Wir verwenden Cookies, um die einwandfreie Funktion der Website zu gewährleisten und unseren Datenverkehr zu analysieren. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
top
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 21.05.2020 um 12:17 Uhr | 0 Kommentare

Saale-Unstrut Weinmeile 2020

Gebeutelt sind wir wohl alle, aber was hilft es, wenn jedes Wort der Regierung als Gesetz gehandhabt wird. Irgendwie gab`s das schon mal, oder? Und nun hat es auch noch die Weinmeile erwischt. Eigentlich am Ende der Aufregung gelegen, hätte man wohl ein Auge zudrücken können, hört man bisweilen. Natürlich den Winzern, die dieses Event ins Leben gerufen haben, entgehen eine Menge Einnahmen, die Sie nach der Krise dringend gebraucht hätten. Das gilt umso mehr, da sich vor 10 Tagen die Aussichten auf ein erfolgreiches Jahr 2020 quasi in einer Kaltluftfront in ein großes Nichts auflösten.
Was die Weinmeile an sich angeht, bin ich eher zweigeteilt. Auf der einen Seite die Ökonomie, auf der anderen Seite die jedes Jahr größer werdende Besucherschar und die damit verbundenen Probleme. Wer schon mal Weinmeilengast war, weiß wovon ich rede. Ich würde mir wünschen, dass der Verein, bestehend aus den teilnehmenden Winzern, das zuletzt völlig aus dem Ruder gelaufenen Konzept überdenkt. Wein und seine Erzeuger sollten wieder im Mittelpunkt stehen. Zurück zu den Anfängen. Wein verdient Beschaulichkeit, Gelassenheit, Gemütlichkeit und Respekt. Nichts davon war in den letzten Jahren zu spüren, am wenigsten Respekt. Es gab alles, was auf so ein Fest nicht gehört. Für derlei Dinge gibt es genügend Feste, Fußballspiele und Partys die das Gegenteil von dem sind, was ein Weintrinker sich wünscht. Ich hoffe sehr, dass man die Pause nutzt, um wenigstens mal darüber nachzudenken, wie dieses großartige Ansinnen wieder zu dem wird, was es sein wollte. Ich bin gern bereit mich da einzubringen.
 Tags: Saale-Unstrut-Weinmeile, Bad Kösen, Gussek, Hey
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 07.02.2020 um 14:19 Uhr | 0 Kommentare

IV. Tasting der Saale-Unstrut-Vinothek: Ein Resümee

Immer am letzten Sonntag im Januar veranstalte ich in meine Vinothek ein Tasting bei dem Spitzenweine aus deutschen Anbaugebieten (meist so genannte Große Gewächse einiger VdP Winzer) auf Weine ihrer Kollegen vom 51. Breitengrad treffen. Abseits der großen Metropolen im bescheidenen Weindörfchen Naumburg wird es dann spannend. Die anwesenden Winzer können vergleichen und einordnen, die Weinkonsumenten auch werten. Und so sah das aus: Im Programm diesmal Rieslinge aus dem Jahrgang 2018, Blauer Zweigelt 2017 und Spätburgunder von 2015, 2016 und 2017.
Es wurde deutlich, dass die Weine der Saale-Unstrut-Betriebe in allen drei Kategorien ein gutes Wort mitzureden haben. Punktuell sind die Weine der hiesigen Winzer untereinander enger zusammen gerückt. Hatte man noch vor zehn Jahren mal einen oder zwei Weine die an das Niveau der GG herankamen, so ist dieser Zustand heute ein ganz anderer. Die Qualität ist breiter geworden. Aus meiner Sicht sind dies die ersten Ergebnisse einer Zusammenarbeit der Winzer im Verein Breitengrad 51. Und, was man natürlich beachten muss, der klimatische Verlauf der zurückliegenden Jahrgänge von 2016 bis 2018 war eher südländisch geprägt. Das dies nicht unbedingt ein Vorteil für die ist, die sich erst einmal daran gewöhnen müssen mit derlei Vegitationsverläufen umzugehen, ist allerdings auch spürbar. Im Umkehrschluss hätten auch Topwinzer in der Pfalz ein Problem plötzlich mit kühleren Klima klar zukommen. Hitzejahre die sich dann noch im Niederschlag deutlich unterscheiden sind für den 51. Breitengrad eben nicht die Regel. Oder sollte man besser sagen, noch nicht? Was aber auf alle Fälle hilfreich ist, ist die Tatsache, dass im Verein Breitengrad 51 darüber geredet wird, zumindest dann, wenn es mal nicht um Formalitäten geht. Ich betrachte diesen Verein als den Kopf und den Motor dessen, was das Gebiet hier leisten kann.
Der angestaubte Weinbauverband hinkt wie immer hinterher. Mir ist jedenfalls nichts bekannt, was dieser Verband in Punkto Qualitätsstandard eingebracht hat. Die Nennung von Ertragszahlen in Tonnen fördert allein keine Qualität hervor.

Aber lassen wir das. Zurück zum Tasting.
Rieslinge 2018:
Ja man kann trefflich darüber streiten, was dieser und jener denn nun wohl meint mit seiner Auslegung von Riesling. Ich fand bestätigt, was ich auch schon postuliert habe: Nicht jedes Großes Gewächs ist auch eins. Und es gibt keine Wahrheit nur Meinungen. Für meinen Geschmack gab es fünf Rieslinge mit Ausnahmecharakter.

1. Wagner Stempel,Heerkretz GG 2018, Rheinhessen
2. Rebholz, Kastanienbusch GG 2018,Pfalz
3. Emrich Schönleber, Halenberg GG 2018, Nahe
4. Gussek, Kaatschener Dachsberg, 2018, Saale-Unstrut
5. Domäne Wachau, Ried Kellerberg 2018, Wachau

Da auch Reinhard Löwenstein, Rudolf Fürst, Haidle und Van Volxem mit Großen Gewächsen vertreten waren polarisierten diese Weine am stärksten. Vermutlich hatte jeder Teilnehmer am Tasting so seine eigene Liste. Sehr deutlich wird dies bei Rudolf Fürst. Für mich ein Wein der jeden Rieslingablehner das bestätigt, was ihn genau an Riesling stört. Nun bin ich kein Rieslingablehner sondern ein großer Freund dieser Rebe. Und dennoch habe ich den Wein nicht verstanden, er hatte von allem zu viel. Andere hingegen waren begeistert. Tja, so kann es gehen.

Zweigelt 2016/2017/2018
Das Wesentliche zuerst. Herr Zweigelt ist Tod (zum Glück), sein Wein lebt und kommt in einer Region zu neuen Ehren, die diese Rebe seit gut 30 Jahren pflegt. Die getesteten Jahrgänge fallen in genau in die eingangs beschriebene „Wärmezeit“ hier am 51. Breitengrad.
Zweigelt war vor vier Jahren schon einmal Thema. Damals deutlicher Nachholbedarf, in diesem Jahr war der auf der anderen Seite.
1. Gussek, Kaatschener Dachsberg BG 512017 Saale-Unstrut
2. Born,Höhnstedter Kreisberg BG51 2016 Saale-Unstrut
3. Haidle, Zweigelt R 2017,Württemberg
4. Hey, Naumburger Steinmeister BG51, 2017, Saale-Unstrut
5. Krug, Ried Eichkogel Reserve, 2017, Thermenregion

Spätburgunder 2015-2018
Ich erinnere mich gut an den Gesichtsaudruck des Schweizer Weinkritikers René Gabriel, als er Gusseks Spätburgunder probierte. Er stellte die Frage an Gussek was der Wein kostet. Gussek antwortete 24 Euro. Gabriel runzelte die Stirn und sagte: Nehmen sie mindestens das Doppelte.

Genau wie beim Zweigelt gibt es auch hier im Vergleich zum ersten Tasting eine neue Sicht. Das Klima und der Umgang mit der Rebe wandeln sich gerade in Naumburg und Umgebung. Das Ergebnis sind keine Ahrweine, wohl aber ernstzunehmende, charaktervolle Burgunder, die über Qualitäten verfügen, die noch vor fünf Jahren in dieser Breite nicht denkbar waren. Hier meine Top 8 Weine der Verkostung.

1. Stodden,Sonnenberg GG,2017 Ahr
2. Rings, Steinacker 1. Lage 2016, Pfalz
3. Meyer Näkel, Silberberg GG, 2017, Ahr
4. Hey, Steinmeister, 2017, Saale-Unstrut
5. Gussek, Kaatschener. Dachsberg ***  ,2017, Saale-Unstrut
6. Böhme&Töchter, Freyb. Schweigenberg 2017 Saale-Unstrut
7. Rebholz, Gutswein, 2015, Pfalz
8. Weigel, Steinmeister, 2017,Saale-Unstrut

Alles in allem ein erkenntnisreicher Nachmittag mit mancher Überraschung. Na mal sehen was 2019 auf uns zurollt, denn auch in 2021 gibt es wieder ein Tasting.  
 Tags: Saale-Unstrut-Vinothek Tasting
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 27.09.2017 um 14:52 Uhr | 0 Kommentare

Weinlese an Saale-Unstrut, ein Erfolg zeichnet sich ab!

Die Lese an Saale-Unstrut ist im vollen Gange, es gibt zufriedene Mienen und hin und wieder auch das Gegenteil. Die Gründe sind für beide seelischen Zustände im letzten Sommer entstanden. Pflanzenschutz war das A und O. Es zeichnet sich ab, dass Quantitativ etwa das Vorjahresniveau, mit Schwankungen nach unten und oben, erreicht wird. 
Qualitativ war wie zu erwarten manches möglich. Die die ihr Handwerk beherrschen, können nun auch bei den Burgundern und den Rieslingen, anfangen zu zaubern.
Jetzt bin ich überzeugt, dass der eine oder andere Spitzenwein drin ist und die Basisqualität den beiden Vorjahrgängen in nichts nachstehen wird. Das klingt einfach, war und ist es aber nicht. Die ersten Kostproben konnte ich nehmen und obwohl ich kein allzu großer Bacchus- Fan bin, der bei Bernard Pawis probierte Bacchus, mineralisch, trocken, tolle Frucht zeigt, dass ein Bacchus nicht langweilig sein muss. Wichtig ist dabei den Bacchus trocken auszubauen, das entscheidet der Kellermeister und die Hefe. Durch seine fruchtige Stilistik ist dieser Wein nämlich besser, wenn der Zucker nicht zu dominant ist, weil sich dadurch die Mineralität verabschiedet. Bacchus verträgt und verdient trocken meine Herren Winzer.
Das erste Fazit nach zwei Wochen Lese lautet: Saale-Unstrut hat im Gegensatz zu fast allen deutschen Weinanbaugebieten eine erfolgreiche Lese gestartet. Die Ursachen hängen natürlich mit den klimatischen Bedingungen zusammen. Durch die spätere Reife im Vergleich zum Süden, hielten sich die Frostschäden in Grenzen.
Im Vergleich dazu, Baden und Württemberg mit dramatischen Verlusten von bis zu vierzig Prozent. Hier wird deutlich, dass das Klima an Saale-Unstrut, auch als Kontinentalklima bezeichnet, enorme Vorteile auf die Rebkulturen im Weißweinbereich haben kann. So lange der Frost im April kommt kann es uns hier im Norden noch relativ egal sein. Verluste ja, aber im kaum spürbaren Bereich.      
Rainer Albert Huppenbauer

27.09.2017
Tags: Bernar Pawis, Bacchus, Saale-Unstrut-Wein
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 02.07.2016 um 13:24 Uhr | 0 Kommentare

Österreich macht den Wein international weiter wettbewerbsfähig!

Das österreichische Weingesetz von 2009 wurde überarbeitet und der ohnehin bestehende Wettbewerbsvorsprung gegenüber Deutschland deutlich vergrößert. Das wird bereits in kurzer Zeit Auswirkungen auch auf den deutschen Weinexport haben.In gebotener Kürze die wichtigsten Neuerungen aus einer Pressemitteilung der Österreich Weinmarketing GmbH, die mir die Weinjournalistin Heidi Diehl (Neues Deutschland, Yoopress, Weinfeder etc.) zur Verfügung gestellt hat.
Hier der Auszug aus der Pressemitteilung:
„Änderungen von Herkunftsangaben in Burgenland und Steiermark.
Große Schritte gelangen bei der besseren Abgrenzung von Weinherkünften. Zur Vermeidung von Doppelgleisigkeiten wurden die burgenländischen Weinbaugebiete Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland und Südburgenland abgeschafft. Künftig sollen alle Qualitätsweine des Burgenlandes das generische Weinbaugebiet „Burgenland“ auf dem Etikett aufweisen. Ausschließlich die gebietstypischen DAC-Weine dürfen darüber hinaus die Bezeichnung des jeweiligen spezifischen Weinbaugebiets tragen, also Neusiedlersee DAC, Leithaberg DAC, Mittelburgenland DAC oder Eisenberg DAC. Parallel dazu soll die Großlage „Südburgenland“ geschaffen werden, die die beiden bisherigen Großlagen „Pinkatal“ und „Geschriebenstein“ ersetzen soll. Im hügeligen Südosten Österreichs wurde das Weinbaugebiet „Süd-Oststeiermark“ im Rahmen der Novelle in „Vulkanland Steiermark“ umbenannt und somit begrifflich stärker geschärft.
Rückenwind für Rieden
Auch die Riedenabgrenzung, die aktuell in allen Weinbauregionen voll im Gang ist, erfuhr durch die Gesetzesnovelle neuen Schwung. Es wurde festgelegt, dass bei Weinen mit Lagenbezeichnung das Wort „Ried“ vor dem Namen der Lage auf dem Etikett stehen muss. Wenn künftig auf einem österreichischen Wein das Wort „Ried“ vor einer geografischen (topografischen) Bezeichnung steht, handelt es sich dabei um einen Wein aus einer gesetzlich definierten Einzellage. Damit sind Weine aus Einzellagen für den Konsumenten auf einen Blick von Markenweinen bzw. Weinen mit Pseudo-Herkunftsangaben unterscheidbar.
Das wachsende Bewusstsein für die Wichtigkeit klarer Herkunftssysteme fand auch in den Gebieten Kamptal, Kremstal und Traisental seinen Niederschlag: Die DAC-Weine dieser Gebiete wurden per Verordnung in ein richtungweisendes dreistufiges System „Gebietswein-Ortswein-Riedenwein“ eingegliedert, wobei bei der Einreihung der Weine in dieses System jeweils ein bestimmter Mindestalkoholgehalt einzuhalten ist.

Ausbruch exklusiv aus Rust
Spezielles Augenmerk galt zudem den österreichischen Prädikatsweinen, und hier im Besonderen dem Ausbruch. Mit Inkrafttreten der Gesetzesänderungen wurde der Begriff „Ausbruch“ als Trockenbeerenauslese definiert und im Sinne einer geschützten Herkunft exklusiv für den „Ruster Ausbruch“, also für Trockenbeerenauslesen aus der Freistadt Rust, reserviert. Andere Weine dürfen nicht mehr mit dem Begriff „Ausbruch“ bezeichnet werden.

Österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung
In einem mehrjährigen Diskussionsprozess hat das österreichische Sektkomitee gemeinsam mit dem Ausschuss der selbst versektenden Winzer in Zusammenarbeit mit den Experten des Weinbauverbandes, der Bundeswirtschaftskammer, der ÖWM und des Landwirtschaftsministeriums ein neues Reglement zur Höherpositionierung von österreichischem Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Sekt g.U.) erarbeitet. Darauf aufbauend wurde in der Gesetzesnovelle nun bestimmt, dass der Minister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in einer noch zu besiegelnden Verordnung alle Details zu Sekt g.U. festlegen kann.
Diese Ministerverordnung wird u. a. vorsehen, dass österreichischer Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung ausschließlich mit den Begriffen „Klassik“, Reserve“ oder „Große Reserve“ in Verkehr gebracht werden darf. Dabei hat sich die Verkehrsbezeichnung aus der Kategorie (Qualitätsschaumwein oder Sekt), dem Namen der geschützten Ursprungsbezeichnung (nur Bundesland bei Klassik und Reserve, Bundesland und Gemeinde/-teil sowie ggf. Großlage oder Riede bei Großer Reserve) und aus den Begriffen „geschützte Ursprungsbezeichnung“ oder „g.U.“ zusammenzusetzen. Darüber hinaus wird  die Verordnung bzw. ihre Durchführungsbestimmungen auch Bedingungen zu Vinifikation, Lagerungszeit auf der Hefe sowie Alkohol- und Restzuckergehalt für die einzelnen Stufen festsetzen.

Österreichs Wein ist auf Schiene
Stillstand ist Rückschritt – nach diesem Motto arbeiten alle Verantwortlichen aktuell mit viel Engagement und positiver Energie daran, das einzigartige Profil des österreichischen Weins zu schärfen und damit seine Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben. Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des österreichischen Weins sind jedenfalls gestellt –  man darf gespannt sein, wohin die Reise in den nächsten Jahren führt.“
Soweit die Meldung.
Wenn schon nicht im Fußball, dann wenigstens beim Wein sind die österreichischen Erzeuger damit mehr als nur eine Nasenlänge vor Deutschland. Und wenn man bedenkt, dass es im Grunde nur darum geht, den Konsumenten beim Weinkauf Sicherheit zu geben, dann nötigt mir diese Entscheidung jede Menge Respekt ab. Deutschland und seine Anbaugebiete sind von solchen Veränderungen Lichtjahre entfernt, weil die Lobbyisten zum größten Teil alte Männer sind, die Veränderungen scheuen wie die Pest. An Saale-Unstrut wäre einiges möglich in dieser Beziehung. Aber hier ist es wohl ein biologisches Problem. Vorher wird niemand auch nur einen Schritt wagen, um das Großlagendesaster oder die geografische Verlagerung von Werder an der Havel, Weimar  an der Ilm und den Harz an Saale-Unstrut zu verändern. Und wenn dann schon die Geographie missbraucht wird, wie soll es da gelingen, dass die Nutzung der geographischen Bezeichnung „Saale-Unstrut“ auf den Weinetiketten an einheitliche Standards der Erzeugung und der Qualität der Weine gebunden wird? Für einen Schweden, Schweizer oder den wo auch immer herstammenden Weinfreund, wird es ein ewiges Rätsel bleiben. "Lassen wir ihn dumm sterben", wird sich mancher veränderungsunwillige Politiker und Weinbaufunktionär sagen. Wen interessieren schon die Schweizer? Das Problem ist nur, dass die meisten Exemplare dieser herrschenden Gattung ihr eigenes Konstrukt nicht verstehen, geschweige denn beherrschen. So gesehen wäre es besser, wenn die selbsternannten Bewahrer des Stillstandes möglichst bald in Bronze  gegossen oder Stein gemeißelt werden. Ihnen zu Ehren, uns  Konsumenten zum Nutzen. Sie müssten allerdings das Feld räumen, denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Da war doch mal was.

Rainer Albert Huppenbauer
 
    
 
 
Tags: Saale-Unstrut-Wein, Österreichische Weine, Weingesetze
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 06.06.2016 um 22:52 Uhr | 0 Kommentare

Bestes vom Süßen See - Weingut Born


Das Weingut Born gehört, so sagt man, zu den Urgesteinen der Saale-Unstrut-Weingüter. Der Haken ist, es fühlt sich anders an. Urgestein hat was Althergebrachtes und Langweiliges an sich. Genau das ist dieses Weingut nicht. Wir sollten Urgestein anders definieren.
Natürlich, die Borns sind ein Generationen Betrieb, seit kurzem mit eindeutiger Perspektive in die Zukunft nach Elisabeth und Jochen. Da gehen sie wohl wieder mit mir durch - das macht der Wein, beide Hauptpersonen des Familienweingutes sind so herrlich jung, dass sich das Nachdenken über die nächste Generation noch nicht lohnt? Andererseits: Time is running fast.
Nun gut, vor kurzem hatte ich die Möglichkeit in einer Privataudienz bei Jochen Hinderer, den 2015er Jahrgang zu probieren. Einige Proben noch im Fass bzw. Tank, den Rest der bereits gefüllten Weine habe ich heimlich probiert. Mein globales Urteil: Es ist eine große Freude diese Weine zu trinken. Unkompliziert, geradlinig und sehr präzise. Das gilt für alle Weine. Mit präzise meine ich das, was ich von einem Saale-Unstrut-Wein erwarte (lebendig-elegant, mineralisch, feingliedrig). Alle Weine erfüllen diesen Anspruch. Der Winzer, hin und wieder noch etwas grüblerisch in der eigenen Bewertung seiner Ergebnisse, kann sich ruhig mal auf die Schulter klopfen. Nicht etwa weil er Papa wird, sondern weil beide (Elisabeth Born und Jochen Hinderer) einen, dem Potential des Jahrgangs entsprechenden Wein in die Flaschen bringen. Zu guter Letzt, sozusagen das Sahnehäubchen, einige wenige Flaschen Sauvignon Blanc, der alle Zweifler nach einer Stunde straft. Ein toller Wein, der mit etwas Luft zu einem wirklichen Geschmackserlebnis wird. Ganz am Rande fällt mir ein, dass es seit diesem Jahr eine neue schmucke Vinothek gibt und weitere bauliche Veränderungen mit schwäbischem Geschick in Arbeit sind. Viel Glück der Familie, macht weiter so. 

Impressionen


Die neue Vinothek



Jochen Hinderer und Elisabeth Born


Rainer Albert Huppenbauer 06.06.2016

 
Tags: Weingut Born, Saale-Unstrut-Wein, Höhnstedt