen Jahrgang wird das bedeuten, dass in diesen Bereichen mit einer kleinen Ernte zu rechnen ist. Man muss zu dem abwarten, wie der Reben mit dem Umstand umgehen.

Die Weine und anderes Geschehen
Der 2019er Jahrgang ist nun allgegenwärtig und zeigt bei den üblich Verdächtigen sehr gute Ergebnisse. Die Prognose einer Probierkolonne unter der Ägide eines „älteren aber leicht besoffenen Herrn“, der jetzt unter falschen Namen in der Regionalbeilage des Naumburger Tageblattes zu Worte kommt, war wie immer: Zucker her. Nachlesen kann man das im Weinbeobachter. Doch was soll`s, die Jungs werden es nicht mehr lernen, also zurück zu denen die es können. 
Bei dem einen oder anderen Winzer aus dem Kreis der oben genannten hat es sichtbare Veränderungen gegeben. Neue Outfits bei Hey und Böhme&Töchter, neue Webseite bei Gussek und viele Kleinigkeiten, die meinen Optimismus nähren, dass unsere Region, vor allem die Breitengrad 51 Winzer, qualitativ einen Schritt nach vorn tun werden. Zu nennen sind die positiven Veränderungen im Landesweingut Kloster Pforta im personellen Bereich. Sowohl der Kellermeister, der mit seinem zweiten erfolgreichen Jahrgang (2018/2019) echte Prämissen setzt, als auch der neue Geschäftsführer, der mit Ruhe und vor allem Sachverstand "regiert", was im gebeutelten Staatsweingut dringend benötigt wurde.
Andre Gussek bereitet derzeit seine 2018er Rieslinge auf die Markteinführung vor. Von den Lagen Göttersitz, Dachsberg und Steinmeister kommen 3 exzellente Rieslinge, die es so hier noch nie gab. Dazu sind bei Gussek Weine (Blauer Zweigelt, Spätburgunder) in der Pipeline die neue Maßstäbe setzen werden. Ein Wein wird allerdings Gusseks Geheimnis bleiben, lassen Sie sich überraschen.
Bei Bernard Pawis mischt nach kleinen Ausreißversuchen nun Christian Pawis mit, der sich gleich mal mit der Lagenproblematik des Spitzenerzeugers befasst.
Matthias Hey nun mit Traubenadler, hat sich entscheidend vergrößert. Fast drei Hektar  wurde in Weischütz aufgerebt und so ein wichtiger Grundstein für eine solide ökonomische Perspektive gelegt.
Bei Wolfram Proppe wurde ebenfalls neues Land kultiviert. Dazu der Ausbau des Gutes in Löberschütz, der  wohl den Winzer und seine Familie noch eine Weile beschäftigen wird. Mir gefällt das maßvolle Vorgehen der „Proppes“, man lässt die Kirche im Dorf und macht alles Schritt für Schritt.
Bei Marika Sperk (Böhme&Töchter) ist ein wichtiger Schritt vollzogen worden. Die Familie geeint und das Werk von Frank Böhme und seinem nun schon 84 jährigen Vater, der immer noch nicht wegzudenken ist, strahlt auf mich eine unglaubliche Zuversicht aus. Dazu wurde eine neue Steillage im Freyburger Schweigenberg mit Riesling, Chardonnay und Spätburgunder aufgerebt.  Gut so, man setzt auf hochwertige Weine, manchmal noch mit Ecken und Kanten, aber ihnen gehört die Zukunft die gerade beginnt. DieZeit wird es erweisen, genau diese drei Rebsorten werden das Qualitätsbewußtsein im oberen Segment der Zukunft bestimmen.  

So das war es dann erstmal bleiben Sie durstig und freuen Sie sich auf den Sommer.
      

 

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