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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 05.07.2016 um 20:38 Uhr | 0 Kommentare

Restaurantkritik Gasthaus und Hotel zur Henne in Naumburg

Ich hatte Hunger. Es war Dienstag der 05.07.2016, und dieses Gefühl der Leere im Magen trieb mich in die Hände eines Gastronomen, von dem ich eigentlich erwartet hatte, dass er weiß was er tut. Vermutlich weiß er das auch, aber der Abend endete ohne Happy End.
Die Moral von der Geschichte: Geh niemals hungrig in ein Wirtshaus was du nicht kennst. Fahr zehn Kilometer weiter und du kriegst was Gutes. Aber von vorn und kurz und bündig. Sehr schönes Ambiente, lauer Sommerabend, wirklich bemühtes Personal. Und schon ist Schluss mit lustig. Da ich immer ohne Vorurteile in eine Gaststätte gehe, fangen alle bei null an.  Der erste Blick in die Karte gilt immer den Weinen. Gepriesen und über den grünen Klee gelobt wurden Weine des Weingutes Herzer. Eigentlich ein Grund zu gehen, weil dieses Weingut seit einiger Zeit nicht mehr hält was es verspricht. Dann ging es weiter, zunächst alle Weine ohne Jahrgangsangaben, so dass man sich genötigt fühlt, auch ob der verlangten Preise ein Bier zu trinken. Da ich ungefähr weiß was der Gastronom bei den Winzern bezahlt, auch ich kaufe da ein, kann ich die geforderten Preise nicht nachvollziehen. Und wenn es dann schon so ist, dann sollte wenigstens die Weinkarte keine Fehler enthalten. Der Winzerhof Gussek wird mit „ck“ geschrieben und als Weinhof bezeichnet. Es stehen Weine in der Karte, die es schon Jahre lang nicht mehr gibt: Riesling Kabinett vom Weingut Pawis zum Beispiel. Diese Karte wird seit Jahren, ohne auch nur einmal überarbeitet zu werden, den Gästen vorgelegt. Für mich heißt das, die Gäste sind dem Inhaber egal. Über die Schreibweise des einen oder anderen internationalen Weines möchte ich mich nicht äußern. Zum Essen: Bestellt wurde ein „Feines Pfifferling Rahmsüppchen mit Kartoffel“  für 6,50 Euro. Gekommen ist eine Kartoffelsuppe mit ganzen und vor allem labbrigen Pilzen.
Zum Hauptgang einmal ein Omelett mit Pfifferlingen für 13,90 Euro und da ich gern gebackenen Leberkäse esse, und so bei mir dachte, da kann der Koch nicht so viel falsch machen, bestellte ich das.
Zum Omelett muss ich sagen es war eine Zumutung. Die Zutaten kamen aus dem Tetrapack (Rührei), die Pilze waren unzerkleinert, ohne jeglichen Pfiff lieblos beigegeben. Der angefügte Gurkensalat, da sollte man dem Koch mal sagen, das man eine Gurkenscheibe auch dünn schneiden kann. Mein Leberkäse war nicht aus dem Ofen sondern aus der Bratpfanne. Jeder der so was schon mal gemacht kennt das Resultat. Und zu Leberkäse gehört ein süßer Senf, wenn man denn schon so etwas anbietet, sollte man es auch richtig machen.
Das Bier war gut. Eine kleine Beobachtung habe ich noch gemacht. Naumburg ist eine Weinstadt. Das Lokal war gut besucht, gegen 19.00 Uhr etwa 30 Gäste. Davon tranken drei Wein. Eine Dame bekam in einem HO Ballonglas vom Rummel den Rotwein serviert, dazu fällt mir  im Jahre 2016 nichts mehr ein.  

Rainer Albert Huppenbauer
Tags: Restaurant zur Henne
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