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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 21.05.2020 um 12:17 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut Weinmeile 2020

Gebeutelt sind wir wohl alle, aber was hilft es, wenn jedes Wort der Regierung als Gesetz gehandhabt wird. Irgendwie gab`s das schon mal, oder? Und nun hat es auch noch die Weinmeile erwischt. Eigentlich am Ende der Aufregung gelegen, hätte man wohl ein Auge zudrücken können, hört man bisweilen. Natürlich den Winzern, die dieses Event ins Leben gerufen haben, entgehen eine Menge Einnahmen, die Sie nach der Krise dringend gebraucht hätten. Das gilt umso mehr, da sich vor 10 Tagen die Aussichten auf ein erfolgreiches Jahr 2020 quasi in einer Kaltluftfront in ein großes Nichts auflösten.
Was die Weinmeile an sich angeht, bin ich eher zweigeteilt. Auf der einen Seite die Ökonomie, auf der anderen Seite die jedes Jahr größer werdende Besucherschar und die damit verbundenen Probleme. Wer schon mal Weinmeilengast war, weiß wovon ich rede. Ich würde mir wünschen, dass der Verein, bestehend aus den teilnehmenden Winzern, das zuletzt völlig aus dem Ruder gelaufenen Konzept überdenkt. Wein und seine Erzeuger sollten wieder im Mittelpunkt stehen. Zurück zu den Anfängen. Wein verdient Beschaulichkeit, Gelassenheit, Gemütlichkeit und Respekt. Nichts davon war in den letzten Jahren zu spüren, am wenigsten Respekt. Es gab alles, was auf so ein Fest nicht gehört. Für derlei Dinge gibt es genügend Feste, Fußballspiele und Partys die das Gegenteil von dem sind, was ein Weintrinker sich wünscht. Ich hoffe sehr, dass man die Pause nutzt, um wenigstens mal darüber nachzudenken, wie dieses großartige Ansinnen wieder zu dem wird, was es sein wollte. Ich bin gern bereit mich da einzubringen.
 Tags: Saale-Unstrut-Weinmeile, Bad Kösen, Gussek, Hey
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 15.07.2018 um 14:38 Uhr | 0 Kommentare

Gussek Riesling Steinmeister 2016 erhält 90 Punkte in „Best of Riesling“ vom Meinigerverlag

Nun kann man über Punktesysteme denken wie man will, aber bislang war mir kein trockener Wein von Saale-Unstrut bekannt, der im System Parker 90 Punkte erreichte. Von Rieslingen wollen wir da noch gar nicht sprechen. Dass es nun Andrè Gussek mit einem Riesling geschafft hat, überrascht mich eigentlich nicht. Der 2016er Riesling Steinmeister ist der zweite Jahrgang aus dieser dem Riesling geneigten Lage, dem Gussek ein langes Hefelager erlaubte. Das Ergebnis ist schmeckbar und offensichtlich haben das auch die Tester im Meinigerverlag erkannt. Der Siegerriesling in der Kategorie trocken erhielt 95 Punkte. Mit seinen 90 Punkten ist der Gussek Riesling in einer Liga mit Phillip Kuhn, dem Weingut Rings aus ersten Lagen des VDP und sogar einigen Großen Gewächsen aus dem 2016er Jahrgang. Nun könnte man sagen, ja schön und gut, aber was sagt das aus?
Ich glaube, dass die Idee, dass an Saale-Unstrut große Rieslinge wachsen können, ein kleines Stück voran gebracht wurde. Ich hoffe sehr, dass diese Bewertung neuen Schub in die Bewegung Breitengrad 51 bringt und die Diskussion, um eine sogenannte „Leitrebe“, neu befeuert. Ich halte gerade in Anbetracht der derzeitigen Witterungsverläufe, den Riesling dafür für geeignet. Betrachtet man die Wichtung des Rieslings in einigen Spitzenbetrieben Hey, Gussek, Pawis, Lützkendorf und jetzt auch Proppe, dann lässt das auf viel Gutes hoffen. Dem ersten mir bekannten 90 Punkte Riesling von Saale-Unstrut  und seinem Macher Andrè Gussek einen herzlichen Glückwunsch.

 Tags: Gussek, Riesling Steinmeister
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.03.2018 um 12:38 Uhr | 0 Kommentare

Der Jahrgang 2017 Rieslinge vom feinsten!

In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, bei dem eine oder anderen Winzer, mal in den Keller zuschauen und zu probieren was auf uns da zukommt. Zu den Winzern die noch keine 2017er Weine gefüllt haben, gehören André Gussek und Matthias Hey. Fangen wir bei Letzterem an.
Es wird vermutlich drei trockene Rieslinge und zwei „Süße“, vermutlich eine Trockenbeerenauslese 2017 und Auslese 2017 geben. Die trockenen Rieslinge wieder als Muschelkalk vom Steinmeister und Buntsandstein aus dem Blütengrund. Beide Weine im Ortsweinsegment mit dem grauem Etikett. Dazu ein Riesling Lagenwein, der derzeit im Holz seiner Reifung entgegen geht. Hier ist nicht auszuschließen, dass der Wein als Breitengrad 51 „kandidieren“ wird. Einen Riesling mit grünem Etikett, also Gutswein wird es vermutlich nicht geben. Zu den Weinen selbst, Riesling Muschelkalk: Der Wein, ein typischer Steinmeister mit Würze und salzigem Extrakt, deutliche Grapefruit und grandiose Mineralität. Ein echter Charakterkopf. Ich denke langlebig, es lohnt sich ein paar Flaschen einzubunkern. Der Riesling Buntsandstein:  Wie immer geschmeidiger als sein Bruder, aber auch der mit verblüffender Mineralität. Geschmacklich viel Zitrus am Gaumen, etwas in Richtung Blutorange, im Abgang dann auch wie beim Muschelkalk eine angenehm frische, leicht bittere Grapefruitnote.
Der Riesling Steinmeister, ein verblüffender Charakter. Mineralität pur, salzige Fruchtaromen, die eher an Schiefer als an Muschelkalk erinnern. Das wird noch spannend. Der Wein, so würde ich ein Bild setzen, ist jetzt in seiner „vorpupertären“ Phase. Man sieht schon die Richtung, aber da wird noch eine Menge passieren. 
André Gussek ist nun auch nicht dafür bekannt besonders schnell zu sein. Das ist auch gut so.
Im Zeitalter von „wie kann ich meinem Schatten entkommen und wir telefonieren“ ist es beruhigend zu wissen, dass es auch anders geht. Die von mir probierten Rieslinge haben es in sich. Die Stilistik von Gussek ist immer anders als die von Matthias Hey. Und doch irgendwie ähnlich. Im Vergleich zu Matthias Hey sind Gusseks Rieslinge 2017 geschmacklich derzeit ohne Humor, Riesling pur. Alles was der „Volksgaumen“ an Riesling nicht schätzt, ist hier zu finden. Puristisch, kompromisslos Riesling. Ich wusste nicht, dass das hier an Saale-Unstrut geht. Der geplante Gutswein kommt aus Kaatschen vom Dachsberg vorderer Teil (nicht terrassiert). Druckvoll, gelbe Fruchtaromatik, die von Grapefruit abgerundet wird. Druck auf der Zunge und am Gaumen, aber doch weich. Der Riesling vom Göttersitz von noch relativ jungen Reben mit viel Extrakt und sehr stoffig.
Voller Mund, etwas Ananas leicht karamellisiert. Ich habe den Riesling nicht ganz so mineralisch empfunden wie die beiden Kaatschener Weine. Aber das ist relativ.
Der dritte im Bunde, Riesling vom Kaatschener Dachsberg, terrassierte Teil. Wieder komplett anders. Gleich zu Beginn baut der Wein viel Spannung auf, wirkt enorm intensiv und viel puristischer als die anderen beiden. Komplex mit viel Fruchtextrakt, etwas salzige Mineralität und sich langsam entwickelnder Frucht. In Blindverkostung (Mittelrhein oder Terrassenmosel), es wird spannend wie sich der Wein entwickelt. Der Riesling Steinmeister wurde mir "vorenthalten". 
In den nächsten Tagen beginnen nun die ersten Jungweinproben. Ich werde mich in diesem Jahr auf die Rieslinge und Weißburgunder sowie auf die 2016er Rotweine konzentrieren. Sie dürfen gespannt sein. 
Wann es die Rieslinge geben wird steht noch ein bisschen in den Sternen, Matthias Hey und Andre Gussek wollen es ausreizen und die Gunst der Stunde nutzen. Na denn, Vorfreude ist, so der Volksmund, die schönste Freude.
 
Rainer Albert HuppenbauerTags: Weingut Hey, Riesling 2017, Gussek Rieslingjahrgang
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.05.2017 um 14:54 Uhr | 0 Kommentare

Der Burgunder - König

Genau weiß ich nicht ob ihm diese Wertung gefällt, wohl eher nicht. Dennoch fällt mir nichts Besseres ein. König und nicht Papst, denn Päpste wechseln, Könige eher nicht. Und da der einzige Feind der Monarchen die Revolution ist, sollte man, da keine in Sichtweite ist, davon ausgehen: Der König bleibt, stürzen kann ihn keiner.
Jedenfalls nicht in der Sparte der Burgunder. Und ich glaube zu wissen, wie Kollegen seine Arbeit beurteilen und schätzen.
 
Ein Weingut mit ca. 10 Hektar Rebfläche und einer für hiesige Verhältnisse kaum zu überschauenden Vielfalt an Burgundern. Straff, ja fast preußisch und doch frankophil gegliedert, werden Lagenweine mit unglaublichem Potential erzeugt.
Konkret gibt es, alles in allem aktuell siebzehn verschiedene Burgunderweine.
Weißburgunder sind es fünf, Grauburgunder ebenso fünf Weine.
Ein Frühburgunder vom Naumburger Göttersitz und fünf Spätburgunder. Alle Weine unterscheiden sich von einander nicht nur durch ihre Herkunft, sondern auch durch ihren Ausbau. Gussek und seine Kellermeisterin Hella Päger behalten die Übersicht, ja ich gebe es zu, mir fällt es manchmal schwer. Aber wenn ich dann die langsam gereiften Lagenweine trinke, fällt jeder Zweifel nach dem ersten Schluck ab.
Derzeit verkauft Gussek seine 2015er Weine. Bei den Burgundern ist noch kein einziger 2016er auf dem Markt. Die Weine fangen jetzt an sich zu öffnen und ihre volle Kraft und Eleganz zu entfalten. Beim Spätburgunder sind noch einige 2013er zu haben, die noch eine lohneswerte Zeit vor sich haben. Zehn bis fünfzehn Jahre ohne Probleme. Ich werde mich disziplinieren müssen. Die Weißen, also Grau- und  Weißburgunder sind in allen Segmenten, sei es bei den Ortsweinen oder den Lagenweinen gerade dabei, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Aber auch hier gilt, gut Ding will Weile haben. Besonders die Weine mit Holzkontakt haben noch einiges an Leben und Geschmack vor sich.
Man kann Andre Gussek nur gratulieren. Umso mehr, da wir in einer Zeit arbeiten und leben, in der jeder alles sofort will. Es ist schön, dass mal was alle ist. Gusseks System der Lagentreue und Vielfalt fördert genau das. 
Tags: Burgunder, Gussek
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 04.12.2016 um 13:15 Uhr | 0 Kommentare

Gussek ist auf dem Holzweg!

Andre Gussek wird von seinen Mitmenschen, ob seiner ruhigen Art und seiner vornehmen Zurückhaltung, hoch geschätzt. Gepaart mit seinem vinophilen Wissen und der Liebe zum Wein, ergibt das ein Bild von einem Winzer, das schwer zu kopieren ist. Die Weine sowieso. Am vergagenen Wochenende 02/03.12  fand nun bei Gussek die jährliche, so genannte  „Barriqueweinprobe“ statt. An zwei Tagen hatte man die Möglichkeit, sich mit dem aktuellen und vergangenen Schaffen des Winzers in Sachen Holz vertraut zu machen. Das Gussek einer der ersten Winzer der Region war, der sich dem Thema Barrique annahm ist hinlänglich bekannt. Das was da in den letzten zwei Tagen von Gussek geboten wurde, ist vermutlich in dieser Art "weltweit" einmalig.
Mir ist jedenfalls kein Winzer bekannt, der aus ein und demselben Lesegut eines Jahrgangs drei verschiedene Barriqueweine erzeugt.  
So zu erleben beim Grauburgunder vom Kaatschener Dachsberg. Den gibt es als Grauburgunder Barrique und 6,3 Gramm Restzucker pro Liter, Grauburgunder *** Holzfass mit 1,2 Gramm Restzucker pro Liter und einem auf der Maische vergorenem Grauburgunder mit 2,7 Gramm Restzucker. Letzterer trägt den Beinamen „Orange“, was sich allerdings mehr auf die Farbe denn auf den Trend bezieht. Alle drei eint vor allem, dass es sich um unterscheidbare, klar und präzise definierte Weine handelt, die zudem qualitative Maßstäbe definieren, die es beim Grauburgunder so an Saale-Unstrut noch nicht gab. Und selbst der Meister Gussek weiß, dass dieser 2015er Jahrgang etwas möglich machte, auf das wir seit 2003 warten mussten. Außer den Grauburgundern verwöhnten ein Silvaner „alte Reben“ und ein Weißburgunder Barrique die Sinne. Alle Weine, vom Silvaner über den Weißburgunder bis hin zu den Grauburgundern, bestimmen in diesem Segment die Gebietsspitze.
Bei den Rotweinen dann eine ähnliche Herangehensweise wie beim Grauburgunder. Es wird mit dem Holz gespielt ohne es zu übertreiben. Zu erkennen war, dass beim 2015er Jahrgang der Spätburgunder, Zweigelt und Portugieser einer grandiosen Zukunft entgegen gehen. Der Frühburgunder Göttersitz hat hier eine Sonderstellung. Er wirkt auf mich extrem verschlossen und wird sich eventuell in vier bis fünf Jahren zu erkennen geben. Die Roten der Jahrgänge 2013 und 2014 haben mich ebenso überzeugt. Der 2014er Zweigelt mit zwei Jahren im Barrique zeigt deutlich, dass es auch in diesem komplizierten Jahr möglich war anständige Rotweine zu machen. Natürlich nicht mit dem Potential des 2013er und schon gar nicht mit dem das 2015er Jahrgangs vergleichbar. Aber Spaß machte mir dieser Zweigelt dennoch. Man sieht bei diesem Wein deutlich, dass Gussek in diesem Fach weit vorweg ist. Ein schöner Ausklang dann mit einem Weißburgunder Barrique aus dem Jahrgang 2004. Ein ästhetischer Genuss aus einem guten, jedoch keinem herausragenden Jahr wie 2003 mit unglaublich präsenter Struktur, buttrigen und karamellisierten Noten gelber Früchte, kein bisschen müde mit straffer Säure und weichem Gaumenspiel.
Präsentiert wurde diese Veranstaltung durch Andre Gussek und seine Mitarbeiter in einem häuslichen Rahmen ohne Hast und mit viel Gelassenheit. Wichtig zu erwähnen ist weiterhin eine Perle des Betriebes, die sich gern im Schatten des Meisters bewegt und an solchen Tagen mit im Lichte steht. Gemeint ist Hella Päger die Kellermeisterin. Man würde ihr unrecht tun, wenn man sie als gute Seele des Weinkellers bezeichnet. Ich glaube, dass ihre unglaublich beständige Arbeit Andre Gussek den Freiraum schenkt, um eine solch qualitativ hochwertige Vielfalt in die Flaschen zu bekommen.
Danke für den entspannten Abend.
Tags: Gussek, Hella Päger
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