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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 08.02.2018 um 17:17 Uhr | 0 Kommentare

Wechsel in Kloster Pforta

Der Bauer geht, der Önologe kommt…
Nun ist es wohl vollbracht, das Landesweingut Kloster Pforta hat einen neuen Chef und geht mit großen Schritten in eine hoffentlich bessere Zukunft. Das es ein bisschen gedauert hat mit der Zukunft, lag wohl auch an der ein oder anderen Männerfreundschaft im dichten Gewirr unseres „Regionalberlusconi“.  
Das S.B. (gemeint ist nicht Silvio Berlusconi) gescheitert ist mit seinen fein(d)sinnigen Plänen, war wohl, neben amtlich bekanntgemachten Urlaub, auch ein Grund für sein Fehlen bei der Übergabe an Probst. Und ehrlich, niemand hat ihn vermisst, so der Tenor einiger Teilnehmer.
Dem gehenden Geschäftsführer gereicht zur Ehre, sich am Ende aus der „Causa B“ gelöst zu haben und den Weg zurück in die Zukunft des Landesweingutes, zumindest nicht behindert zu haben. Ich persönlich glaube, dass mit Björn Probst die eigentliche Weiterführung des von Christian Kloss begonnenen Umbaus wieder einsetzt. Schade, dass soviel Zeit verschwendet und im Stillstand verbracht wurde. Warum das so war, werden wir wohl nie erfahren. Im Grunde interessiert es mich auch nicht. Wichtig ist, dass die Verbannung der Öffentlichkeit ein Ende hat. Man sagt wieder was man vor hat. Dass Misstrauen zum Landesweingut im Kreis der Winzer anzutreffen ist, ist nachvollziehbar. Kloster Pforta muss nun liefern.
Niemand hätte sich einen solchen Zirkus (vor Kloss und nach ihm) leisten können, ohne zu sterben. Kloster Pforta muss zunächst Vertrauen zurück gewinnen, das geht nur durch die Politik. Man hat in den letzten Jahren das große Glück, dass an entscheidenden Stellen des Weingutes fitte Leute arbeiteten. Das war, wenn man so will, dass Vermächtnis von Kloss. Das sind unter anderem der Kellemeister Christoph Lindner und die „Weinbergcheffin“ Franziska Zobel. 
Ich möchte nicht wissen, wie das Weingut dastehen würde, wären gerade diese Stellen von Pfeifen besetzt gewesen.
Wenn es Björn Probst gelingt, diese nicht unkomplizierte Gemengelage, mit seinen Vorstellungen von Wein machen zu entknoten, vor allem das Personal dahin zu führen, das zu verstehen, dann wird dieses Weingut in spätestens fünf Jahren uns allen, auch den heute noch Zweifelnden zur Ehre gereichen. Das es einen Neubau geben wird ist eigentlich zweitrangig.
Dies ist eine politische, finanzielle, organisatorische und technische Frage und damit nachgeordneter Natur für den Boss. Ob das die Politik und damit die Eigentümer auch so sehen, ist nicht überliefert. Vermutlich nicht.  Aber eines wissen die Jungs in Magdeburg auch: Stimmt es in den Köpfen nicht, hilft auch kein Neubau, wie schön auch immer. Mit einem Neubau wird andererseits alles deutlich einfacher, auch und gerade für die Ausrichtung der Köpfe. Ein Spagat, der zu lösen ist und an dem Björn Probst in fünf Jahren gemessen wird. Mache es gut Herr Probst!

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Berlusconi, Björn Probst, Kloster Pforta
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 18.08.2015 um 10:20 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut-Wein traurige Nachrichten vom Landesweingut

Eine sehr traurige Nachricht erreichte mich heute morgen vom Landesweingut Kloster Pforta. Diese betrifft den Gosecker Dechantenberg.  
Hier Auszüge aus der  Pressemitteilung des Landesweingutes Kloster Pforta:
"In und um Goseck wütete am vergangenen Freitag ein Unwetter mit Hagel und Starkregen mit bis zu 50 Litern auf dem Quadratmeter. Auch unser Prestigeobjekt, der Gosecker Dechantenberg, ältester Terrassenweinberg der Region, wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier verzeichneten wir einen Hagelschaden von 90-100 Prozent. Das heißt fast jede Beere wurde durch die Hagelkörner verletzt. Die Trauben, je nach Reifegrad, sind nun besonders anfällig für Essigfäule und Wespenfraß. Dies betrifft in erster Linie den Grünen Silvaner und den Weißen Burgunder, die in der Reife schon weiter sind. Beim Riesling sieht es noch nicht ganz so verheerend aus, hier sind die Trauben noch härter. Aus allen drei Rebsorten produzieren wir unsere beliebten und qualitativ hochwertigen Lagenweine vom Buntsandstein. Auch eine Sandsteinmauer im oberen Bereich des Weinberges hielt den Regenmassen und dem lastenden Druck nicht stand uns stürzte ein. In allen anderen Lagen verzeichneten wir zum Glück keine Schäden. Auch der nur einen Steinwurf entfernte Eulauer Heideberg blieb vom Unwetter weitestgehend verschont. Neben dem Weinbau verzeichneten auch die Apfelbauern in Goseck erhebliche Einbußen."

Ich habe darauf hin einige andere Winzer befragt, bei denen waren zum Glück keine Schäden zu verzeichnen. Der gegenwärtige Niederschlag wird positiv bewertet, da die Trockenheit der letzten Wochen schon ein Problem war. Auch die Menge die bis Mittwoch zu erwarten ist, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Problem. "Die Trauben haben noch nicht soviel Zucker angehäuft , dass sie durch das viele Wasser platzen könnten wie im Vorjahr." So Matthias Hey.  Drücken wir die Daumen, dass es der letzte große Niederschlag in dieser Vegetationsphase war. Immer mal ein bisschen und dazwischen Sonne ist nicht schlecht. Mit nur Sonne wird es auch gut. Also weiter warten und die Wettergötter im Morgengebet nicht vergessen. Es geht schließlich nicht um irgendetwas, es geht um Wein! 
Tags: Landesweingut Kloster Pforta, Gosecker Dechantenberg, Unwetter
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 19.07.2015 um 15:13 Uhr | 0 Kommentare

Gosecker Dechantenberg unser Erbe und Verpflichtung

Der Gosecker Dechantenberg ist einer der ältesten, markantesten und zu gleich am wenigsten wahrgenommenen Weinberge an der Saale. Der Berg gehört dem Land Sachsen-Anhalt und wird vom Landesweingut Kloster Pforta allein bewirtschaftet. Im Vergleich zu seinem Pendant in Thüringen, dem Kaatschener Dachsberg fristet er einen vergleisweise bescheidenen Alttag.
Trotz erwiesener Qualität der von dort stammenden Weine, einer belegten, fast 1000-jährigen Geschichte, einer markanten Architektur und  dem Willen der Mitarbeiter des Landesweingutes diesen Berg zu heiligen, fehlt es vermutlich seit Jahren an Geld, den Gosecker Dechantenberg komplett instand zu setzen.  Vom weiten kaum sichtbar, bröckelt die "Trutzburg des Weines" langsam vor sich hin. Etwas Abseits der Touristenwege liegt er ohnehin, aber das ist beim Kaatschener Dachsberg genau so. Und der ist das blühende Leben. Alles intakt und auch aus der Nähe eine Augenweide. Aber der ist nunmal in Thüringen und die Thüringer haben offensichtlich mehr Geld für solche "Spielereien". Das Land Sachsen Anhalt, das ist bekannt, will das Landesweingut verkaufen, warum also, so wird sich Herr Bullerjahn (Finanzminister, SPD) fragen, soll da noch investiert werden? 
Aus seiner Sicht völlig klar, kein Geld alsbald für derlei Mätzchen. Wenn es denn aber so ist, warum ist es nicht möglich, die Debatte um das Landesweingut endlich mal zu lösen. Für den Berg und die fleißigen Mitarbeiter wäre es ein Segen. Die Lösung, die möglich wäre, dass der Gleinaner Traubenerzeuger das Landesweingut übernimmt, scheitert eventuell an der Mitgift. Drei der besten Lagen der Region gehören unter anderem dazu. Die sind aber zum größten Teil nur mit Handarbeit zu bewirtschaften. Tja, da beißt sich die Katze wohl in den Schwanz, da die Gleinaer gerade genau das umbauen - weg von Handarbeit. Wohin also mit den 3 Hektar bester Lage aus Goseck? Einen jungen Winzer finden, der sich das antut? Die von mir geschätzte Million oder sogar mehr, das rechnet sich nie! Und da liegt der Hase im Pfeffer. Das Land Sachsen Anhalt, der Eigentümer des Weinberges, ist in der Pflicht und somit der Steuerzahler. Da aber sparen allerort´s in Sachsen-Anhalt, ausser beim Bau von Fußballstadien, Schwimhallen für eine Person, protzige Landesvertretung  und Finanzämtern, angesagt ist, muss der Berg eben warten. Und wenn sich immer noch jemand wundert, warum die Region kein Welterbestatus bekommen hat, dann fahren sie nach Eula bei Naumburg und klettern Sie auf diesen Berg. Hier finden Sie die Antwort, man sieht dem Berg eine halbherzige Politik förmlich an. Auf der Straße sagt mir ein Anwohner: "Kenen Plan hamm die". Er hat wohl Recht.    
Die Trauben hängen  in diesem Jahr gut, wie man sehen kann, sieht alles sehr gesund aus. Na eventuell haben wir ja Glück mit der restlichen Vegitationsphase und die Qualität wird nicht geschmälert. Es wäre verdient.   




Schloß Goseck 



Stufen, die Geschichten erzählen

gesunde Trauben aus dem Gosecker Dechantenberg
Tags: Gosecker Dechantenberg, Jens Bullerjahn, Landesweingut Kloster Pforta
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