Am Samstag dem 15.08.2015 stellte der
Winzerverein Breitengrad 51 seinen aktuellen Jahrgang vor. Der Ort gut gewählt, wenn auch durch die tagelange Hitze etwas zu warm. Aber hinter her ist man immer schlauer. Die ausgestellten Bilder der
Düsseldorfer Malerschule im einzigartigen Ambiente des
Naumburger Schwurgerichtes zu erleben, die
Einmaligkeit es dort machen zu können, rechtfertigen die Entscheidung in Potenz. Die Ausstellung schließt am 30.08.2015 und damit auch die vom
Naumburger Kunstverein geöffnte Immobilie des Schwurgerites. Wollen wir hoffen, dass dieses Haus nicht zu einem
"lost place" wird, sondern solchen Aktivitäten gesonnen bleibt.
Nun zum Wein, für mich eine eindeutige Demonstration dessen, was sich der Verein BG 51 auf die Fahnen geschrieben hat. Wenn ich auch die GG der VdP Weingüter erst in einigen Tagen probieren werde, so wage ich doch den Vergleich schon heute. Es wird Augenhöhe sein und das nicht nur bei den Weißweinen.
Da ich die Weine in regelmäßigen Abständen bis zur gestrigen Präsentation mehrfach probieren durfte, stelle ich sachlich fest: Die vollzogenen Veränderungen die die Wein in den letzten Wochen machten, sind allesamt positiv. Die Weine sind stabil und erweisen sich als wirkliche Spitzenweine. Die Unterschiedliche Handhabung von Barrique war deutlich zu spüren. Alle drei Burgunderreben lieben das Holz, wobei die einzige Ausnahme der Grauburgunder BG 51 von Sandra und Volker Frölich spürbar darauf verzichtete und dennoch sich bravourös behauptete. Gussek´s Grauburgunder vom Kaatschener Dachsberg etwas voluminöser als im Vorjahr, aber da muss man abwarten. Ein Wein für meine Rente in 5 Jahren? Man wird sehen. Die Weißburgunder, da ein ähnliches Bild, diesmal zwei mit Barrique einer komplett in neuer Eiche (Landesweingut) der andere von Born, mit Teilen und auch "nur" in dritter Belegung. Borns Weißburgunder war dann auch mein Wein des Abends bei den Weißen.
Frank und Marika Böhmes Weißburgunder mit wenig Holz, zeigt deulich die Kraft und zugleich die Leichtigkeit des
Freyburger Schweigenberges, eine wunderbare nicht so gebügelte Stilistik, die mich sehr begeistert hat. Auch dieser Wein ein würdiger BG 51. Eine Sonderstellung auch in diesem Jahr, die Cuvée von
Matthias Hey, der ein schönes Leben vor sich hat und bereits jetzt aufblitzen lässt, was da in der Flasche lauert. Ein Wein der trotz seines üppigen Charakters alles hat, was man sich von derlei verzaubernden Gewächsen wünscht. Bei den Roten, sind es die Rebsorten Zweigelt und Spätburgunder die die Klassifizierung schafften. Es wurden 2013er, ein 2012 und ein 2011 Rotwein gekührt und vorgestellt.
Die Spätburgunder von Hey 2011, Gussek 2013 und Frölich Hake 2013 liefen dann auch zur Höchstform auf. Natürlich die Weine völlig unterschiedlich
Frölich Hake - nicht ohne Ecken und Kanten, dennoch ein würdiger BG 51, Hey noch sehr schwer zugänglich, die Zeit wird zeigen, was daraus wird. Ich bin bei beiden optimistisch.
André Gussek´s Spätburgunder, am geradlinigsten und wohl dass was im 2013er Jahr an das Optimum der regionalen Machbarkeit grenzt. Nicht vergessen sollte man, in dieser schon am Abend lebhaft geführten Diskussion, der Spätburgunder von Matthias Hey aus dem großen Jahr 2011 ist ein absoluter Ausnahmewein, der enorm Zeit benötigt. Manch großer Spätburgunder öffnet sich nie komplett!
Beim Zweigelt waren 2 BG 51 vertreten, beide vom Landesweingut. Schöne Ergänzung Gusseks Zweigelt Barrique vom Steinmeister. Interessant der 2012 Zweigelt BG 51 vom Landesweingut der unfiltriert gefüllt wurde. Ein dem Rotweintrend folgender Wein, den ich in Blindverkostung wohl eher in das Friaul gesteckt hätte. Drei Weine möchte ich noch erwähnen die von den Winzern vorgestellt wurden und mein Herz (Kehle) im Sturm eroberten. Alle wissen mit Dornfelder kann man mich jagen, aber es gibt die berühmte Ausnahme:
Böhme&Töchter mit ihrem im Barrique gereiften Wein vom
Freyburger Mühlberg.
Zweitens: Kim´s Riesling (Gussek) vom
Naumburger Steinmeister, straight, feingliedrig, mineralisch und pouristisch trifft es wohl am besten.
Drittens: Die
Riesling Auslese 2014 von Matthias Hey, ein Gesamtkunstwerk aus dem
Naumburger Steinmeister, das man kaufen und weglegen sollte. Tja das war es dann fast, bemerkenswert das Gastweingut aus der deutschen Rotweinhochburg Klingenberg, eine echte Bereicherung. Das Essen grundsolide, schmackhaft und passend. Die Musik war schon besser.
Bleibt, dass ich mich für den schönen und gelungenen Abend herzlich beim Verein
Breitengrad 51 bedanken möchte. Und man sollte mal wieder in die Bibel schauen.