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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 01.08.2017 um 14:56 Uhr | 0 Kommentare

Der Gault Millau stellt sich neu auf…. Gut so!?

Na dann mal los, ein solcher Schritt bleibt nicht ohne Konsequenzen und die abgewählten Tester machen dann den Vinum Wein Guide. Noch einer der uns sagt, was wir zukünftig zu trinken haben.
Aber mal langsam, der ZS Verlag hat sich vor kurzem vom bisherigen Geschäftsführer und Herausgeber des Gault Millau, Joel B. Payne, getrennt.
Mit ihm verlassen alle angestammten Verkoster das Boot. Wow möchte man sagen, dass das nicht ohne Schmerzen abging ist wohl verständlich. Aber, so ist meine Einschätzung, es wurde Zeit. Vermutlich war es auch teuer. Die Zielstellung des Verlages, der die Lizenz für den Gault Millau Weinguide übernommen hat, ist es nach eigenen Worten, den Verkostungsprozess zu professionalisieren. Im Umkehrschluss, ließ dies die bisherige Praxis vermissen?
Egal, es wurde Zeit etwas zu verändern, es gründlich zu tun ist das Beste, was dieser Publikation (Gault Millau) passieren konnte.  Heute nun am 01.08.2017 wurde das Verkosterteam vorgestellt.  Hier die Namen, der „Carreer“  und die Anbaugebiete:
 
Das Verkosterteam des Gault & Millau Weinguides
 
Jochen Benz
Sommelier des mit drei Kochmützen und zwei Sternen ausgezeichneten Restaurants «Atelier» im «Bayerischen Hof» in München. Dozent an der IHK Akademie München. Zu seinen früheren beruflichen Stationen zählen «Thurnher’s Alpenhof» in Lech, «Geisels Werneckhof» in München und das «Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe». Schwerpunkt: Baden
 
Felix Bodmann
Gründer und Moderator der Webweinschule (webweinschule.de). Begann seine Karriere als Autor und Redakteur in einem Fachzeitschriftenverlag. Dann 15 Jahre im digitalen Marketing. Preisgekrönter Weinblogger (schnutentunker.de) und Autor des Buchs «Weinschule 2.0». Schwerpunkte: Nahe, Ahr
 
Cordula Eich
Schrieb und verlegte sieben Jahre lang den «Super Schoppen Shopper», einen Einkaufsführer für Supermarktwein, für den sie über 14'000 Weine verkostete (supershoppen.com). Lieferte zwei Jahre lang Beiträge für die stern.de-Weinschule. Regelmäßige Auftritte als Weinexpertin beim WDR. Lehrbeauftragte an der University Geisenheim im Bereich «Wein und die Neuen Medien». WSET Zertifikat in Wines & Spirits Level 3. Betreibt seit 2016 ein eigenes Weingut in den Niederlanden. Schwerpunkte: Mittelrhein, Hessische Bergstraße, Rheingau
 
Otto Geisel
Erster öffentlich bestellter und vereidigter Weinsachverständiger Deutschlands. Initiierte zusammen mit Eckart Witzigmann den Bachelor-Studiengang «Food Management» an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Gründete 2011 das Münchner Institut für Lebensmittelkultur (ottogeisel.de) und engagiert sich für die Initiative Food & Health (food-and-health.org). Schwerpunkte: Baden, Pfalz, Altweinproben
 
Jossi Loibl Freier
Weinautor für Magazine wie «Lust auf Genuss», «Meine Familie & Ich» sowie Chefredakteur des Münchner Restaurantführers «DelikatEssen». Lehrbeauftragter für das Thema «Kulinarische Rhetorik» im Studiengang «Food Management» an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Mitglied in diversen Weinjurys und Dozent der Weinschule «einfach genießen». Schwerpunkt: Pfalz
 
Natalie Lumpp
Mit ihrem Unternehmen «Wein erleben!» organisiert sie Weinseminare und Reisen und ist als Weinberaterin und Autorin tätig. Regelmäßig sieht man sie als Weinexpertin im Fernsehen. Zu ihren beruflichen Stationen gehören die «Traube Tonbach», das Restaurant «Bareiss» in Baiersbronn sowie das «Imperial» des Schlosshotels Bühlerhöhe. Schwerpunkt: Württemberg
 
Janek Schumann
MW Erlangte nach einer Karriere in der Finanzbranche 2003 zunächst das WSET Diploma in Wines & Spirits, dann 2015 den Titel Master of Wine. Tätig als Lecturer und Consultant.* Besitzt im sächsischen Freiberg die Weinhandlung «La Vinothèque» sowie die Weinbar «Herder Zehn» mit 1500 Positionen auf der Karte. Schwerpunkte: Sachsen, Saale-Unstrut, Mosel
 
Herbert Stiglmaier
Diplomjournalist und IHK-geprüfter Sommelier. Seit 1991 Fernsehredakteur beim Bayerischen Rundfunk und dort seit 2009 verantwortlich für die Weinfachberichterstattung. Schreibt für die Süddeutsche Zeitung über Wein. Schwerpunkt: Franken
 
Melanie Wagner
Chefsommelière im «Franz Keller Schwarzer Adler» in Oberbergen am Kaiserstuhl. 2010 vom Gault&Millau zur «Sommelière des Jahres» gekürt. 2015 mit dem internationalen Eckart-Witzigmann-Preis in der Sparte Lebenskultur ausgezeichnet. Ausgebildete Winzerin, absolvierte ihre Lehre im Weingut Bercher in Baden. Schwerpunkt: Rheinhessen, Altweinproben
 
Britta Wiegelmann
Journalistin und Weinexpertin. War neun Jahre für die Zeitschrift «Vinum» in Bordeaux tätig und drei Jahre als Chefredakteurin in Zürich. Abschluss eines einjährigen Diplomstudiengangs an der Fakultät für Önologie der Universität Bordeaux. Lehrbeauftragte für das Thema Wein im Studiengang «Food Management» an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Autorin für die Zeitschriften «Beef!» und «Marmite». Schwerpunkte: Mosel, Rheingau, Rheinhessen, Altweinproben
 
Astrid Zieglmeier
Leitet seit 14 Jahren die Fachabteilung zur Weiterbildung Sommelier IHK und seit 2012 den Fachbereich Gastronomie & Genuss der IHK Akademie München, welcher Weiterbildungsmaßnahmen für Branchenprofis anbietet. Schwerpunkt: Logistik.
 
Es bleibt zu hoffen, dass die Konsequenz des eingeleiten  Prozesses sich tatsächlich auch im Gault Millau wiederfindet. Es ist nicht damit getan, über Jahre falsch verwendete Inhalte neu zu formulieren oder Bildmaterial auszutauschen. Eine wirkliche, vermutlich auch angestrebte Unabhängigkeit ist in der Weinbranche schwer durchzusetzen. Wo das Prinzip jeder kennt jeden existiert, hat vermutlich jeder der neuen Tester auch so seine Lieblingswinzer. Da ist eben Selbstdisziplin oder Blindbewertung angesagt. Ich jedenfalls begrüße den Neuanfang, die Zeit wird zeigen, ob er einer war.   

Rainer Albert Huppenbauer  
Tags: Gault Millau
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 11.11.2016 um 14:26 Uhr | 0 Kommentare

Gault Millau 2017 feiert sich selbst und ein bisschen den deutschen Wein!

Herr Payne hat es nicht leicht mit seinem Wälzer. Wenn man das Werk, dass zweifelsfrei seine Berechtigung hat, weil Menschen Punkte lieben durchblättert fällt auf, dass einem nichts auffällt. Alles ist wie immer. Reinhard Löwenstein, hoch geduldet nicht gemocht, Hans-Jörg Rebholz zu Recht gelobt. Schlossgut Diel überbewertet. Und so findet man dies und jenes, das einen nachdenklich stimmt, Bewertungen die man ablehnt und solche denen man zustimmt. Jeder Winzer der da mit macht, also seine Weine einsendet und sich der Bewertung stellt, muss genau damit leben. Und es letztlich hinnehmen, dass er so oder so bewertet wird. Basta.
Das was mich an dem ganzen Unternehmen stört ist, dass eine gewisse Oberflächlichkeit und Arroganz der Autoren und Tester zu spüren ist.  Es sind kleine, aber nicht unwesentliche Dinge aus denen man das ableiten kann.
 
Saale-Unstrut, das fehlende Charisma eines Beitrages im Gault Millau!
Da ich mich an Saale Unstrut am besten auskenne, möchte ich es auch hier festmachen.
Die vorgenommenen Bewertungen sind, wenn man Sie in einen regionalen Kontext betrachtet im weitesten Sinn in Ordnung. Stelle ich die Spitzenweine in ein überregionales Raster, stimmt die Bewertung nicht. Die Top Weine sind unterbewertet.
Dazu kommt, dass mir bestimmte Passagen, allerdings nicht nur im Gault Millau sondern zum Beispiel auch in Paula Boschs Werk, maßlos auf die …. gehen.
Da schwingt so ein mitleidsvoller Ton mit, den hier niemand verdient hat und will. Alles wird als „recht gut“ beschrieben, sie trauen sich sogar an Rieslingen und die Diva Spätburgunder heran, ein Generationswechsel wird beschrieben den es nicht gibt, wie auch? Die meisten Betriebe sind nicht mal 15 Jahre alt. Klar steigen junge Leute mit ein, aber einen Generationswechsel?  Es gibt einen einzigen komplett geglückten Wechsel bei Borns und einem in Anbahnung bei Böhme & Töchter, das war es.
Das dann das Scheitern von Georg Prinz zur Lippe in Kromsdorf unter Quereinsteiger und Zugezogene geführt wird ist absurd.
Völlig daneben ist für mich eine bestimmte Wortwahl, die man so langsam mal überdenken sollte. Zum Beispiel Matthias Hey immer die Rolle des Jungpioniers überzuhelfen. Klaus Böhme wird seit Jahren als Urgestein des Weinbaus an Saale-Unstrut bezeichnet. Und wäre das nicht schon alles schlimm genug werden falsche, Etiketten abgebildet, die es bei Hey seit drei oder vier Jahren und bei Klaus Böhme seit einem Jahr nicht mehr gibt. Dabei kann es gut möglich sein, dass die Winzer versäumt haben etwas zu aktualisieren. Es jedoch bei den Winzern abzuladen ist unseriös. Jeder Verleger hat eine Sorgfallspflicht und wenn bekannt ist, dass sich was geändert hat, dann mus man eben nachfragen. Alles andere ist arrogant. Und wenn man denn über Klaus Böhme, immerhin zwei Trauben, schreibt, dann sollte man erwähnen, dass sich in diesem Betrieb im letzten Jahr einfach fast alles im Erscheinungsbild verändert hat. Der Clou ist dann wirklich die Abbildung eines veralteten Etiketts. Der Aufreger der Saale-Unstrut Bewertungen ist für viele Leser die Herabstufung von  Bernard Pawis. Da kann man sicher geteilter Meinung sein. Ich jedenfalls hätte eine solche Wertung im Jahr 2014 auch nicht gut gefunden, aber verstanden. Für den Jahrgang 2015 ist sie überholt und falsch. Die Bewertung der Jahrgänge bei B.Pawis durch Herrn Dathan legen den Verdacht nahe, dass einfach mal einer dran war der „mich“  früher mehr beachtete als in den letzten Jahren. Ja auch das spielt eine Rolle in der Bewerterei des Gault Millau. Anders sind auch wohlwollende Bewertungen, wie die über den zweifelsfrei sehr guten Frühburgunder der Winzerei Lüttmer und die Bewertungen der Weine des Thüringer Weingutes Bad Sulza, nicht zu erklären. Zu guter letzt, dass der Autor des Saale-Unstrut-Beitrages im Gault Millau den Weißburgunder als spannendste Rebe bezeichnet, schreibe ich seine Jugend und offensichtlichen Unerfahrenheit zu gute. Zudem sind Rieslinge nicht jedermanns Sache. Eine Einladung zum Zweigelt und Spätburgunder Tasting am 28/29. Januar 2017 habe ich ihm geschickt. Am besten, er bringt seien Chef gleich mit.   

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Gault Millau, Matthias Dathan
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