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Rainer Albert Huppenbauer, 21.05.2020 um 12:17 Uhr
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Saale-Unstrut Weinmeile 2020

Gebeutelt sind wir wohl alle, aber was hilft es, wenn jedes Wort der Regierung als Gesetz gehandhabt wird. Irgendwie gab`s das schon mal, oder? Und nun hat es auch noch die Weinmeile erwischt. Eigentlich am Ende der Aufregung gelegen, hätte man wohl ein Auge zudrücken können, hört man bisweilen. Natürlich den Winzern, die dieses Event ins Leben gerufen haben, entgehen eine Menge Einnahmen, die Sie nach der Krise dringend gebraucht hätten. Das gilt umso mehr, da sich vor 10 Tagen die Aussichten auf ein erfolgreiches Jahr 2020 quasi in einer Kaltluftfront in ein großes Nichts auflösten.
Was die Weinmeile an sich angeht, bin ich eher zweigeteilt. Auf der einen Seite die Ökonomie, auf der anderen Seite die jedes Jahr größer werdende Besucherschar und die damit verbundenen Probleme. Wer schon mal Weinmeilengast war, weiß wovon ich rede. Ich würde mir wünschen, dass der Verein, bestehend aus den teilnehmenden Winzern, das zuletzt völlig aus dem Ruder gelaufenen Konzept überdenkt. Wein und seine Erzeuger sollten wieder im Mittelpunkt stehen. Zurück zu den Anfängen. Wein verdient Beschaulichkeit, Gelassenheit, Gemütlichkeit und Respekt. Nichts davon war in den letzten Jahren zu spüren, am wenigsten Respekt. Es gab alles, was auf so ein Fest nicht gehört. Für derlei Dinge gibt es genügend Feste, Fußballspiele und Partys die das Gegenteil von dem sind, was ein Weintrinker sich wünscht. Ich hoffe sehr, dass man die Pause nutzt, um wenigstens mal darüber nachzudenken, wie dieses großartige Ansinnen wieder zu dem wird, was es sein wollte. Ich bin gern bereit mich da einzubringen.
 
Tags: Saale-Unstrut-Weinmeile, Bad Kösen, Gussek, Hey
Rainer Albert Huppenbauer, 07.02.2020 um 14:19 Uhr
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IV. Tasting der Saale-Unstrut-Vinothek: Ein Resümee

Immer am letzten Sonntag im Januar veranstalte ich in meine Vinothek ein Tasting bei dem Spitzenweine aus deutschen Anbaugebieten (meist so genannte Große Gewächse einiger VdP Winzer) auf Weine ihrer Kollegen vom 51. Breitengrad treffen. Abseits der großen Metropolen im bescheidenen Weindörfchen Naumburg wird es dann spannend. Die anwesenden Winzer können vergleichen und einordnen, die Weinkonsumenten auch werten. Und so sah das aus: Im Programm diesmal Rieslinge aus dem Jahrgang 2018, Blauer Zweigelt 2017 und Spätburgunder von 2015, 2016 und 2017.
Es wurde deutlich, dass die Weine der Saale-Unstrut-Betriebe in allen drei Kategorien ein gutes Wort mitzureden haben. Punktuell sind die Weine der hiesigen Winzer untereinander enger zusammen gerückt. Hatte man noch vor zehn Jahren mal einen oder zwei Weine die an das Niveau der GG herankamen, so ist dieser Zustand heute ein ganz anderer. Die Qualität ist breiter geworden. Aus meiner Sicht sind dies die ersten Ergebnisse einer Zusammenarbeit der Winzer im Verein Breitengrad 51. Und, was man natürlich beachten muss, der klimatische Verlauf der zurückliegenden Jahrgänge von 2016 bis 2018 war eher südländisch geprägt. Das dies nicht unbedingt ein Vorteil für die ist, die sich erst einmal daran gewöhnen müssen mit derlei Vegitationsverläufen umzugehen, ist allerdings auch spürbar. Im Umkehrschluss hätten auch Topwinzer in der Pfalz ein Problem plötzlich mit kühleren Klima klar zukommen. Hitzejahre die sich dann noch im Niederschlag deutlich unterscheiden sind für den 51. Breitengrad eben nicht die Regel. Oder sollte man besser sagen, noch nicht? Was aber auf alle Fälle hilfreich ist, ist die Tatsache, dass im Verein Breitengrad 51 darüber geredet wird, zumindest dann, wenn es mal nicht um Formalitäten geht. Ich betrachte diesen Verein als den Kopf und den Motor dessen, was das Gebiet hier leisten kann.
Der angestaubte Weinbauverband hinkt wie immer hinterher. Mir ist jedenfalls nichts bekannt, was dieser Verband in Punkto Qualitätsstandard eingebracht hat. Die Nennung von Ertragszahlen in Tonnen fördert allein keine Qualität hervor.

Aber lassen wir das. Zurück zum Tasting.
Rieslinge 2018:
Ja man kann trefflich darüber streiten, was dieser und jener denn nun wohl meint mit seiner Auslegung von Riesling. Ich fand bestätigt, was ich auch schon postuliert habe: Nicht jedes Großes Gewächs ist auch eins. Und es gibt keine Wahrheit nur Meinungen. Für meinen Geschmack gab es fünf Rieslinge mit Ausnahmecharakter.

1. Wagner Stempel,Heerkretz GG 2018, Rheinhessen
2. Rebholz, Kastanienbusch GG 2018,Pfalz
3. Emrich Schönleber, Halenberg GG 2018, Nahe
4. Gussek, Kaatschener Dachsberg, 2018, Saale-Unstrut
5. Domäne Wachau, Ried Kellerberg 2018, Wachau

Da auch Reinhard Löwenstein, Rudolf Fürst, Haidle und Van Volxem mit Großen Gewächsen vertreten waren polarisierten diese Weine am stärksten. Vermutlich hatte jeder Teilnehmer am Tasting so seine eigene Liste. Sehr deutlich wird dies bei Rudolf Fürst. Für mich ein Wein der jeden Rieslingablehner das bestätigt, was ihn genau an Riesling stört. Nun bin ich kein Rieslingablehner sondern ein großer Freund dieser Rebe. Und dennoch habe ich den Wein nicht verstanden, er hatte von allem zu viel. Andere hingegen waren begeistert. Tja, so kann es gehen.

Zweigelt 2016/2017/2018
Das Wesentliche zuerst. Herr Zweigelt ist Tod (zum Glück), sein Wein lebt und kommt in einer Region zu neuen Ehren, die diese Rebe seit gut 30 Jahren pflegt. Die getesteten Jahrgänge fallen in genau in die eingangs beschriebene „Wärmezeit“ hier am 51. Breitengrad.
Zweigelt war vor vier Jahren schon einmal Thema. Damals deutlicher Nachholbedarf, in diesem Jahr war der auf der anderen Seite.
1. Gussek, Kaatschener Dachsberg BG 512017 Saale-Unstrut
2. Born,Höhnstedter Kreisberg BG51 2016 Saale-Unstrut
3. Haidle, Zweigelt R 2017,Württemberg
4. Hey, Naumburger Steinmeister BG51, 2017, Saale-Unstrut
5. Krug, Ried Eichkogel Reserve, 2017, Thermenregion

Spätburgunder 2015-2018
Ich erinnere mich gut an den Gesichtsaudruck des Schweizer Weinkritikers René Gabriel, als er Gusseks Spätburgunder probierte. Er stellte die Frage an Gussek was der Wein kostet. Gussek antwortete 24 Euro. Gabriel runzelte die Stirn und sagte: Nehmen sie mindestens das Doppelte.

Genau wie beim Zweigelt gibt es auch hier im Vergleich zum ersten Tasting eine neue Sicht. Das Klima und der Umgang mit der Rebe wandeln sich gerade in Naumburg und Umgebung. Das Ergebnis sind keine Ahrweine, wohl aber ernstzunehmende, charaktervolle Burgunder, die über Qualitäten verfügen, die noch vor fünf Jahren in dieser Breite nicht denkbar waren. Hier meine Top 8 Weine der Verkostung.

1. Stodden,Sonnenberg GG,2017 Ahr
2. Rings, Steinacker 1. Lage 2016, Pfalz
3. Meyer Näkel, Silberberg GG, 2017, Ahr
4. Hey, Steinmeister, 2017, Saale-Unstrut
5. Gussek, Kaatschener. Dachsberg ***  ,2017, Saale-Unstrut
6. Böhme&Töchter, Freyb. Schweigenberg 2017 Saale-Unstrut
7. Rebholz, Gutswein, 2015, Pfalz
8. Weigel, Steinmeister, 2017,Saale-Unstrut

Alles in allem ein erkenntnisreicher Nachmittag mit mancher Überraschung. Na mal sehen was 2019 auf uns zurollt, denn auch in 2021 gibt es wieder ein Tasting.  
 
Tags: Saale-Unstrut-Vinothek Tasting
Rainer Albert Huppenbauer, 27.09.2017 um 14:52 Uhr
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Weinlese an Saale-Unstrut, ein Erfolg zeichnet sich ab!

Die Lese an Saale-Unstrut ist im vollen Gange, es gibt zufriedene Mienen und hin und wieder auch das Gegenteil. Die Gründe sind für beide seelischen Zustände im letzten Sommer entstanden. Pflanzenschutz war das A und O. Es zeichnet sich ab, dass Quantitativ etwa das Vorjahresniveau, mit Schwankungen nach unten und oben, erreicht wird. 
Qualitativ war wie zu erwarten manches möglich. Die die ihr Handwerk beherrschen, können nun auch bei den Burgundern und den Rieslingen, anfangen zu zaubern.
Jetzt bin ich überzeugt, dass der eine oder andere Spitzenwein drin ist und die Basisqualität den beiden Vorjahrgängen in nichts nachstehen wird. Das klingt einfach, war und ist es aber nicht. Die ersten Kostproben konnte ich nehmen und obwohl ich kein allzu großer Bacchus- Fan bin, der bei Bernard Pawis probierte Bacchus, mineralisch, trocken, tolle Frucht zeigt, dass ein Bacchus nicht langweilig sein muss. Wichtig ist dabei den Bacchus trocken auszubauen, das entscheidet der Kellermeister und die Hefe. Durch seine fruchtige Stilistik ist dieser Wein nämlich besser, wenn der Zucker nicht zu dominant ist, weil sich dadurch die Mineralität verabschiedet. Bacchus verträgt und verdient trocken meine Herren Winzer.
Das erste Fazit nach zwei Wochen Lese lautet: Saale-Unstrut hat im Gegensatz zu fast allen deutschen Weinanbaugebieten eine erfolgreiche Lese gestartet. Die Ursachen hängen natürlich mit den klimatischen Bedingungen zusammen. Durch die spätere Reife im Vergleich zum Süden, hielten sich die Frostschäden in Grenzen.
Im Vergleich dazu, Baden und Württemberg mit dramatischen Verlusten von bis zu vierzig Prozent. Hier wird deutlich, dass das Klima an Saale-Unstrut, auch als Kontinentalklima bezeichnet, enorme Vorteile auf die Rebkulturen im Weißweinbereich haben kann. So lange der Frost im April kommt kann es uns hier im Norden noch relativ egal sein. Verluste ja, aber im kaum spürbaren Bereich.      
Rainer Albert Huppenbauer

27.09.2017
Tags: Bernar Pawis, Bacchus, Saale-Unstrut-Wein
Rainer Albert Huppenbauer, 02.07.2016 um 13:24 Uhr
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Österreich macht den Wein international weiter wettbewerbsfähig!

Das österreichische Weingesetz von 2009 wurde überarbeitet und der ohnehin bestehende Wettbewerbsvorsprung gegenüber Deutschland deutlich vergrößert. Das wird bereits in kurzer Zeit Auswirkungen auch auf den deutschen Weinexport haben.In gebotener Kürze die wichtigsten Neuerungen aus einer Pressemitteilung der Österreich Weinmarketing GmbH, die mir die Weinjournalistin Heidi Diehl (Neues Deutschland, Yoopress, Weinfeder etc.) zur Verfügung gestellt hat.
Hier der Auszug aus der Pressemitteilung:
„Änderungen von Herkunftsangaben in Burgenland und Steiermark.
Große Schritte gelangen bei der besseren Abgrenzung von Weinherkünften. Zur Vermeidung von Doppelgleisigkeiten wurden die burgenländischen Weinbaugebiete Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland und Südburgenland abgeschafft. Künftig sollen alle Qualitätsweine des Burgenlandes das generische Weinbaugebiet „Burgenland“ auf dem Etikett aufweisen. Ausschließlich die gebietstypischen DAC-Weine dürfen darüber hinaus die Bezeichnung des jeweiligen spezifischen Weinbaugebiets tragen, also Neusiedlersee DAC, Leithaberg DAC, Mittelburgenland DAC oder Eisenberg DAC. Parallel dazu soll die Großlage „Südburgenland“ geschaffen werden, die die beiden bisherigen Großlagen „Pinkatal“ und „Geschriebenstein“ ersetzen soll. Im hügeligen Südosten Österreichs wurde das Weinbaugebiet „Süd-Oststeiermark“ im Rahmen der Novelle in „Vulkanland Steiermark“ umbenannt und somit begrifflich stärker geschärft.
Rückenwind für Rieden
Auch die Riedenabgrenzung, die aktuell in allen Weinbauregionen voll im Gang ist, erfuhr durch die Gesetzesnovelle neuen Schwung. Es wurde festgelegt, dass bei Weinen mit Lagenbezeichnung das Wort „Ried“ vor dem Namen der Lage auf dem Etikett stehen muss. Wenn künftig auf einem österreichischen Wein das Wort „Ried“ vor einer geografischen (topografischen) Bezeichnung steht, handelt es sich dabei um einen Wein aus einer gesetzlich definierten Einzellage. Damit sind Weine aus Einzellagen für den Konsumenten auf einen Blick von Markenweinen bzw. Weinen mit Pseudo-Herkunftsangaben unterscheidbar.
Das wachsende Bewusstsein für die Wichtigkeit klarer Herkunftssysteme fand auch in den Gebieten Kamptal, Kremstal und Traisental seinen Niederschlag: Die DAC-Weine dieser Gebiete wurden per Verordnung in ein richtungweisendes dreistufiges System „Gebietswein-Ortswein-Riedenwein“ eingegliedert, wobei bei der Einreihung der Weine in dieses System jeweils ein bestimmter Mindestalkoholgehalt einzuhalten ist.

Ausbruch exklusiv aus Rust
Spezielles Augenmerk galt zudem den österreichischen Prädikatsweinen, und hier im Besonderen dem Ausbruch. Mit Inkrafttreten der Gesetzesänderungen wurde der Begriff „Ausbruch“ als Trockenbeerenauslese definiert und im Sinne einer geschützten Herkunft exklusiv für den „Ruster Ausbruch“, also für Trockenbeerenauslesen aus der Freistadt Rust, reserviert. Andere Weine dürfen nicht mehr mit dem Begriff „Ausbruch“ bezeichnet werden.

Österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung
In einem mehrjährigen Diskussionsprozess hat das österreichische Sektkomitee gemeinsam mit dem Ausschuss der selbst versektenden Winzer in Zusammenarbeit mit den Experten des Weinbauverbandes, der Bundeswirtschaftskammer, der ÖWM und des Landwirtschaftsministeriums ein neues Reglement zur Höherpositionierung von österreichischem Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Sekt g.U.) erarbeitet. Darauf aufbauend wurde in der Gesetzesnovelle nun bestimmt, dass der Minister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in einer noch zu besiegelnden Verordnung alle Details zu Sekt g.U. festlegen kann.
Diese Ministerverordnung wird u. a. vorsehen, dass österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung ausschließlich mit den Begriffen „Klassik“, Reserve“ oder „Große Reserve“ in Verkehr gebracht werden darf. Dabei hat sich die Verkehrsbezeichnung aus der Kategorie (Qualitätsschaumwein oder Sekt), dem Namen der geschützten Ursprungsbezeichnung (nur Bundesland bei Klassik und Reserve, Bundesland und Gemeinde/-teil sowie ggf. Großlage oder Riede bei Großer Reserve) und aus den Begriffen „geschützte Ursprungsbezeichnung“ oder „g.U.“ zusammenzusetzen. Darüber hinaus wird  die Verordnung bzw. ihre Durchführungsbestimmungen auch Bedingungen zu Vinifikation, Lagerungszeit auf der Hefe sowie Alkohol- und Restzuckergehalt für die einzelnen Stufen festsetzen.

Österreichs Wein ist auf Schiene
Stillstand ist Rückschritt – nach diesem Motto arbeiten alle Verantwortlichen aktuell mit viel Engagement und positiver Energie daran, das einzigartige Profil des österreichischen Weins zu schärfen und damit seine Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des österreichischen Weins sind jedenfalls gestellt –  man darf gespannt sein, wohin die Reise in den nächsten Jahren führt.“
Soweit die Meldung.
Wenn schon nicht im Fußball, dann wenigstens beim Wein sind die österreichischen Erzeuger damit mehr als nur eine Nasenlänge vor Deutschland. Und wenn man bedenkt, dass es im Grunde nur darum geht, den Konsumenten beim Weinkauf Sicherheit zu geben, dann nötigt mir diese Entscheidung jede Menge Respekt ab. Deutschland und seine Anbaugebiete sind von solchen Veränderungen Lichtjahre entfernt, weil die Lobbyisten zum größten Teil alte Männer sind, die Veränderungen scheuen wie die Pest. An Saale-Unstrut wäre einiges möglich in dieser Beziehung. Aber hier ist es wohl ein biologisches Problem. Vorher wird niemand auch nur einen Schritt wagen, um das Großlagendesaster oder die geografische Verlagerung von Werder an der Havel, Weimar  an der Ilm und den Harz an Saale-Unstrut zu verändern. Und wenn dann schon die Geographie missbraucht wird, wie soll es da gelingen, dass die Nutzung der geographischen Bezeichnung „Saale-Unstrut“ auf den Weinetiketten an einheitliche Standards der Erzeugung und der Qualität der Weine gebunden wird? Für einen Schweden, Schweizer oder den wo auch immer herstammenden Weinfreund, wird es ein ewiges Rätsel bleiben. "Lassen wir ihn dumm sterben", wird sich mancher veränderungsunwillige Politiker und Weinbaufunktionär sagen. Wen interessieren schon die Schweizer? Das Problem ist nur, dass die meisten Exemplare dieser herrschenden Gattung ihr eigenes Konstrukt nicht verstehen, geschweige denn beherrschen. So gesehen wäre es besser, wenn die selbsternannten Bewahrer des Stillstandes möglichst bald in Bronze  gegossen oder Stein gemeißelt werden. Ihnen zu Ehren, uns  Konsumenten zum Nutzen. Sie müssten allerdings das Feld räumen, denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Da war doch mal was.

Rainer Albert Huppenbauer
 
    
 
 
Tags: Saale-Unstrut-Wein, Österreichische Weine, Weingesetze
Rainer Albert Huppenbauer, 20.09.2015 um 14:54 Uhr
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Schöne Aussicht, Roter Elefant und Kürbis

Wer da glaubt, dass es an Saale und Unstrut nur Wein gibt, der irrt gewaltig. Natürlich verbindet man mit dem Namen genau das, aber die Möglichkeiten etwas zu erleben sind vielfalltig. Am letzten Sonntag 13.09.2015 besuchte ich die Einweihung des "Roten Elefanten" am Geiseltalsee. Der hallenser Maler Moritz Götze weihte mit zahlreichen Gästen  seinen monumentalen Elefanten ein. Der Ort befindet sich am Geiseltalsee, einem ehemaligen Grubengelände, das während seines Betriebes auch so manches Fossil ans Tageslicht brachte. Das bekannteste, eben ein Elefant. Bereits als Kind beeindruckte mich das im Museum für Vorgeschichte in Halle/Saale ausgestellte Skelet des Riesen. In der Pfännerhall Braunsbedra, der so benannten Zentralwerkstatt, findet man seit kurzem, neben beeindruckenden Zeugnissen des Bergbaus, eine ständige Ausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte. In einem Cafe, im selben Gebäude kann man angenehm verweilen, und eine Kleinigkeit zu sich nehmen. Der nun von Moritz Götze erschaffene Elefant aus Stahl, ist, da von Moritz Götze, natürlich nicht einfach so grau, graue Elefanten gibt es auch genug. Götzes Elefant ist rot, gewaltig und schön. Ich wünsche mir, das es dieser Elefant schafft, den ein oder anderen Besucher in ein wirklich interessanten Bereich deutscher Industrie und weltweit anerkanter archäologischer Funde zu locken. Und natürlich dem Cafe den ein oder andern Euro. Der Ort eignet sich im übrigen sehr gut für  Veranstaltungen.   
 


       

     

Ein gänzlich anderes aber auch regionales Vergnügen sind Weinbergwanderungen. Einer der schönsten Berge in und um Freyburg ist der Schweigenberg. Man kann direkt hinter der Rotkäppchen Sektkellerei den Berg erklimmen und hat, wenn das Wetter stimmt, einen genialen Ausblick auf Freyburg und Umland.


Blick auf Freyburg vom Schweigenberg
Auf dem Weg nach Hause noch ein kurzer Zwischestop für das Abendbrot, ein Kürbis soll es sein. Die beste und umfänglichste Auswahl findet man am Ortseingang von Freyburg, direkt an der Bundesstraße. Hier residiert Gunter Bischoff auf seiner Kürbisfarm. Wer hier keinen Kürbis findet, will gar keinen kaufen. Von handelsüblich bis Exot Piena di Napoli, den man vorzüglich auch roh als Salat, fein gerieben oder am Stück verspeisen kann. Natürlich Butternut, Spaghetti, Hokkaido und Muscade de Provence. Ein Muss für alle die Kürbis mögen. 

Ein Haufen Kürbisse


Der Herr der Kürbisse: Gunter Bischoff
Wieder zwei schöne Sonntage. Und heute abend die Kürbissuppe. Dazu ein Grauburgunder von Gussek oder Pawis oder beide. 

Rainer Albert Huppenbauer 
20.09.2015






 






      
Tags: Moritz Götze, Saale-Unstrut, Roter Elefant, Pfännerhall, Geiseltalsee, Freyburger Schweigenberg
Rainer Albert Huppenbauer, 12.08.2015 um 22:01 Uhr
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Saale-Unstrut-Wein gedeiht prächtig!

Die Wahrscheinlichkeit, dass an Saale-Unstrut prächtiger 2015 Wein gedeiht, wird größer.  Anders als in der Landwirtschaft, der die Trockenheit beim Mais zu schaffen macht, wirkt sich die Hitze gut auf die Reifung der Trauben aus. Zudem kühlt es in den Nächten rund 10-15°C runter, so dass die Reben keinen wirklichen Stress haben. Negative Begleiterscheinung der Schwankungen ist der Mehltau. Der wird überall mit Chemie bekämpft. Wenn in den nächsten Tagen etwas Niederschlag fällt, wäre es nicht schlecht, aber er ist keine Voraussetzung für wirklich qualitativ hochwertigen Wein. Und schon bin ich wieder bei meinem Lieblingsthema: Qualität oder Masse oder gar beides? Für Topqualität, wenn die Winzer entsprechend auslesen, wird es in jeden Fall reichen, das kann man mit 99% Sicherheit sagen, wenn man Hagel mal außen vor lässt. Für große  Mengen wird es auch reichen, für Qualität und Menge ist Niederschlag gefragt. Nicht aus Kannen, wohl dosiert wäre wohl am besten.      
In den nächsten 4 Wochen wird sich entscheiden wie das Rennen ausgeht, dann ist auch eine bessere Prognose möglich.
Für die Qualität, nicht für die Masse wird dann der Herbst den Schlußpunkt setzen. Wünschen wir der
Saale-Unstrut-Region und den Winzern einen schönen trockenen Spätsommer wie etwa 2011, in Verbindung mit diesem Hochsommer werden dann wunderbare, und zum Teil langlebige Topweine entstehen. Spannend wird es bleiben.    
Tags: Saale-Unstrut, Jahrgang 2015
Rainer Albert Huppenbauer, 15.07.2015 um 11:49 Uhr
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Saale-Unstrut schreibt Geschichte - Kulturakademie Naumburg

Am 14.07.2015 fand im Naumburg eine Beratung der Kulturakademie Naumburg mit den Seminarleitern der Herbstseminare 2015 statt. Ein kurzes Resümee der 2014er Seminare unterstreicht die Erkenntnis - der Boden ist da, die Arbeit beginnt.
Das Ziel der Akademie die Region, ihre Geschichte, die Kunstschätze, den Wein  und ihre Macher interessierten Bürgern hautnah zu vermitteln, ist in dieser Art einmalig in Deutschland. Da ich selbst als Seminarleiter fungiere, freue ich mich auf die kommenden Seminare. Das Weinseminar wird  sich in diesem Jahr ausschließlich mit Saale-Unstrut-Wein befassen. Da ich im März 2015 ein Buch veröffentlicht habe, das den Weinanbau an Saale-Unstrut auf neue Weise nahe bringt, stelle ich diese Schrift jedem Seminarteilnehmer gern als Seminargrundlage zur Verfügung. Sie können sich auf unterhaltsame, entspannte Stunden im Seminar und bei Winzerbesuchen freuen. Im Detail erhalten Sie den Ablauf mit Ihren Seminarunterlagen. Sie werden Weine probieren und die Spezifik des Saale-Unstrut-Terroirs kennenlernen. Ich führe Ihnen den schmeckbaren Unterschied zwischen Naumburger, Freyburger und Höhnstedter Weinen direkt auf die Zunge und verspreche ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Weitere Informationen und die Möglichkeit der Anmeldung für das 3 tägige Seminar finden Sie hier: KLICK  
Tags: Naumburger Kulturakademie, Weinseminar, Saale-Unstrut-Wein
Rainer Albert Huppenbauer, 08.07.2015 um 12:15 Uhr
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Bundestag beschließt Erweiterung der Rebfläche

Erwartungsgemäß hat der deutsche Bundestag die Rebflächenerweiterung beschlossen. Allerdings bleibt man unter den von Brüssel vorgegebenen 1% der Rebfläche. 0,3 Prozent, also rund 300 Hektar können zunächst 2016 und 2017 jährlich neu aufgerebt werden. Die Gründe warum man deutlich unter den 1% von der EU bleibt sind vielschichtig und aus deutscher Sicht logisch. Das Ziel den Weinmarkt zu lieberalisieren, wie von der EU angestrebt, findet in Deutschland nicht statt.  Dabei ist es wie immer, man weiß nicht ob die Gesetzesnovelle dem EU Recht entspricht. Eigentlich auch egal, zum Schluß macht eh jedes EU Land was es will, der deutsche Weinmarkt boomt, deutsche Weine sind gefragt wie nie, aber es ist wie immer, es boomt nicht bei jedem. Die Produktionsmenge ist schwankend, die Preise relativ hoch und wer seine Weine verkauft, der kann davon sehr gut leben. Aber nicht jeder verkauft seine Weine und so kommen Vertriebsschienen in Gang, die durch den Preisverfall  den Winzern langfristig eher schaden als nutzen. Billigsegmente der Discounter sind da nicht mal schuld, nein, es sind Umsatzblasen die gedreht werden, an denen der Handel nur minimal bis gar nicht verdient. Es geht nur um Verdrängung. Dies ist besonders im Internet zu beobachten,  aber auch der stationäre Einzeelhandel wie bei HAWESKO, der mit der deutlichen Erweiterung des Netzes von Jauqes Weindepot zusätzlich befeuert wird.
Mit einer zu großen Erweiterung der Rebfläche würde man zusätzlich Öl ins Feuer gießen. Man sieht, die europäischen Probleme sind nicht unbedingt deutsche, aber sich auf dem, was im Moment ist auzuruhen, widerspricht der kapitalistischen Produktionsweise und die ist nunmal nicht konstant. Es gibt Krisen und die machen auch um die deutsche Weinbranche keinen Bogen. Das einzige was hilft ist Qualität auf bestem Niveau, nur so kann ein Winzerbetrieb langfristig seine Zukunft sichern. 
Für Saale-Unstrut bedeudet diese Gesetzgebung ein vom Umwelt - und Landwirtschaftsminister Aikens prognostiziertes Wachstum von 10 Hektar jährlich. Herr Aikens hat dabei besonders an junge Winzer gedacht, ich glaube das hat ihm jemand eingeredet. Klar suchen die Fläche, aber jährlich 10 Hektar? Und vermutlich haben die Ansager der Region ihm gleich noch in den Mund gelegt, dass man so die Steillagen retten kann. Wenn man das will, dann muss man es fördern und so einen Anreiz bieten, dass brach liegende Steillagen, besonders in Freyburg, rekultiviert werden. Das macht die Stadt schön und fördert den Tourismus. Und der erwirtschaftet Steuern. Man sollte sich da ein Beispiel am 100 DM Begrüßungsgeld nehemen, Rund 2 Mrd DM wurden verschenkt und flossen direkt in die Kassen der Händler, von dort in die Wirtschaft und zum Finanzminister. Ein schöner Kreislauf.
Also Geld anfassen Herr Aikens, den (jungen) Winzern in die Hand geben, sie nicht zu Schuldnern machen, denn Schulden schmälern auch die Steuerlast. Nur so wird es was mit langfristig und der Region, der es ja schon jetzt recht gut geht?
Tags: Saale-Unstrut-Wein, Onko Aikens,
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