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Rainer Albert Huppenbauer, 07.07.2021 um 14:30 Uhr
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Auf ein Wort Herr Ministerpräsident!

Manchmal wünsche ich mir, es hätte den Wiener Kongress 1814/15 nie gegeben.
Das Resultat ist einfach, das Land Sachsen - Anhalt würde nicht existieren.
Die Stadt Naumburg, dann zu Sachsen gehörig und mithin das Landesweingut Kloster Pforta ebenfalls. Da es aber nun mal den Wiener Kongress gab, wurde aus Kursachsen Preußen und das wurde von den Alliierten 1945 aufgelöst.
Übrig blieb Sachsen - Anhalt. Aber das werden Sie ja alles wissen. Nun könnte man sagen, Glück gehabt Herr Haselhof, dass die Sachsen auf Napoleons Seite standen. Oder anders herum, Pech für die Weinkultur.

Was sich nunmehr im Landesweingut Kloster Pforta abspielt und zwar seit dreißig Jahren, fühlt sich wie eine never ending Story des Versagens der Politik des Landes Sachsen - Anhalt an. Anders in Sachsen, das dortige Staatsweingut „Schloss Wackerbarth“ prosperiert und hängt das hiesige Landesweingut um Längen ab. Damit meine ich nicht etwa die Weinqualität, die halte ich auf Grund der Arbeit toller Mitarbeiter, wie dem amtierenden Kellermeister Olaf Stintzing und seinem Team sogar für deutlich besser, aber geht es um Wahrnehmung, Ausstrahlung und Kontinuität, dann ist Wackerbarth eben deutlich erfolgreicher.
Was könnte man alles erreichen mit diesem Team und einer funktionellen Weinpolitik? Ruckzuck hätte man die Sachsen im Sack. Aber leider hängen sie uns ab.

Der Grund dafür, anders als in unserem Land wurde in Sachsen ein Musterweingut kreiert, das in Marketing und öffentlicher Wahrnehmung brilliert. Um es deutlich zu sagen, man hat Geld angefasst und etwas geschaffen, dass sich würdig in so klangvolle Staatsweingüter wie Kloster Eberbach, Staatsweingut Meersburg oder dem Würzburger Juliusspital einreiht.  

Was hindert nun das Land Sachsen – Anhalt und seine verantwortlichen Politiker daran, endlich einen Schlussstrich unter eine 30 Jahre verfehlte Politik zu ziehen?
Ich kann mir das nur so erklären, sie trinken keinen Wein, pflegten mit alten Männerfreundschaften um den gescheiterten Weinbaupräsidenten Siegfried Boy, ihre Liebe zum Mittelmaß. Es reichte das es Wein gab / gibt und mit Prof. Dr. Schumann über viele Jahre einen vom Wein gänzlich unbeleckten  Geschäftsführer, der neben Verdiensten um die anhaltinsche Landwirtschaft, lediglich eine lange Männerfreundschaft zu Boy aufzuweisen hatte. Diese wiederum hatte das Ziel, das Landesweingut zu zerschlagen. Das es nicht dazu kam, ist das Einzige, was man der Landesregierung zu Gute halten muss.

Der Versuch zu bauen und das Weingut baulich nach sächsischem Vorbild der eigenen Weinqualität anzupassen, scheiterte unter der Ägide von Prof. Dr. Schumann bekanntermaßen kläglich. Das sich die völlig verfehlte Personalpolitik nun ausgerechnet in der Position der Geschäftsführung offenbart, ist sicher auch einmal (Probst) mit Pech verbunden gewesen. In seiner Gänze aber ist es eben auch zum größten Teil Regularien geschuldet, die in der Wirtschaft eben hemmend wirken. "Das Weingut benötigt einen neuen Wasserhahn im Weinkeller, da muss ein Ausschuss ran, der ein halbes Jahr nach parlamentarischen Grundsätzen eine Prüfung des Falls vorzunehmen hat." Sicher, das ist übertrieben und doch zeigt es das Problem. Ein Geschäftsführer darf nur nach vorheriger Rücksprache mit den Verantwortlichen der Landesverwaltungsgesellschaft etwas entscheiden. Ein ausgewiesener Weinfachmann wie Bastian Remkes, warf letztlich das Handtuch nach nur einem Jahr. Der viel gepriesene Neubau in Schutt und Asche, eine Anfahrtsstraße, die man der Bundeswehr zum Test für Kettenfahrzeuge überlassen könnte, gravierende hausgemachte Personalprobleme und handlungsunfähige Politiker, die eine Lösung seit 30 Jahren vor sich her schieben sind wohl die treffendste Beschreibung des Ist Zustandes auf der einen Seite. Herausragende Weinqualität der letzten Jahre auf der anderen.

Es könnte wirklich ein Juwel sein, dieses Landesweingut Kloster Pforta. Möglicher Weise trägt ihre Wiederwahl, sehr geehrter Herr Ministerpräsident, in Punkto Landesweingut, zwei Impulse in sich.

Erstens: Wir gehen es an und schaffen eine neue Weinkultur in Kloster Pforta, die sich würdig in die Riege deutscher Staatsweingüter einreiht und das Land Sachsen Anhalt deutlich aufwertet.

Oder eben zweitens: Alles bleibt wie es war. Postenklüngelei in den verantwortlichen Ministereien und der Landesgesellschaft, vereint mit geballter Inkompetenz in Sachen Weinkultur.
Na dann seien wir gespannt was und wer sich durchsetzt. Sie Herr Ministerpräsident haben es in der Hand.
Verfahren wir also nach dem Grundsatz: Für unsere Geschichte können wir nichts, für unsere Zukunft schon. Dann ist auch das mit unserer sächsischen Geschichte, besser zu verstehen. Die Ergebnisse des Wiener Kongresses in Frage zu stellen ginge natürlich auch, dann hätte Sachsen zwei Staatsweingüter. Das klingt jetzt komisch, aber ich halte in Kenntnis der handelnden Personen in Magdeburg letzteres für nicht unwahrscheinlich. Ehe man etwas an eigenen Grundsätzen ändert lieber zurück in die weite Vergangenheit. Diese wäre für den Weinbau an Saale- Unstrut und mithin für Kloster Pforta ein Segen. Wir wären dann Kursachsen, was für eine schöne Utopie.

Rainer Albert Huppenbauer 

 
Tags: Kloster Pforta, Rainer Hasselhoff, Wiener Kongress
Rainer Albert Huppenbauer, 08.02.2018 um 17:17 Uhr
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Wechsel in Kloster Pforta

Der Bauer geht, der Önologe kommt…
Nun ist es wohl vollbracht, das Landesweingut Kloster Pforta hat einen neuen Chef und geht mit großen Schritten in eine hoffentlich bessere Zukunft. Das es ein bisschen gedauert hat mit der Zukunft, lag wohl auch an der ein oder anderen Männerfreundschaft im dichten Gewirr unseres „Regionalberlusconi“.  
Das S.B. (gemeint ist nicht Silvio Berlusconi) gescheitert ist mit seinen fein(d)sinnigen Plänen, war wohl, neben amtlich bekanntgemachten Urlaub, auch ein Grund für sein Fehlen bei der Übergabe an Probst. Und ehrlich, niemand hat ihn vermisst, so der Tenor einiger Teilnehmer.
Dem gehenden Geschäftsführer gereicht zur Ehre, sich am Ende aus der „Causa B“ gelöst zu haben und den Weg zurück in die Zukunft des Landesweingutes, zumindest nicht behindert zu haben. Ich persönlich glaube, dass mit Björn Probst die eigentliche Weiterführung des von Christian Kloss begonnenen Umbaus wieder einsetzt. Schade, dass soviel Zeit verschwendet und im Stillstand verbracht wurde. Warum das so war, werden wir wohl nie erfahren. Im Grunde interessiert es mich auch nicht. Wichtig ist, dass die Verbannung der Öffentlichkeit ein Ende hat. Man sagt wieder was man vor hat. Dass Misstrauen zum Landesweingut im Kreis der Winzer anzutreffen ist, ist nachvollziehbar. Kloster Pforta muss nun liefern.
Niemand hätte sich einen solchen Zirkus (vor Kloss und nach ihm) leisten können, ohne zu sterben. Kloster Pforta muss zunächst Vertrauen zurück gewinnen, das geht nur durch die Politik. Man hat in den letzten Jahren das große Glück, dass an entscheidenden Stellen des Weingutes fitte Leute arbeiteten. Das war, wenn man so will, dass Vermächtnis von Kloss. Das sind unter anderem der Kellemeister Christoph Lindner und die „Weinbergcheffin“ Franziska Zobel. 
Ich möchte nicht wissen, wie das Weingut dastehen würde, wären gerade diese Stellen von Pfeifen besetzt gewesen.
Wenn es Björn Probst gelingt, diese nicht unkomplizierte Gemengelage, mit seinen Vorstellungen von Wein machen zu entknoten, vor allem das Personal dahin zu führen, das zu verstehen, dann wird dieses Weingut in spätestens fünf Jahren uns allen, auch den heute noch Zweifelnden zur Ehre gereichen. Das es einen Neubau geben wird ist eigentlich zweitrangig.
Dies ist eine politische, finanzielle, organisatorische und technische Frage und damit nachgeordneter Natur für den Boss. Ob das die Politik und damit die Eigentümer auch so sehen, ist nicht überliefert. Vermutlich nicht.  Aber eines wissen die Jungs in Magdeburg auch: Stimmt es in den Köpfen nicht, hilft auch kein Neubau, wie schön auch immer. Mit einem Neubau wird andererseits alles deutlich einfacher, auch und gerade für die Ausrichtung der Köpfe. Ein Spagat, der zu lösen ist und an dem Björn Probst in fünf Jahren gemessen wird. Mache es gut Herr Probst!

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Berlusconi, Björn Probst, Kloster Pforta
Rainer Albert Huppenbauer, 18.08.2015 um 10:20 Uhr
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Saale-Unstrut-Wein traurige Nachrichten vom Landesweingut

Eine sehr traurige Nachricht erreichte mich heute morgen vom Landesweingut Kloster Pforta. Diese betrifft den Gosecker Dechantenberg.  
Hier Auszüge aus der  Pressemitteilung des Landesweingutes Kloster Pforta:
"In und um Goseck wütete am vergangenen Freitag ein Unwetter mit Hagel und Starkregen mit bis zu 50 Litern auf dem Quadratmeter. Auch unser Prestigeobjekt, der Gosecker Dechantenberg, ältester Terrassenweinberg der Region, wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier verzeichneten wir einen Hagelschaden von 90-100 Prozent. Das heißt fast jede Beere wurde durch die Hagelkörner verletzt. Die Trauben, je nach Reifegrad, sind nun besonders anfällig für Essigfäule und Wespenfraß. Dies betrifft in erster Linie den Grünen Silvaner und den Weißen Burgunder, die in der Reife schon weiter sind. Beim Riesling sieht es noch nicht ganz so verheerend aus, hier sind die Trauben noch härter. Aus allen drei Rebsorten produzieren wir unsere beliebten und qualitativ hochwertigen Lagenweine vom Buntsandstein. Auch eine Sandsteinmauer im oberen Bereich des Weinberges hielt den Regenmassen und dem lastenden Druck nicht stand uns stürzte ein. In allen anderen Lagen verzeichneten wir zum Glück keine Schäden. Auch der nur einen Steinwurf entfernte Eulauer Heideberg blieb vom Unwetter weitestgehend verschont. Neben dem Weinbau verzeichneten auch die Apfelbauern in Goseck erhebliche Einbußen."

Ich habe darauf hin einige andere Winzer befragt, bei denen waren zum Glück keine Schäden zu verzeichnen. Der gegenwärtige Niederschlag wird positiv bewertet, da die Trockenheit der letzten Wochen schon ein Problem war. Auch die Menge die bis Mittwoch zu erwarten ist, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Problem. "Die Trauben haben noch nicht soviel Zucker angehäuft , dass sie durch das viele Wasser platzen könnten wie im Vorjahr." So Matthias Hey.  Drücken wir die Daumen, dass es der letzte große Niederschlag in dieser Vegetationsphase war. Immer mal ein bisschen und dazwischen Sonne ist nicht schlecht. Mit nur Sonne wird es auch gut. Also weiter warten und die Wettergötter im Morgengebet nicht vergessen. Es geht schließlich nicht um irgendetwas, es geht um Wein! 
Tags: Landesweingut Kloster Pforta, Gosecker Dechantenberg, Unwetter
Rainer Albert Huppenbauer, 19.07.2015 um 15:13 Uhr
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Gosecker Dechantenberg unser Erbe und Verpflichtung

Der Gosecker Dechantenberg ist einer der ältesten, markantesten und zu gleich am wenigsten wahrgenommenen Weinberge an der Saale. Der Berg gehört dem Land Sachsen-Anhalt und wird vom Landesweingut Kloster Pforta allein bewirtschaftet. Im Vergleich zu seinem Pendant in Thüringen, dem Kaatschener Dachsberg fristet er einen vergleisweise bescheidenen Alttag.
Trotz erwiesener Qualität der von dort stammenden Weine, einer belegten, fast 1000-jährigen Geschichte, einer markanten Architektur und  dem Willen der Mitarbeiter des Landesweingutes diesen Berg zu heiligen, fehlt es vermutlich seit Jahren an Geld, den Gosecker Dechantenberg komplett instand zu setzen.  Vom weiten kaum sichtbar, bröckelt die "Trutzburg des Weines" langsam vor sich hin. Etwas Abseits der Touristenwege liegt er ohnehin, aber das ist beim Kaatschener Dachsberg genau so. Und der ist das blühende Leben. Alles intakt und auch aus der Nähe eine Augenweide. Aber der ist nunmal in Thüringen und die Thüringer haben offensichtlich mehr Geld für solche "Spielereien". Das Land Sachsen Anhalt, das ist bekannt, will das Landesweingut verkaufen, warum also, so wird sich Herr Bullerjahn (Finanzminister, SPD) fragen, soll da noch investiert werden? 
Aus seiner Sicht völlig klar, kein Geld alsbald für derlei Mätzchen. Wenn es denn aber so ist, warum ist es nicht möglich, die Debatte um das Landesweingut endlich mal zu lösen. Für den Berg und die fleißigen Mitarbeiter wäre es ein Segen. Die Lösung, die möglich wäre, dass der Gleinaner Traubenerzeuger das Landesweingut übernimmt, scheitert eventuell an der Mitgift. Drei der besten Lagen der Region gehören unter anderem dazu. Die sind aber zum größten Teil nur mit Handarbeit zu bewirtschaften. Tja, da beißt sich die Katze wohl in den Schwanz, da die Gleinaer gerade genau das umbauen - weg von Handarbeit. Wohin also mit den 3 Hektar bester Lage aus Goseck? Einen jungen Winzer finden, der sich das antut? Die von mir geschätzte Million oder sogar mehr, das rechnet sich nie! Und da liegt der Hase im Pfeffer. Das Land Sachsen Anhalt, der Eigentümer des Weinberges, ist in der Pflicht und somit der Steuerzahler. Da aber sparen allerort´s in Sachsen-Anhalt, ausser beim Bau von Fußballstadien, Schwimhallen für eine Person, protzige Landesvertretung  und Finanzämtern, angesagt ist, muss der Berg eben warten. Und wenn sich immer noch jemand wundert, warum die Region kein Welterbestatus bekommen hat, dann fahren sie nach Eula bei Naumburg und klettern Sie auf diesen Berg. Hier finden Sie die Antwort, man sieht dem Berg eine halbherzige Politik förmlich an. Auf der Straße sagt mir ein Anwohner: "Kenen Plan hamm die". Er hat wohl Recht.    
Die Trauben hängen  in diesem Jahr gut, wie man sehen kann, sieht alles sehr gesund aus. Na eventuell haben wir ja Glück mit der restlichen Vegitationsphase und die Qualität wird nicht geschmälert. Es wäre verdient.   




Schloß Goseck 



Stufen, die Geschichten erzählen

gesunde Trauben aus dem Gosecker Dechantenberg
Tags: Gosecker Dechantenberg, Jens Bullerjahn, Landesweingut Kloster Pforta
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