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Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.03.2018 um 12:38 Uhr | 0 Kommentare

Der Jahrgang 2017 Rieslinge vom feinsten!

In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, bei dem eine oder anderen Winzer, mal in den Keller zuschauen und zu probieren was auf uns da zukommt. Zu den Winzern die noch keine 2017er Weine gefüllt haben, gehören André Gussek und Matthias Hey. Fangen wir bei Letzterem an.
Es wird vermutlich drei trockene Rieslinge und zwei „Süße“, vermutlich eine Trockenbeerenauslese 2017 und Auslese 2017 geben. Die trockenen Rieslinge wieder als Muschelkalk vom Steinmeister und Buntsandstein aus dem Blütengrund. Beide Weine im Ortsweinsegment mit dem grauem Etikett. Dazu ein Riesling Lagenwein, der derzeit im Holz seiner Reifung entgegen geht. Hier ist nicht auszuschließen, dass der Wein als Breitengrad 51 „kandidieren“ wird. Einen Riesling mit grünem Etikett, also Gutswein wird es vermutlich nicht geben. Zu den Weinen selbst, Riesling Muschelkalk: Der Wein, ein typischer Steinmeister mit Würze und salzigem Extrakt, deutliche Grapefruit und grandiose Mineralität. Ein echter Charakterkopf. Ich denke langlebig, es lohnt sich ein paar Flaschen einzubunkern. Der Riesling Buntsandstein:  Wie immer geschmeidiger als sein Bruder, aber auch der mit verblüffender Mineralität. Geschmacklich viel Zitrus am Gaumen, etwas in Richtung Blutorange, im Abgang dann auch wie beim Muschelkalk eine angenehm frische, leicht bittere Grapefruitnote.
Der Riesling Steinmeister, ein verblüffender Charakter. Mineralität pur, salzige Fruchtaromen, die eher an Schiefer als an Muschelkalk erinnern. Das wird noch spannend. Der Wein, so würde ich ein Bild setzen, ist jetzt in seiner „vorpupertären“ Phase. Man sieht schon die Richtung, aber da wird noch eine Menge passieren. 
André Gussek ist nun auch nicht dafür bekannt besonders schnell zu sein. Das ist auch gut so.
Im Zeitalter von „wie kann ich meinem Schatten entkommen und wir telefonieren“ ist es beruhigend zu wissen, dass es auch anders geht. Die von mir probierten Rieslinge haben es in sich. Die Stilistik von Gussek ist immer anders als die von Matthias Hey. Und doch irgendwie ähnlich. Im Vergleich zu Matthias Hey sind Gusseks Rieslinge 2017 geschmacklich derzeit ohne Humor, Riesling pur. Alles was der „Volksgaumen“ an Riesling nicht schätzt, ist hier zu finden. Puristisch, kompromisslos Riesling. Ich wusste nicht, dass das hier an Saale-Unstrut geht. Der geplante Gutswein kommt aus Kaatschen vom Dachsberg vorderer Teil (nicht terrassiert). Druckvoll, gelbe Fruchtaromatik, die von Grapefruit abgerundet wird. Druck auf der Zunge und am Gaumen, aber doch weich. Der Riesling vom Göttersitz von noch relativ jungen Reben mit viel Extrakt und sehr stoffig.
Voller Mund, etwas Ananas leicht karamellisiert. Ich habe den Riesling nicht ganz so mineralisch empfunden wie die beiden Kaatschener Weine. Aber das ist relativ.
Der dritte im Bunde, Riesling vom Kaatschener Dachsberg, terrassierte Teil. Wieder komplett anders. Gleich zu Beginn baut der Wein viel Spannung auf, wirkt enorm intensiv und viel puristischer als die anderen beiden. Komplex mit viel Fruchtextrakt, etwas salzige Mineralität und sich langsam entwickelnder Frucht. In Blindverkostung (Mittelrhein oder Terrassenmosel), es wird spannend wie sich der Wein entwickelt. Der Riesling Steinmeister wurde mir "vorenthalten". 
In den nächsten Tagen beginnen nun die ersten Jungweinproben. Ich werde mich in diesem Jahr auf die Rieslinge und Weißburgunder sowie auf die 2016er Rotweine konzentrieren. Sie dürfen gespannt sein. 
Wann es die Rieslinge geben wird steht noch ein bisschen in den Sternen, Matthias Hey und Andre Gussek wollen es ausreizen und die Gunst der Stunde nutzen. Na denn, Vorfreude ist, so der Volksmund, die schönste Freude.
 
Rainer Albert HuppenbauerTags: Weingut Hey, Riesling 2017, Gussek Rieslingjahrgang
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 10.07.2016 um 12:10 Uhr | 0 Kommentare

Cléo und die Liebe – Sommer im Weingut Hey!

Mit Cléo kommt der Sommer. Na jedenfalls könnte man das denken. Nach dem grandiosen Konzert im Vorjahr an gleicher Stelle, ließ es die Band wieder leise krachen. Vier Jungs begleiten ein Mädchen in den Weinberg des Naumburger Steinmeisters, packen ihre Instrumente aus, verbreiten gute Laune und gehen wieder. Es war sehr kurzweilig. Und es war sehr schön. Alles passte, die Weine sowieso, die Zuhörer taten das, was sie nicht immer machen, sie hörten aufmerksam zu. Die Ausstrahlung von Sängerin Katrin Kaspar und ihre Interpretation der Songs, ließ einfach nichts anderes zu. Zuhören war angesagt.
Im Vergleich zum Vorjahr gab es in der Band eine Neubesetzung, die mir großen Spaß bereitete.  Ganz hinten, ein virtuoser Trommler, der ein bisschen von diesem Drive hat wie einst Alphonse Mouzon. Passte perfekt. Er kennt auch seine Verantwortung als Drummer. Ich habe schon Bands erlebt, die wechselten den Schlagzeuger und sind zerbrochen, manchmal mitten im Konzert. Nun gut der Theorie, Danke für den Abend auch an Familie Hey, „Manager“ Alexander Schau und Lorri. Bang Bang.

Abendstimmung im Steinmeister

Ein Lied

Wie in alten Zeiten

Muss dieses Lied schön sein


Text und Fotos Rainer Albert Huppenbauer, 10.07.2016
Tags: Cléo, Weingut Hey, Summer Sun
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 24.04.2016 um 12:37 Uhr | 0 Kommentare

Menü im Weingut Hey - beste Unterhaltung!

Ich gebe es zu, dass ich etwas skeptisch war. Aramark, ein großer Caterer und Betriebsversorger der seit kurzem für das Bankettessen bei Rotkäppchen tätig ist, kocht im Weingut Hey.  Zur Skepsis auf das was mich da erwartet kam dann die Kenntnis der Person Hey, und so ging ich hin.  Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Matthias Hey es zulässt, dass ein Essen serviert wird, dass den Weinen nicht gerecht wird. Alles fing an wie immer, es gab seinen Rosé als Aperitif,  viele erwartungsvolle Gäste und Lampenfieber bei den Akteuren. Was dann folgte, war dem Lampenfieber angemessen, große Bühne. Die Akteure, die auf dieser agierten, zauberten einen Abend, der mir ganz sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Alles war auf einander abgestimmt, die Weine die geboten wurden, extrem stimmig. Der Höhepunkt dieser Eintracht beim Dessert. Ich kann nicht genau sagen wie es gemacht wurde aber ich kann sagen, dass ich es selten erlebt habe, dass die Weinbegleitung eines Desserts so gut getroffen wurde. Aber der Reihe nach. Der Starter eine Geflügelessenz mit klassischer Struktur und poppigen Einlagen. Dazu einen der besten, weil mineralischsten Gutedel Deutschlands, aus dem Jahrgang 2015.  Dann der weintechnische Zwischengang Hey´s Riesling Buntsandstein 2015. Einfach großartig und eine perfekte geschmackliche Einstimmung auf Gang Zwei.
Das Fischchen was dann folgte, auf den Punkt gegart und in feiner Umarmung mit dem Weissen Hey 2015.  Es Passte perfekt.
Dann das Rind, ebenso wie der Fisch schnörkellos gut, wie es zu sein hat. Der Zweigelt 2012 mit viel Wucht machte es dem Rind nicht leicht, also habe ich erst gegessen und dann getrunken. Nach dem 2012 Zweigelt, dann „Hey`s Amarone“ Kreation von Saale-Unstrut. Jawohl Matthias, man muss die Kartoffeln so lange essen, so lange sie heiß sind. Und wenn sich in unserem kontinentalen Klima eine solche Chance ergibt, muss man zuschlagen. Dieser 2013er Blaue Zweigelt wird in die Weingeschichte der Region eingehen. Das bereits erwähnte Dessert, mit griechischem Jogurt, Eis und weiteren feinen Beigaben wurde mit der süßen Riesling  Auslese 2014 zum würdigen Schlusspunkt eines tollen Experimentes, und für alle Beteiligten ein wunderschöner Abend. Bleibt zu erwähnen, dass das engagierte Team der Firma Aramark, mit dem Düsseldorfer, aber etwas berlinernden Koch Rainer Sarrazin am Herd der Region Saale-Unstrut gut tut. Natürlich, Aramark als bedeutender Betriebsküchenspezialist  hat andere Aufträge zu bearbeiten. Sehr sympathisch ist jedoch, dass sich ein so großes Unternehmen auf derlei kleinformatige Events einlässt. Es zeigt, dass die Verantwortlichen des Unternehmens verstanden haben, ohne Spitze geht es nicht. Mit ihr geht es besser.
Danke für den schönen Abend an Matthias Hey und das Aramark Team um Erik Klemm und meine angenehmen Tischbegleiter.   
Rainer Albert Huppenbauer
24.04.2016

Impressionen

Die Karte


Das kochende Team 


Das Fischlein ...


Dessert 
Tags: Weingut Hey, Aramark
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 01.10.2015 um 12:41 Uhr | 0 Kommentare

Weinlese im Weingut Hey -Tag 2- 01.10.2015

Matthias Hey konnte seine Freude nicht vergerben, extrem gesundes Lesegut, Sonnenschein und Vorsorge getroffen. Das mit dem Lesegut ist ja klar, versteht wohl jeder, wir können uns auf tolle Weine freuen. Mit dem Sonnenschein, der dieser Tage uns allen gut tut, ist es schon dialektischer. Zum einen bereitet er unsere Seelen auf den Winter vor, zum anderen tut er den Trauben gut. Auf das Ergebnis, den Wein, können wir uns ab dem nächsten Frühjahr freuen. Auch der, je besser er ist, führt er zu seelischem Wohlbefinden. Insofern wirkt die Sonne in diesen Tagen gleich zweimal auf uns ein. Noch ungefähr 210 mal schlafen und wir haben es geschafft. Was den Gamma GT Wert der Leber betrifft, so sollte das jeder mit sich und seinem Hausartzt ausmachen. Aber auch für die Seele gilt, weniger ist mehr. Also Freunde, haltet Maß, wenn es auch schwer fallen wird. 
Nun zur Vorsorge, Matthias Hey hat seinen Keller erweitert und das war wohl eine kluge Entscheidung. Die zu erwartenden Quantitäten sind für das kleine Weingut, trotz Ausdünnen und Selektion in der Lese, eine neue Herausforderung.
Ohne die  zusätzlichen Kapazitäten, hätte es wohl ein Problem gegeben. Aber ein Winzer ist eben nicht nur Künstler, sondern im beträchtlichen Maße auch Unternehmer. Matthias Hey hat zwar mit großer Wahrscheinlichkeit das Kapital von Karl Marx noch nicht gelesen, intuitiv beachtet hat er es wohl. Marx hätte seine Freude an diesen Entscheidungen.
Die Lese, nun wie in jedem Jahr der Höhepunkt einer Zitterpartie nahmens Wetter, die endlich mal, nach harten Jahren die Anstrengungen des Jahres ausgiebiger belohnt. Dennoch, die Anstrengung die Trauben aus den Steillagen zuholen, sind nicht ohne Mühe zu bewältigen. Aber in Erwartung der Ergebnisse überwiegt die Freude und der Spaß an der Sache.
Heute wurde der Weißburgunder aus einer Junganlage des Naumburger Steinmeisters gelesen, diese Trauben werden dann später im "Weißen Hey" mit den Rieslingtrauben vermählt. Bereits in den Tanks blubbern ein sehr aromatischer Müller-Thurgau, der Portugieser für den Rose und der wunderbare Gutedel.

Bunte Bilder der Lese vom 01.10.2015


Matthias Hey und seine Mitstreiter ... 
 
es geht  auch im sitzen ...

schon ein wenig glatt im Hang ....

prüfender Blick des Vaters..... ist auf jeden Fall schärfer als das Foto!

mit der vollen Butte wieder nach unten

... und voller Konzentration mit artistischen Einlagen

und wieder den Steilhang hoch...

Impressionen

Naumburg im Nebel

Das war es, ich freu mich auf das nächste Frühjahr und hoffe, dass es Ihnen genau so geht. 
Rainer Albert Huppenbauer 01.10.2015 
   
Tags: Weingut Hey, Rose, Saale Unstrut, Steinmeister
Autor: Rainer Albert Huppenbauer | 02.08.2015 um 14:38 Uhr | 0 Kommentare

Andreas Max Martin Band macht Programm im Weingut Hey

Wieder ein schöner Abend und ein brillantes Konzert im Weingut Hey. Die Band kommt aus Weimar - eine kleine  Kreisstadt mit eigenem Bahnhof  in Thüringen, die viele für die Geburtsstadt von Goethe halten. Aus dieser, durch Nohra Tschirner bekannt gemachten Metropole kommt Herr Max Martin. Da er auch Musik machen wollte, brachte gleich noch drei exzellente Musiker aus der gleichen Stadt mit.
Das Umfeld wieder stimmig, die Weine, das Wetter und das Futter allererste Sahne. Dauerte ein bischen mit dem bringen, aber die Qualität der Speisen besser als bei allen Italienern der Region. Vor allem der Büffelmozarella, da kann so manch kochender Tifosi sich mal ne Scheibe abschneiden oder einfach in den Mios gehen, da gibt es das auch, nicht nur den billigen weißen Gummi. Das Programm überirdisch unterhaltsam, der Mann hat die Menschen studiert wie Loriot und macht aus unseren und vermutlich seinen eigenen bekannten, liebenswerten und Größe zeigenden Schwächen eine humoristische Darbietung, die deutlich über dem Niveau deutscher "Spitzencomedy" angesiedelt ist. Vermutlich ist das auch der Grund, warum sein Bekanntheitsgrad noch schlechter ist, als der des neuen FDP Bundesvorsitzenden. Er macht keine Witze, er macht Humor. Das ist etwas anderes. Sollten Sie das lesen Herr Martin hier ein Mutmacher, Loriot hätte heutzutage auch ein schweres Leben und keine halbe Stunde wöchentlich im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Apropos Fernsehen, ich war mal bei einer Aufzeichnung eines so genannten deutschen Comedians dabei, immer wenn man lachen oder klatschen sollte lief über der Bühne ein Spruchband ab. Ich glaube das kann man auch für viel Geld nicht wollen.
Und wäre das mit ihrem unaufdringlichen Humor nicht alles schon genug, nein, da macht die Band auch noch Musik nach Noten.
Diese  daher exakt und auf den Punkt, in nicht so oft anzutreffender Klarheit und Einheit (ich weiß dummes Wort, aber mir fällt nichts anderes ein) mit dem sehr gut zu verstehenden Text. Vielen Dank für den nun schon zweiten schönen Sommerabend in diesem Jahr. 



Tags: Weingut Hey, Rose, Saale Unstrut, Steinmeister, Andreas Max Martin
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